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Königs Wusterhausen Tagesmütter verweigern Betreuung – weil Eltern AfD-Anhänger sind
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Tagesmütter verweigern Betreuung – weil Eltern AfD-Anhänger sind
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08:37 24.11.2019
Die Nimmrichs in einem Königs Wusterhausener Café: Die Großeltern Karin und Jörg sowie das Ehepaar Serena und Peter Nimmrich (v.l.) mit dem einjährigen Vincent Karl. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Weil ihnen die politische Einstellung der Eltern nicht passt, haben Tagesmütter die Aufnahme eines einjährigen Jungen verweigert. Die betroffene Familie ist fassungslos. „Es geht doch um die Betreuung des Kindes“, sagt die Mutter Serena Nimmrich aus Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Sie und ihr Mann Peter Nimmrich sind Anhänger der AfD, gehören der Partei aber nach eigenem Bekunden nicht an.

SMS statt Einladung

Die 32-Jährige hatte im Internet den Eintrag der Tagesmütter entdeckt, die einen freien Platz anboten. Serena Nimmrich meldete sich sofort, hoffte auf eine Einladung zu einem Gespräch. Doch stattdessen bekam sie eine SMS.

Die Tagesmütter schrieben, sie würden sich mit Veröffentlichungen der Nimmrichs im Internet schwer tun. „Wir sind beide politisch anders eingestellt und haben große Bauchschmerzen“, so die Tagesmütter. Die Elternarbeit sei wichtig und komme auch den Kindern stark zugute. Ein Kennenlernen mache daher wenig Sinn. „Wir wünschen euch dennoch weiterhin viel Erfolg bei der Suche.“ Die Großeltern Karin und Jörg Nimmrich sind empört: „Wir sind fassungslos, dass man danach geht“, sagte Karin Nimmrich.

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Beiträge nicht mehr öffentlich

Welche Beiträge die Tagesmütter meinen, lässt sich nicht mehr überprüfen. Serena und Peter Nimmrich haben ihre Facebook-Accounts auf privat gestellt, sie sind nicht mehr öffentlich zugänglich. Das Paar beteuert, keine rassistischen und rechtsextremen Inhalte veröffentlicht zu haben.

Es wurden mehrere AfD-Beiträge geteilt, außerdem befinden sich AfD-Mitglieder wie der Königs Wusterhausener Fraktionschef Jan Schenk in der Freundesliste. Schenk sagte, Mitglieder und Sympathisanten seiner Partei würden immer wieder diskriminiert. Er selbst sei schon bedroht worden.

Tagesmütter äußern sich nicht

Die Tagesmütter wollten sich auf MAZ-Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Sie ließen durchblicken, dass sie ihre Nachricht im Nachhinein für einen Fehler halten. Für den Platz habe es mehrere Bewerber gegeben. Nimmrichs fanden inzwischen eine neue Tagesmutter, bei der sie bald ein Vorstellungsgespräch haben.

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Von Frank Pawlowski

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