Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Königs Wusterhausen Interview mit Thomas Thiele vom Stadtjugendring
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Interview mit Thomas Thiele vom Stadtjugendring
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:17 07.06.2019
Thomas Thiele, Geschäftsführer des Stadtjugendrings Königs Wusterhausen. Quelle: MAZ
Königs Wusterhausen

Die Schriftstellerin Jennifer Teege ist die Enkelin des berüchtigten KZ-Kommandanten Amon Göth, einer Hauptfigur im Film „Schindlers Liste“. Auf Einladung des Stadtjugendrings (SJR) war die 49 Jahre alte dunkelhäutige Deutsch-Nigerianerin in Königs Wusterhausen zu Gast. Im Kulturkino Capitol stellte sie ihre Autobiografie „Mein Großvater hätte mich erschossen“ vor, diskutierte mit den überwiegend jugendlichen Besuchern. SJR-Geschäftsführer Thomas Thiele sagt im MAZ-Interview, warum ihm Veranstaltungen wie diese so wichtig sind.

Ein krasser Buchtitel, lohnt sich die Lektüre?

Thomas Thiele: Unbedingt! Die Autorin hat fast dreißig Minuten aus ihrem Buch gelesen. Es war mucksmäuschenstill im Saal. Alle haben gebannt zugehört. Sie beschriebt, wie sie von ihrer Familiengeschichte erfuhr und was das mit ihr gemacht hat.

Wie hat das Publikum reagiert?

Beeindruckt, betroffen und hochinteressiert. Es gab viele Fragen. Die Diskussion dauerte gut zwei Stunden, hätte aber noch viel länger gehen können. Die Autorin war völlig locker und souverän, selbst bei sehr persönlichen Fragen. Draußen wurde noch eine Weile weiterdiskutiert. Am Tag danach meldeten sich immer noch Jugendliche bei mir. Das war ein total irrer Abend. Genau so muss es sein. Wir wollen Geschichte handfest vermitteln. Die Jugendlichen sollen sie riechen und schmecken können.

Warum wurde Frau Teege eingeladen?

Wir fahren seit vielen Jahren mit Jugendlichen in KZ-Gedenkstätten, knapp 2000 Teilnehmer waren bisher dabei. Wir haben Israel besucht, sprachen mit Nachkommen des Holocaust. Bisher haben wir immer die Opferseite beleuchtet, wir hatten noch nie den Nachkommen eines Täters zu Gast. So kamen wir auf Jennifer Teege, die ja für beides steht. Sie entstammt einer Täterfamilie, wäre wegen ihrer Hautfarbe damals aber selbst Opfer geworden.

Wie hat sie auf die Einladung reagiert?

Sie war von Anfang an offen und sehr interessiert. Mit dem Termin hat es etwas gedauert, weil sie viel unterwegs ist. Es war super, dass sie sich Zeit für uns genommen hat und nach Königs Wusterhausen gekommen ist.

Wer wird der nächste Gast sein?

Sally Perel, dessen Geschichte durch den Film „Hitlerjunge Salomon“ und sein gleichnamiges Buch bekannt ist. Er überlebte die NS-Zeit als Jude, weil er Mitglied der Hitlerjugend war. Wir wollen die Reihe fortsetzen. Das Projekt wird unterstützt vom Bund und vom Landkreis Dahme-Spreewald.  

Von Frank Pawlowski

Der Königs Wusterhausener Stadtbrunnen hat einen kleinen Bruder, aus dem einst Trinkwasser sprudelte. Manche wünschen sich die Oase zurück. Es gibt sogar einen Vorschlag für weitere Brunnen.

07.06.2019

Gewalt ist schlecht, Konflikte lassen sich anders lösen. Das lernen Grundschüler in einem Projekt der Bürgerstiftung Königs Wusterhausen. Für ihre Arbeit bekam die Stiftung einen besonderen Preis.

10.06.2019

Ein 21 Jahre alter Syrer erlitt am Dienstagabend in Wernsdorf Verletzungen. Er war aus einer Gruppe von sechs bis sieben Unbekannten heraus angegriffen worden. Die Polizei fahndet nach den Tätern.

06.06.2019