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Königs Wusterhausen Tradition der Friedensgebete leben wieder auf
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14:50 06.11.2019
Norbert Stark vom Gemeindekirchenrat Königs Wusterhausen hat die Friedensgebete wiederbelebt. Quelle: Nadine Pensold
Königs Wusterhausen

Am 30. August dieses Jahres hat die evangelische Kirchengemeinde Königs Wusterhausen eine Tradition aus dem Jahr 1989 wiederbelebt: das Friedensgebet. Seither fand immer freitags um 18.15 Uhr ein solches in der Kreuzkirche statt. Am 8. November, einen Tag vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, sollen die Friedensgebete einen feierlichen Abschluss finden.

Friedensgebete an vielen Orten

Es sind wohl zuerst die Städte Leipzig und Dresden, die einem in den Sinn kommen, wenn man an die Friedensgebete in den Wochen und Monaten vor dem Mauerfall denkt. Doch auch an vielen anderen Orten fanden solche Treffen statt.

In Königs Wusterhausen waren es das damalige Pfarrerehepaar Inge und Hanns Leisterer, die mit dem hiesigen Gemeindekirchenrat die Friedensgebete ins Leben riefen. Das erste fand am 18. Oktober 1989 in der Kreuzkirche statt. 250 Menschen waren an jenem Mittwochabend dabei; in den kommenden Wochen sollten immer mehr hinzukommen. Am Ende reichte die Kirche selbst nicht mehr aus, um den rund 1000 Teilnehmern Platz zu bieten. Und so sammelten sie sich auch vor dem Gotteshaus.

Gebet mit Schweigemarsch

Am 1. November erfolgte erstmals im Anschluss an das Friedensgebet ein Schweigemarsch, bei dem die Teilnehmer mit Kerzen ins Neubaugebiet und zurück zur Kreuzkirche zog.

Historisches Transparent für die Friedensgebete in Königs Wusterhausen aus dem Jahr 1989. Quelle: privat

In dieser Zeit hing auch ein mit Farbstiften beschriebenes Bettlaken über der Kirchentür. Unter dem Motto „Mahnet, Wachet, Betet – Für Gerechtigkeit und Frieden in der DDR“ lud die Gemeinde zu den wöchentlichen Treffen ein. Sie dienten dem Gedankenaustausch. Pressefreiheit, Umweltschutz und Bildung wurden thematisiert.

Möglichkeit, sich auszutauschen

Es war stets eine brisante, aber friedliche Stimmung, erinnert sich Norbert Stark, damals wie heute Mitglied im Gemeindekirchenrat. Er war einer der Moderatoren der Gespräche. „Wir wollten den Menschen eine Möglichkeit geben, sich auszutauschen“, sagt Norbert Stark. An die regen, oft auch lauten Diskussionen schloss sich ein Gebet ein, das immer zu einer plötzlichen, besinnlichen Stille führte.

An diesem Ablauf orientierten sich auch die diesjährigen Friedensgespräche, die am Tag der großen AfD-Kundgebung auf dem Königs Wusterhausener Kirchplatz ihren Anfang fanden. Zum Thema nahm sich die Gemeinde den Beginn des Zweiten Weltkriegs, der sich am Folgetag zum 80. Mal jährte.

Gebet für den Frieden

„Wir sind uns einig, dass das Gebet für den Frieden in unseren Häusern, in unserem Lande und in der Welt immer aktuell ist“, heißt es auf der Internetseite der evangelischen Kirchengemeinde Königs Wusterhausen.

Und so bot man in den vergangenen Wochen in der Kreuzkirche einen Ort, um über Themen wie Weltfrieden und Klimaschutz zu sprechen, sich aber auch dem Vorfall von Halle, bei dem ein rechtsextremer Attentäter einen Anschlag auf eine Synagoge verüben wollte und zwei Menschen erschoss, mit Gesprächen und Gebeten widmete.

Friedensgebet an diesem Freitag

An diesem Freitag findet das letzte Friedensgebet statt. Mitgestalten wird den feierlichen Abschluss Norbert Stark. Es werde wieder die Möglichkeit zum Gedankenaustausch geben. „Ich möchte aber auch über die Zukunft sprechen“, sagt das Mitglied des Gemeindekirchenrats. „Ich möchte, dass sich die Leute erinnern, was vor 30 Jahren passiert ist. Und ich möchte den jungen Leuten, die es nicht miterlebt haben, erzählen, was war“, so Norbert Stark.

Das Friedensgebet findet am Freitag statt und beginnt um 18.15 Uhr in der Kreuzkirche in Königs Wusterhausen.

Von Nadine Pensold

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