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Königs Wusterhausen Vergessene Hymne: Olé, Eintracht KW!
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07:20 22.06.2019
Eintracht-Präsident Marcel Joachimtshaler kennt die besondere Geschichte der Vereinshymne.
Eintracht-Präsident Marcel Joachimtshaler kennt die besondere Geschichte der Vereinshymne. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

An Samba-Fußball erinnert im Moment wenig beim Verein FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen. Die erste Männermannschaft spielt nach dem Abstieg aus der Landesklasse in der Kreisoberliga. Dafür versprüht die Vereinshymne ein bisschen brasilianischen Fußballzauber. „Olé, Eintracht KW!“ wird da im Refrain geschmettert. Aber das Lied ist in Vergessenheit geraten.

Bei den Heimspielen im Zeesener Stadion wird es schon lange nicht mehr gespielt. Präsident Marcel Joachimsthaler hat das in seiner Amtszeit überhaupt nicht erlebt. Aber er kennt den Schlachtruf „Olé KW“ natürlich. Und er versichert, dass die Spieler der ersten Mannschaft die Hymne mitsingen könnten, wenn sie es denn müssten. „Aber sie wird aktuell nicht gespielt, weil wir keine Anlage haben“, sagt Marcel Joachimsthaler. Vor Jahren war das anders. Als die Eintracht noch im Königs Wusterhausener Stadion der Freundschaft spielte, soll die Hymne öfter zu hören gewesen sein, und zwar in der Sportgaststätte Minge nebenan. Das Lokal gibt es nicht mehr.

Eine besondere Geschichte

Dabei hat die Eintracht-Hymne eine besondere Geschichte, wie Marcel Joachimsthaler erzählt. Denn es was das erste Vereinslied, das Sänger Volker Thiele von der Kultband Scirocco im Jahr 1996 schrieb. Und das hatte einen guten Grund. Eintracht-Legende Lutz Mecklenburg, der mit Thiele befreundet war, kümmerte sich einst um dessen Sohn. Er war ein hoffnungsvolles Talent, fing bei Eintracht Königs Wusterhausen mit dem Fußballspielen an und schaffte es bis zum Hauptstadtklub Hertha BSC. Eine Verletzung beendet vorzeitig sei ne Karriere. Lutz Mecklenburg kümmerte sich um den Jungen, besorgte ihm unter anderem einen Ausbildungsplatz.

Weitere Brandenburger Hymnen

Fußball-Fan Volker Thiele dankte es ihm mit der Hymne für Eintracht Königs Wusterhausen. Später schrieb er noch weitere Lieder für Brandenburger Vereine, darunter für BSV Mittenwalde, Fortuna Friedersdorf und Südstern Senzig. Sie sind auf einer CD verewigt worden. FSV Luckenwalde, KSV Sperenberg und Fichte Baruth sind weitere Vereine aus der Region, die eine Hymne bekommen haben.

„Wir spielen uns mit Samba heiß“

Ein Exemplar muss es auch noch bei Eintracht Königs Wusterhausen geben. „Wir spielen uns mit Samba heiß, fast wie in Südamerika“, heißt es da im Text. „Go Eintracht olé! Go, Eintracht KW!“ lautet der Refrain. „Von Sieg zu Sieg, fast wie in Maracana“, singt Thiele zu Beginn. Das ist der berühmte Fußballtempel im brasilianischen Rio de Janeiro. Der Königs Wusterhausener Schlachtgesang war also sehr selbstbewusst und ist vielleicht auch eine kleine Hommage an die Spielkunst früherer Spieler. In einem Interview verriet Thiele einmal, dass bei den Texten immer auch ein kleines Augenzwinkern dabei war. Bei Top-Spieler Lutz Mecklenburg, inzwischen Fußballchef in Senzig, war das aber wahrscheinlich ernst gemeint, denn Thiele widmete ihm diese Songzeile: „Sambafußball präsentiert, von Mecki Messer aus KW“.

Eintracht-Präsident Marcel Joachimsthaler will die Hymne nicht in der Versenkung lassen. Sie ist ein Teil der Vereinsgeschichte. Sobald die technischen Möglichkeiten vorhanden sind, soll „Olé KW“ wieder im Zeesener Stadion gespielt werden.

Von Frank Pawlowski