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Königs Wusterhausen Volkshochschule und Musikschule sollen auf Funkerberg ziehen
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08:41 31.03.2019
Das ehemalige Schulungsobjekt auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen soll Schulcampus werden. Quelle: Gerlinde Irmscher
Königs Wusterhausen

Bislang war nur klar, dass das ehemalige Commundo-Hotel auf dem Königs Wusterhausener Funkerberg der Schule des Zweiten Bildungswegs eine neue Heimstatt bieten soll. Jetzt hat man sich in der Kreisverwaltung dazu entschieden, in dem alten Gebäude einen ganzen Bildungscampus einzurichten. Dafür sollen dort neben der Abendschule fast die gesamte Volkshochschule und weite Teile der Musikschule einziehen.

Eine entsprechende Beschlussvorlage bringt die Kreisverwaltung in den nächsten Kreistag ein. In dem Papier werden vor allem zwei Begründungen für den Plan aufgeführt. Erstens: Das Commundo-Hotel, das sich im Eigentum des Landkreises befindet, bietet deutlich mehr Platz, als die Schule des Zweiten Bildungswegs benötigt. Zweitens: Die Volkshochschule und die Musikschule haben steigenden Raumbedarf und Modernisierungsbedarf. Beidem können sie an ihren bisherigen Standorten nicht gerecht werden.

Objekt 2017 gekauft

Der Landkreis hatte das Schulungsobjekt auf dem Funkerberg im Jahr 2017 erworben, weil er dringend eine neue Liegenschaft für die Schule des Zweiten Bildungswegs brauchte. Die Stadt Königs Wusterhausen hatte zuvor den Mietvertrag in der Herder-Oberschule wegen Eigenbedarfs gekündigt, die Einrichtung musste ihr altes Domizil deshalb verlassen.

Nach dem Kauf wurde das Gebäude, das einstmals eine Funkerschule und später eine Aus- und Weiterbildungsstätte der Telekom beherbergte, einer Machbarkeitsstudie unterzogen. Dabei wurde unter anderem geprüft, ob nicht auch Kreisbehörden dort einziehen können. Die Studie kam aber zu dem Ergebnis, dass eine komplett schulische Nutzung die Vorzugsvariante sei, heißt es in der Vorlage.

Platzprobleme an mehreren Schulen

Der Zeitpunkt scheint nun günstig, denn es zeichnen sich an mehreren kreislichen Bildungseinrichtungen Platzprobleme ab. Die Volkshochschule, die derzeit im Schulweg sitzt, bietet schon seit einiger Zeit Unterricht im Oberstufenzentrum an, weil das eigene Haus zu klein ist. Mittelfristig sollen aufgrund steigender Nachfrage die Kursangebote noch stärker erweitert werden. Dafür gibt es derzeit aber keine Räume mehr.

Eng wird es auch in der Marie-und-Hermann-Schmidt-Schule. Der Kreis will dort eigentlich die neue Erzieherausbildung unterbringen, aber die Schule hat selbst ebenfalls größeren Platzbedarf angemeldet. Der Vorteil dort: Auf dem Gelände gibt es theoretisch noch Räume, nämlich das Haus vier. Aber dort ist derzeit eine Außenstelle der Musikschule untergebracht. Die wiederum stößt an ihrem Hauptstandort in den Kavalierhäusern ebenfalls an Kapazitätsgrenzen. Laut Kreis kann schon jetzt die wachsende Nachfrage, insbesondere im frühkindlichen Bereich, nicht mehr gedeckt werden.

Aula kann mehrfach genutzt werden

Nach Vorstellung des Schulamtes lässt sich diese Situation entzerren, wenn die Volkshochschule komplett in den Bildungscampus umsiedelt. Lediglich die Kurse am OSZ sollen bleiben.

Die Musikschule soll zwar weiterhin Unterricht in den Kavalierhäusern anbieten, aber mit seiner Verwaltung und weiteren Unterrichtsräumen ebenfalls auf den Funkerberg umziehen.

Der Vorteil, den man beim Landkreis sieht: Die Aula könnte künftig für Veranstaltungen aller drei Schulen genutzt werden. Die 10 Millionen Euro, die der Ausbau des gesamten Standorts kosten wird, sind im Kreishaushalt bereits eingestellt. Eine Fertigstellung aller Schulen wäre laut Beschlussvorlage im Jahr 2021 oder 2022 realistisch. Allerdings muss der Kreistag dem Projekt im Mai noch zustimmen. In den Fachausschüssen wurde es allerdings einhellig befürwortet.

Von Oliver Fischer

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