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Königs Wusterhausen So erleben Besucher den Stadtrat
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17:57 14.02.2019
Rainer Tietz und Regina Wehle aus Senzig in der SVV. Zu vorgerückter Stunde haben sich die Besucherreihen etwas gelichtet. Zum Auftakt waren alle Plätze besetzt. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Da könnte so mancher Veranstalter neidisch werden. Wenn der Königs Wusterhausener Stadtrat tagt, ist der Rathaussaal voll. Oft reichen die knapp einhundert Sitzplätze für die Besucher gar nicht aus. Dann stehen sie dicht gedrängt am Rand. Die Stadtpolitik hat ein großes, treues Publikum. Von Politikverdrossenheit keine Spur. So war es auch am Montag wieder.

Regina Wehle, 68, und Rainer Tietz, 63, aus Senzig haben einen Sitzplatz ergattert. Sie sind schon Stammgäste in der SVV. Als die gemeinsame Beschlussvorlage von SPD, Linken, CDU und WfKW zum Schulneubau in Senzig aufgerufen wird, spitzen sie die Ohren. Das Thema beschäftigt die Stadtpolitiker schon fast vier Jahre. Doch ein Ende ist nicht abzusehen. Auch diesmal geht es wieder hin und her. „Das wird doch nur zerredet. Das ist doch unmöglich!“, zischt Regina Wehle während der Sitzung.

Sitzung der SVV Königs Wusterhausen am 11. Februar. Quelle: Frank Pawlowski

Sie ist für den Schulneubau am Bullenberg, so wie es die SVV im Herbst 2016 schon einmal beschlossen hatte. Dass Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW), der danach ins Amt kam, das wieder kippte, kann sie nicht verstehen. Auf seinen Vorschlag wurde im Sommer 2018 die Ringstraße als neuer Schulstandort beschlossen. „Er möchte wohl, dass gar keine Schule gebaut wird“, sagt sie am Montag in einer zusätzlichen Sitzungspause. Sie wurde mitten in der Beratung zu dem Schulantrag einberufen, weil noch Details zu klären waren.

Norbert Ratajczak und Anita Tiegs aus Senzig vor dem Sitzungssaal. Quelle: Frank Pawlowski

Die beiden Senziger reden sich in Rage. „Man weiß nicht, was hinter den Kulissen läuft“, sagt Rainer Tietz. „Das ist nicht im Sinne der Senziger Bürger.“ Seine Begleiterin nickt oft zustimmend, während er redet. Vorne laufen Stadtverordnete umher, stecken die Köpfe zusammen. Gleich wird die Sitzung fortgesetzt. Regine Wehle spricht von einer Schade, weil auch der Ortsbeirat ignoriert werde. Sie wird immer wütender. „Wenn das so weiter geht, sollten uns gelbe Westen anziehen und vors Rathaus marschieren“, sagt sie schließlich.

Doch dazu muss es erst einmal nicht kommen. Die SVV beschließt eine neue Standortsuche für den Schulneubau. Allerdings sind die Vorgaben so, dass am Ende nur der Bullenberg dafür in Frage kommt. Weitere SVV-Besucher aus Senzig sind erleichtert. „Damit sind wir erst mal zufrieden. Es wäre schön, wenn man am Bullenberg baut, vor allem mit einer schönen Sporthalle“, sagt die 86-jährige Anita Tiegs und fügt strahlend hinzu. „Ich bin nicht immer so glücklich nach Hause gegangen wie heute.“ Ihr Begleiter Norbert Ratajczak nickt. „Die Senziger hätten den Neubau verdient, viel ist bisher im Ort nicht passiert“, sagt der 63-Jährige. Die Diskussionen in der SVV fand er teilweise sehr spannend.

Siegurd Magnus aus Senzig ist nach dem neuen Schulbeschluss enttäuscht. Quelle: Frank Pawlowski

Etwas ratlos steht Siegurd Magnus vor dem Sitzungssaal. Der 78-Jährige hat sich mehrfach in der SVV für die Ringstraße als neuen Schulstandort ausgesprochen und ist vom neuen Beschluss enttäuscht. „Man muss doch an die Kinder denken, die seit Jahren auf eine neue Schule warten.“ Für den Bullenberg sieht er keine Chance. „Das wird nichts“, ist er sicher.

So gehen die Besucher nach dem fast fünfstündigen Sitzungsmarathon mit unterschiedlichen Eindrücken nach Hause. Sie werden reichlich Gesprächsstoff haben. Und der eine oder andere wird schoin der nöchsten

Von Frank Pawlowski

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