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Königs Wusterhausen Zernsdorfer Hort-Projekt steht auf der Kippe
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19:41 30.09.2019
In diesem Teil des Bürgerhauses Zernsdorf sollen Grundschüler einmal Hausaufgaben machen, ehrenamtlich betreut werden sie dabei von Mitgliedern des Bürgerhausvereins. Die Stadt Königs Wusterhausen sagte das schon für August zu, konnte das aber nicht einhalten. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Der Hort der Zernsdorfer Grundschule ist zu klein geworden für alle Kinder. Eltern hatten eine Idee, wie die Betreuung der Schüler trotzdem abgesichert werden kann. Das Bürgerhaus spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das Projekt wurde gerade ausgezeichnet, 2500 Euro bekommt der Förderverein der Schule für die Umsetzung. Doch die Freude darüber hält sich in Grenzen.

Ivonne Schütze (l.), Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Zernsdorf, und die stellvertretende Ortsvorsteherin Anja Boelitz (CDU) sind enttäuscht von der Stadtverwaltung. Quelle: Frank Pawlowski

Denn die Kinder können das Bürgerhaus noch nicht nutzen. Ursprünglich hatte die Königs Wusterhausener Stadtverwaltung das schon zum Schuljahresbeginn im August zugesagt. Doch die Eltern warten immer noch auf die Freigabe der Räume. Die jüngste Frist lief ebenfalls ohne Rückmeldung ab. Ein Ende der Hängepartie ist nicht abzusehen. „Wir fühlen uns von der Stadt im Stich gelassen“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Ivonne Schütze, enttäuscht.

Erlebnis im Rathaus

Als sie sich vor einigen Tagen im Rathaus nach dem aktuellen Stand erkundigen wollte, sei sie brüsk abgewiesen worden, berichtete sie. „Ich war sprachlos, so kann man doch mit uns nicht umgehen.“ Der Förderverein sieht sich einigen Eltern gegenüber besonders in der Pflicht. Sie hatten für ihre größeren Kinder den Hortplatz zugunsten der Erstklässler gekündigt. Allerdings vertrauten sie dabei auf die Zusage, dass es für die Großen statt dessen im Bürgerhaus eine Hausaufgabenbetreuung gibt.

Notlösung in der Schule

Mitglieder des Bürgerhausvereins übernehmen das ehrenamtlich. Notgedrungen machen sie die Hausaufgaben mit den Kindern derzeit in der Schule. Aber das war nur als kurze Übergangslösung bis zum Wechsel ins Bürgerhaus gedacht. Ein Raum in einem Seitenflügel des Gebäudes soll genutzt werden. Die Vereine entwickelten daraus das Projekt für einen Treffpunkt der Generationen im Bürgerhaus, das jetzt bei einem Wettbewerb für Berlin und Brandenburg der PSD-Bank erfolgreich war. Die Zernsdorfer schafften es unter mehr als 100 Bewerbern ins Finale der 15 besten und belegten dort am Ende den vierten Platz.

Die Grundschule in Zersndoerf. Quelle: Frank Pawlowski

Mit Hilfe des Preisgeldes sollen der Raum im Bürgerhaus kindgerecht umgestaltet, Mobiliar und Computertechnik angeschafft werden. „Das ist so ein toller Erfolg, aber richtig freuen können wir uns nicht, denn wir können das Preisgeld gar nicht verwenden“, sagt die stellvertretende Ortsvorsteherin Anja Boelitz (CDU). Sie kritisiert, dass die Eltern nicht über die Verzögerungen informiert wurden. Von der Stadtverwaltung erwartet sie, dass sie zu ihrem Wort steht.

Stadtpolitiker schalten sich ein

Unterstützung erhoffen sich die Zernsdorfer jetzt von Stadtpolitikern. Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Tobias Schröter (SPD), sagte der MAZ: „Ich kann den Frust der Eltern verstehen. Wir werden das besprechen und im Rathaus nachfragen.“ Eine schnelle Lösung mahnte der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Stefan Jablonski (CDU), an. „Da müssen wir ran. Die Initiative der Eltern ist doch toll“, sagte er.

Eltern wollen Hortplätze zurück

Laut Ivonne Schütze kann die Lage sich noch zuspitzen. „Die Eltern wollen ihre Hortplätze zurück“, berichtete sie. Sogar eine Protestaktion vor dem Rathaus ist im Gespräch. Nach derzeitigem Stand müssten acht Kindern wieder im Hort aufgenommen werden, für die aber kein Platz ist. Eigentlich sollte noch vor den Herbstferien die Unterbringung im Bürgerhaus unter Dach und Fach sein. Wie es nach den Ferien weitergeht, ist offen. „Ich kann die Eltern nicht hängen lassen“, sagt Ivonne Schütze. Für Ortspolitikerin Anja Boelitz kommen weitere Provisorien nicht in Frage. „Wenn es mit dem Bürgerhaus nicht klappt, steht das Projekt vor dem Aus“, sagt sie.

Das sagt die Stadt

Die Königs Wusterhausener Stadtverwaltung teilte auf MAZ-Anfrage mit, dass Ende August für das Bürgerhaus bei der Stadt ein Bauantrag gestellt worden sei. „Bisher wurde er noch nicht beschieden. Das Verfahren läuft also noch“, so Sprecher Reik Anton.

Von Frank Pawlowski

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