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Königs Wusterhausen Polizei und Stadt finden keine Sicherheitspartner
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Polizei und Stadt finden keine Sicherheitspartner
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00:20 27.06.2018
Ortsvorsteher Günter Hörandel, Revierpolizist Bert Obst, Sachgebietsleiter Kay Kutschbach und die Leiterin der Prävention bei der Polizei LDS, Susanne Heinrich (v.l.), blieben am Dienstag unter sich. Quelle: Frank Pawlowski
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Senzig

Die Gastgeber blieben unter sich. Stadtverwaltung und Polizei wollten diese Woche im Kirchensaal in der Senziger Chausseestraße über die neuen Sicherheitspartnerschaften informieren. Aufmerksame Einwohner werden gesucht, sie sollen die Arbeit der Ordnungshüter unterstützen. Doch es kamen keine Senziger. Die Veranstaltung wird deshalb im September wiederholt.

Lag’s am Fußball?

In der Runde wurde gerätselt, was wohl die Gründe für das fehlende Interesse sein könnten. Der Beginn um 17 Uhr? Oder doch die Fußball-Weltmeisterschaft? In der Gaststätte auf der anderen Straßenseite, wo das Nachmittagsspiel zu sehen war, saßen jedenfalls ein paar Leute. Es kann aber auch sein, dass den Senzigern das Thema gar nicht so sehr auf den Nägeln brennt.

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Die Sicherheitsgemeinschaft Blankenfelde-Mahlow hat sich 2015 gegründet und wurde 2016 von der Gemeinde als offizieller Sicherheitspartner bestellt. Quelle: Christian Zielke

Denn der mit knapp 3400 Einwohner viertgrößte Ortsteil ist mit 87 Straftaten im Jahr 2017 das Schlusslicht in der Königs Wusterhausener Kriminalitätsstatistik. Susanne Heinrich, die Leiterin der Prävention in der Poilzeiinspektion Dahme-Spreewald, hatte einige Zahlen mitgebracht. Vor allem Diebstähle gab es in Senzig, 30 an der Zahl, unter anderem wurden drei Autos geklaut, nur einmal wurde etwas aus einer Wohnung gestohlen. Ansonsten ragen noch zwölf Roheitsdelikte und zehn Betrugsfälle aus der Statistik heraus, in der auch eine Fischwilderei aufgeführt ist.

Senzig ist schon ziemlich sicher

Senzig ist ein sehr sicherer Ort“, sagte Revierpolizist Bert Obst zu den Straftaten. Unfallschwerpunkt ist hier der Edeka-Parkplatz, wo es beim Ein- und Ausparken öfter kracht. Und vor zwei Wochen prallten zwei Mädchen mit dem Fahrrad zusammen. Es war der erste Schulwegunfall in diesem Jahr.

Sicherheitspartner Bärenklau. Übergabe neue Jacken in Eichstädt. Oberkrämer Quelle: Robert Tiesler

Einen Bedarf für Sicherheitspartner sieht die Stadtverwaltung dennoch. „Der Wunsch nach Ansprechpartnern vor Ort ist groß“, sagte der zuständige Sachgebietsleiter, Kay Kutschbach. Das sei das deutliche Ergebnis einer Befragung unter den Einwohnern gewesen. Und das würden die vielen täglichen Beschwerden zur Ordnung und Sicherheit im Stadtgebiet zeigen.

Vorbeugen und abschrecken

Die Sicherheitspartner sollen vor allem vorbeugend tätig sein und beispielsweise Diebe oder Umweltsünder abschrecken. Sie können bei der Schulwegsicherung helfen und melden gefährliche Stellen oder defekte Straßenlampen. „Das Aufgabengebiet ist sehr vielfältig“, sagte Präventionsexperte Andreas Pauli von der Polizei. Knöllchen dürfen sie aber nicht verteilen.

Die Sicherheitspartner

Vorschläge für Sicherheitspartner kommen aus den Orten. Die Polizei überprüft die Bewerber, der Stadtrat ernennt sie.

Die Freiwilligen bekommen einen Ausweis und eine Weste mit der Aufschrift „Sicherheitspartner“, außerdem werden sie geschult. Es gibt einmalig 150 Euro für Anschaffungen. Die monatliche Aufwandsentschädigung beträgt 30 Euro.

Die Königs Wusterhausener SVV hatte im April beschlossen, Sicherheitspartnerschaften zwischen Polizei, Ordnungsamt, Präventionsrat und engagierten Bürgern ins Leben zu rufen.

Sicherheitspartner haben keine hoheitlichen Rechte, sie nehmen nicht die Aufgaben der Ordnungshüter war. Sie sind unbewaffnet.

Gute Erfahrungen in anderen Orten

Susanne Heinrich berichtete von guten Erfahrungen. „In den Gemeinden ist das subjektive Sicherheitsgefühl der Bewohner besser, auch Straftaten und Ordnungsdwidrigkeiten gingen zurück.“ In Königs Wusterhausen gab es schon einmal Sicherheitspartner. Sie wurden Mitte der 1990er Jahre eingesetzt, als es in der Region viele Bungalow-Einbrüche gab. Vor zwei Jahren wurde das Projekt eingestellt, weil die Teilnehmer aus Altersgründen aufgeben mussten.

Wiederholung am 4. September

Am 4. September um 19 Uhr soll in Senzig die Informationsveranstaltung wiederholt werden. Kay Kutschbach ist zuversichtlich, dass sich doch noch Interessenten finden. „So etwas muss wachsen. Bei den Umweltwochen haben wir mit zehn Leuten angefangen, jetzt haben wir mehr als 200 Unterstützer“, sagte er. Ebenfalls im September wird eine Veranstaltung in der Kernstadt geben, der genaue Termin steht noch nicht fest.

Von Frank Pawlowski

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