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Königs Wusterhausen Nach Briefkastenbrand: Post will verkohlte Briefe noch zustellen
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00:21 05.01.2019
Briefkasten brennt aus in Königs Wusterhausen Quelle: Gerlinde Irmscher
Königs Wusterhausen

 Wer in diesen Tagen im Stadtzentrum von Königs Wusterhausen Briefe in den Briefkasten in der Friedrich-Engels-Straße werfen will, findet dort nur gähnende Leere vor. Nachdem der Briefkasten vor der Postbankfiliale am Neujahrsmorgen in Brand geraten war (die MAZ berichtete), wurde der Behälter abmontiert.

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit war hier Pyrotechnik im Spiel“, sagte ein Polizeisprecher der Direktion Süd am Mittwoch auf MAZ-Anfrage. Nach Angaben der Polizei hatte ein Passant bemerkt, dass es aus dem Briefkasten in der Friedrich-Engels-Straße heraus gequalmt hatte. Er alarmierte die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte versuchten, die Briefe zu retten. Dutzende Briefe verbrannten. Das, was übrig blieb, übergaben die Feuerwehrleute der Polizei.

Gähnende Leere, wo vor Kurzem noch der Briefkasten war: Dieser wurde nach dem Brand abmontiert. Quelle: Josefine Sack

Brandursache Silvesterknaller

„Nach Abschluss der Ermittlungen werden die Briefe beziehungsweise, das, was davon übrig ist, wieder an die Post übergeben“, sagte der Polizeisprecher. Für diejenigen Absender, die zum Jahreswechsel Briefe über den Postkasten vor der Filiale in der Friedrich-Engels-Straße verschicken wollten, besteht zumindest ein winziger Funken Hoffnung – sofern ihre Sendung nicht komplett abgebrannt ist. „Wir geben uns große Mühe, die Briefe nach der Spurensicherung durch die Polizei noch zuzustellen“, sagt Hans-Christian Mennenga, Leiter der Pressestelle Nord der Deutschen Post DHL Group.

Letzte Station „Briefermittlung“

Selbst bei „stark verkohlten Sendungen“, bei denen zwar der Brief an sich zerstört wurde, aber der Inhalt – etwa kleine Geschenke, Schlüssel oder Schmuck – womöglich vom Feuer verschont geblieben ist, würden aufbewahrt. „Bei uns kommt nichts weg“, sagt Mennenga. Der Sprecher verweist auf die sogenannte Briefermittlungsstelle der Post im hessischen Marburg. Dabei handelt es sich um eine Art Fundbüro für Briefe. Adresse falsch, Absender unbekannt: Jeden Tag können in Deutschland tausende Briefe nicht zugestellt werden, weil Angaben fehlen. Oder aus anderen Gründen, einem Briefkastenbrand zum Beispiel. „Unanbringlich“ heißen solche Sendungen im Post-Jargon. In der Briefermittlungsstelle arbeiten rund 100 Mitarbeiter. Sie sind die einzigen Angestellten im gesamten Post-Konzern, die die Post fremder Leute öffnen dürfen und so verloren geglaubte Post doch noch zuzustellen.

Teilweise macht die Deutsche Post ihre Briefkästen über Silvester aus Angst vor Vandalismus dicht. Darüber, welche Standorte besonders gefährdet sind, wollte sich der Sprecher „aus strategischen Gründen“ nicht äußern. Wann ein neuer Postkasten aufgestellt wird, konnte er noch nicht sagen. Briefe können vorübergehend zu den Öffnungszeiten direkt in der Filiale abgegeben werden.

Von Josefine Sack

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