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Königs Wusterhausen Pferde sind jetzt obdachlos
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00:42 28.04.2018
Angelika Konrad und Ortsvorsteher Martin Meinert (CDU) vor einer Pferdekoppel, auf der die Tiere weiden. Quelle: Frank Pawlowski
Kablow

Die Sache ist erledigt. Aber Angelika Konrads Ärger ist noch nicht verflogen. Den Unterstand für ihre sechs Pferde auf einer Koppel in Kablow hat sie abreißen müssen. Das Bauamt hat es so entschieden. „Ich wurde hingestellt wie eine dumme Göre und wurde runtergemacht“, sagt die 57-Jährige.

Viele Jahre störte sich niemand

Die MAZ berichtete im vorigen September schon einmal über den Fall. Damals war schon klar, dass es eine Lösung im Sinne der Kablowerin nicht geben würde. Sie hätte den Unterstand gerne behalten, der viele Jahre niemand störte und den ihr verstorbener Mann einst auf Geheiß der Naturschutzbehörde errichtete. Er war als Schutz für die Pferde gedacht, die ganzjährig auf der Koppel sind.

Angelika Konrad hatte „kein Privileg“

Doch nach mehreren Lokalterminen und einem umfangreiche Schriftwechsel mit den Bauaufsehern wurde schließlich doch der Abriss angeordnet. Eine Kreissprecherin begründete jetzt noch einmal, warum es dazu kam. Für den Unterstand im Außenbereich habe die Kablowerin „keine Privilegierung im Sinne des Baurechts als Landwirtin nachweisen“ können.

Ermessensspielraum ausgeschöpft

Davon sei die Naturschutzbehörde aber einst ausgegangen, als sie die „landschaftsschutzrechtliche Genehmigung“ erteilt habe, einen Unterstand in bestimmter Größe aufzustellen. Er wäre dennoch geduldet worden, aber er sei 3,18 Quadratmeter zu groß gewesen. „Der Ermessensspielraum ist nach vier Jahren ausgeschöpft“, so die Kreissprecherin.

Ein Umzug kommt nicht in Frage

Angelika Konrad hat sich mit der Entscheidung abgefunden, ihre Pferde wohl weniger. „Erna war ganz entsetzt, dass der Unterstand weg ist“, erzählt sie. Die Tiere sind ihr Hobby, sie will sie behalten. Aus Kablow fortgehen will sie nicht. „Warum sollte ich das tun?“, fragt Angelika Konrad. Ihr gehört die Koppel, eine weitere benachbarte Fläche hat sie gepachtet.

Ortsvorsteher kritisiert unflexible Behörden

Kablows Ortsvorsteher Martin Meinert (CDU) hatte noch vergeblich versucht, zu vermitteln. Er hätte sich mehr Fingerspitzengefühl von den Verantwortlichen im Bauamt gewünscht und kritisiert die Entscheidung. „Mich ärgert, dass Behörden in Fällen wie diesen so unflexibel sind.“

Von Frank Pawlowski

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