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Königs Wusterhausen Mädchen begeistern für Informationssicherheit
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16:31 24.09.2018
TH-Professorin Margit Scholl und Mitarbeiter Peter Koppatz erklären, wie Texte verschlüsselt werden können.
TH-Professorin Margit Scholl und Mitarbeiter Peter Koppatz erklären, wie Texte verschlüsselt werden können. Quelle: Karen Grunow
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Königs Wusterhausen

„Ich finde es unheimlich wichtig“, sagt Lehrer Ralf Schollbach über den Versuch, Neuntklässler der Königs Wusterhausener Hans-Bredow-Oberschule für den sichereren Umgang mit Smartphone und Co. zu sensibilisieren. Zwei Tage lang durchlaufen sie verschiedene Stationen, an denen sie spielerisch ihren eigenen Umgang mit Apps, Fotos und Passwörtern in der digitalen Welt austesten und hinterfragen können.

Ausgedacht haben sich diese speziellen Lernszenarien die Spezialisten der Technischen Hochschule Wildau um die Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik-Professorin Margit Scholl, die seit Jahren im Bereich IT-Sicherheit aktiv ist. Mit ihrem Team darf sie sogar spezifische Schulungen zum IT-Sicherheitsbeauftragten anbieten. Damit die Menschen aber nicht erst im Erwachsenenalter umsichtiger mit ihren Daten umgehen lernen, gibt es nun zwei besondere Projekte für Schüler. Eines soll insbesondere Mädchen neugierig machen auf das Berufsfeld Informationssicherheit. Es trägt den etwas sperrigen Titel„Gendersensible Studien- und Berufsorientierung für den Beruf Security-Spezialistin“ und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mehrere Schulen sind an dem Projekt beteiligt

Die Königs Wusterhausener Oberschüler sind die ersten, die mittels Lernszenarien an das Projekt herangeführt werden. Als Pilotmaßnahme sind sie selbst wesentlicher Teil davon; ihre Rückmeldungen, ihr Interesse am Thema helfen den Wissenschaftlern. Auch das Friedrich-Schiller-Gymnasium beteiligt sich noch am Projekt.

Doch erst einmal durchlaufen die Bredow-Oberschüler die insgesamt sechs Stationen, es gibt Mädchen-Teams und Jungen-Gruppen, die probieren, Texte geschickt zu ver- und entschlüsseln, die anhand des Profils einer fiktiven Person deren Passwörter knacken lernen, um so bei den eigenen umso vorsichtiger zu werden. Sie lernen, wo zum Beispiel auf einer Klassenfahrt überall Datenklau passieren kann, welche Apps worauf zugreifen können oder worauf beim Fotografieren Rücksicht genommen werden muss. Demnächst werden dann alle Mädchen und Jungen direkt an die Wildauer Hochschule fahren. „Da geht es dann darum, dass wir das Berufsbild näher erläutern“, erklärt Frauke Fuhrmann, welche die operative Projektleitung inne hat. Dafür hat sie Interviews mit Frauen durchgeführt, die erfolgreich als Security-Spezialistin arbeiten.

Regina Schuktomow von der TH Wildau an einer der Lernstationen für Schüler. Quelle: Karen Grunow

Ob Joanne sich diesen Job für sich später vorstellen kann? „Ich weiß noch nicht“, sagt sie, erzählt zugleich aber, dass Informatik tatsächlich ihr Lieblingsfach ist und sie über einen in dem Bereich arbeitenden Onkel schon einiges wisse. „Da sollte man sich schon mal durchgelesen haben, was das bedeutet“, kommentiert die 15-Jährige den oft leichtfertigen Umgang mit Apps.

Von Karen Grunow