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Königs Wusterhausen Ringstraße statt Bullenberg
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02:17 26.05.2018
Neben der Turnhalle in der Ringstraße soll die neue Grundschule gebaut werden.  Das Jugendzentrum im gelben Haus zieht um.
Neben der Turnhalle in der Ringstraße soll die neue Grundschule gebaut werden. Das Jugendzentrum im gelben Haus zieht um. Quelle: Frank Pawlowski
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Senzig

Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) hat den angekündigten Standortvergleich für den Neubau der Grundschule in Senzig vorgelegt und die Ringstraße 28 als geeignet vorgeschlagen. Der Bullenberg an der Chausseestraße scheidet demnach ebenso für den Neubau aus wie der derzeitige Schulstandort in der Lindenstraße.

Fertigstellung im Februar 2022 geplant

Laut dem Vorschlag soll die neue Schule in der Ringstraße von April 2020 bis Dezember 2021 gebaut und im Februar 2022 in Betrieb genommen werden. Das alte Schulgebäude in der Lindenstraße soll eine Art

Das Gelände an der Ringstraße. Quelle: Frank Pawlowski

Gemeindezentrum mit Räumen für Behörden, Ehrenamt und Freizeit sowie für Vereine und Musikgruppen werden.

Jugendclub zieht um

Auch der Jugendclub in der Ringstraße, der dem Schulneubau weichen müsste, könnte dort einziehen. Der Bolz- und Spielplatz soll ebenfalls dorthin verlegt werden. Die Turnhalle in der Ringstraße soll modernisiert, die Sportflächen sollen erweitert werden. Die Gesamtkosten dieser Variante werden auf 12,1 Millionen Euro geschätzt.

Ringstraße wurde vor zwei Jahren abgelehnt

Die Ringstraße war im Jahr 2016 vom damaligen Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) schon einmal als Schulstandort vorgeschlagen worden. Der Senziger Ortsbeirat und die Königs Wusterhausener

Die vorhandenen Sportflächen sollen erweitert werden. Quelle: Frank Pawlowski

Stadtverordnetenversammlung lehnten diese Variante aber ab. Der Ortsbeirat sprach sich damals einstimmig für den Bullenberg aus, so wurde es daraufhin auf Antrag von SPD, CDU und Linken in der SVV mit großer Mehrheit beschlossen.

Ortsbeirat berät über Aufhebung des Beschlusses

Dieser Grundsatzbeschluss soll nun aufgehoben und gleichzeitig die Ringstraße als Schulstandort beschlossen werden. Erstmals steht die Vorlage im Senziger Ortsbeirat am 29. Mai auf der Tagesordnung, anschließend geht sie in die SVV-Ausschüsse. Die öffentliche Sitzung im Kirchgemeindehaus in der Chausseestraße 59 beginnt um 18 Uhr.

Nur empfehlender Charakter für die SVV

Ortsvorsteher Günter Hörandel (WfKW) gab auf MAZ-Anfrage keinen Kommentar ab. „Ich will mich im Vorfeld nicht dazu äußern“, sagte er am Mittwoch. Hörandel ist ein Bullenberg-Befürworter. Eine Entscheidung im

Das Schulgebäude in der Lindenstraße soll zum Gemeindezentrum werden. Quelle: Frank Pawlowski

Ortsbeirat hat nur empfehlenden Charakter und ist nicht bindend für die SVV.

Neuer Bürgermeister stoppte Bullenberg-Projekt

Mehrere Senziger Einwohner hatten zuletzt im Stadtrat darauf gedrungen, den Beschluss zum Schulneubau am Bullenberg endlich umzusetzen, darunter war der Eltersprecher der Schule. Bürgermeister Swen Ennullat hatte das Bullenberg-Projekt kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober 2017 auf Eis gelegt, den Schulneubau selbst aber nicht in Frage gestellt.

Zu viele ungeklärte Fragen

Ungeklärte Grundstücks- und Finanzierungsfragen waren die Hauptgründe. Die Aufgabe des Bullenberg-Standortes begründet Ennullat mit zahlreichen Einwänden im Rahmen der Bürgerbeteiligung, die sich auch auf die fehlende Prüfung von Alternativstandorten bezogen. Außerdem sei der Neubau in der Ringstraße wirtschaftlicher.

Was für den Bullenberg spricht

Der Senziger Ortsbeirat und die SVV hatten hingegen den Bullenberg bevorzugt, weil er „allen schulischen Bedürfnissen“ gerecht werde. Hauptargumente waren die besseren Sportmöglichkeiten in einer neuen

Der Bullenberg kommt für die Stadtverwaltung als Schulstandort nicht mehr in Frage. Quelle: Frank Pawlowski

Halle sowie die Schaffung eines attraktiven Ortsbildes. Diese „wichtigen Gründe überwiegen die wirtschaftlichen Aspekte“, hieß es in dem damaligen SVV-Beschluss.

Schülerzahlen bleiben hoch

Der Schulneubau ist notwendig, weil laut Stadtverwaltung das Gebäude in der Lindenstraße zu klein ist sowie moderne Standards nicht erfüllt. In der Kleinen Grundschule lernen 170 Mädchen und Jungen. Es wurden schon Container aufgestellt, weil der Platz nicht reicht. Bis zum Schuljahr 2024/25 rechnet die Stadtverwaltung mit einer durchgehenden Zweizügigkeit.

Von Frank Pawlowski