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Königs Wusterhausen Sparkasse in Senzig schließt: Das sagen Kunden
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00:26 15.06.2019
Die Geschäftsstelle der Sparkasse in der Chausseestraße in Senzig wird am 31. Oktober dieses Jahres geschlossen. Quelle: Fotos: Frank Pawlowski (2)
Senzig

Der Parkplatz vor dem Edeka-Markt in der Chausseestraße in Senzig ist an diesem Vormittag gut gefüllt. Es ist ein Kommen und Gehen. Viele Ältere erledigen ihre Einkäufe. Manche gehen noch kurz hinüber auf die andere Straßenseite zu Bäcker Wahl oder nebenan in die Sparkasse. Geld abheben oder Bankgeschäfte erledigen können die Senziger hier bald nicht mehr. Die Filiale schließt am 31. Oktober 2019 ihre Pforten.

Rentner Gerhard Scholz findet es schade, dass ein Treffpunkt im Ort verschwindet. Quelle: Frank Pawlowski

Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung verbreitet sich allmählich. Rentner Gerhard Scholz hat noch nicht davon gehört und ist enttäuscht. „Das ist eigentlich ein Unding und sehr schade, ein kommunaler Treffpunkt ist dann weg“, sagt der 71-Jährige. Für die überwiegend älteren Einwohner von Senzig sei das ein Verlust, und für das Dorfzentrum an der Chausseestraße ebenso. Das findet auch der 83 Jahre alte Günter Wierzchowski, der auf dem Parkplatz gerade seinen Einkauf im Auto verstaut. „Das ist der ideale Platz hier, weil alles auf einem Fleck ist“, sagt er. Die Schließung der Sparkasse sieht er dennoch gelassen. „Dann muss ich eben immer nach Königs Wusterhausen, solange ich Auto fahren kann, ist das in Ordnung“, sagt er und fügt hinzu: „Aber das ist eben mit Zeit und Wegen verbunden.“

„Kein Problem“

Ein älterer Herr kommt aus der Sparkasse, sagt: „Ich habe kein Problem damit.“ Er habe sowieso oft in Königs Wusterhausen zu tun. Sebastian Schmidt hielt kurz an, um Geld abzuheben. „Ich bin jung und mobil, deshalb ist es für mich kein Problem, woanders hinzufahren.“

Günter Wierzchowski MBS schließt ihre Geschäfsstelle in Senzig am 31.10.2019, Kunden reagieren im Juni enttäuscht und gelassen Quelle: Frank Pawlowski

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse, MBS, begründet die Schließung der Senziger Filiale mit der „rückläufigen Kundennachfrage und unterdurchschnittlichen Auslastung des Geldautomaten“. Laut Sprecherin Daniela Toppel werde deshalb auch die Selbstbedienungstechnik abgebaut. „Die Mehrheit der Senziger Kunden nutzt jetzt schon die Geldautomaten insbesondere in Königs Wusterhausen“, sagt sie. Die Stadt sei mit Ämtern, Ärzten und Einzelhandel ohnehin ein Anlaufpunkt. Außerdem halte die MBS hier ein größeres Leistungsangebot vor. Auf die Frage, ob weitere Filialen in Königs Wusterhausener Ortsteilen geschlossen werden, antwortete sie: „Derlei Pläne gibt es nicht.“

Briefe an Sparkassen-Kunden

Die Sparkasse hat in Briefen ihre Senziger Kunden um Verständnis gebeten. Für hochwertige Beratungen würden Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Fachkenntnissen an einem Ort benötigt. Das sei in Kleinstfilialen nicht leistbar und in immer weniger ausgelasteten Geschäftsstellen wie in Senzig „auf Dauer auch nicht wirtschaftlich“, heißt es in dem Schreiben, das in einer Facebook-Gruppe veröffentlicht wurde. In mehreren Kommentaren wird bedauert, dass nicht wenigstens ein Geldautomat in Senzig bleibt.

Persönlicher Kontakt fehlt

Rentner Gerhard Scholz ist aber gerade der persönliche Kontakt in der Sparkasse wichtig. „Die Mitarbeiterinnen sind dann weg, mit wem soll ich mich dann noch unterhalten? Sie sind sehr nett, aufmerksam und servicefreundlich“, sagt er. Die Konzentration des Angebotes in Königs Wusterhausen sieht er skeptisch. „Man wird dann lange warten müssen, wenn man am Konto etwas zu erledigen hat“, befürchtet er.

Ortsvorsteher Günter Hörandel fordert seit langem bessere Busverbindungen nach Königs Wusterhausen. Durch die Schließung der Sparkasse werde das noch wichtiger, meint er. Quelle: Frank Pawlowski

Ortsvorsteher Günther Hörandel ist selbst Sparkassen-Kunde. „Ich war überrascht und enttäuscht, als ich von der Schließung erfuhr“, sagt er. Er habe seine Bedenken gegenüber der MBS in die Waagschale geworfen, gebracht habe das aber nichts. Hörandel will sich nun verstärkt für bessere Busverbindungen nach Königs Wusterhausen einsetzen, die er seit langem fordert. Die Busse müssten mindestens im Zweistunden-Takt fahren, meint er.

Ende 2018 hatte die MBS ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen ihre Geldautomaten in Teupitz und Märkisch Buchholz abgebaut. Proteste von Einwohnern, die sich abgehängt fühlten, verhinderten das nicht. Landrat Stephan Loge (SPD) hatte sich im Verwaltungsrat der Sparkasse vergeblich für den Erhalt der Geldautomaten eingesetzt.

Von Frank Pawlowski

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