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Königs Wusterhausen Solarstrom auf dem Schuldach: Vorzeige-Projekt steht vor dem Aus
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20:11 27.09.2019
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Königs Wusterhausen. Quelle: Uwe Peschel
Königs Wusterhausen

Die Energiewende fand im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Königs Wusterhausen schon vor 20 Jahren statt. Damals wurde auf Initiative einiger Schüler die erste Photovoltaik-Anlage auf dem Dach moniert. Schon bald kamen weitere Anlagen hinzu. Die Schülerfirma Energie-Team wurde gegründet – eine Aktiengesellschaft. Sie machte sich mit ihren Solarprojekten bundesweit einen Namen und wurde mehrfach ausgezeichnet. Jetzt droht den Anlagen ein unrühmliches Ende.

Solaranlagen müssen weichen

Das Gebäude in der Köpenicker Straße soll aufgestockt werden. Die Solaranlagen müssen deshalb verschwinden. Neben den Modulen auf dem Dach gehören Messinstrumente und Werkzeuge dazu. Der Mitinitiator des Projekts und frühere Lehrer Uwe Peschel schätzt den Gesamtwert auf 30.000 Euro. Er ist alarmiert und befürchtet, dass alles als Sondermüll entsorgt wird.

Das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Königs Wusterhausen. Die Solaranlage befindet sich auf dem Dach des Altbaus. Quelle: Frank Pawlowski

Gerade angesichts der aktuellen „Fridays for Future“-Klimastreiks hält er das für absurd. „Schüler des Gymnasiums haben die Demonstrationen in Königs Wusterhausen mitorganisiert, gleichzeitig wird ruiniert, was ihre Vorgänger für den Klimaschutz geschaffen haben. Das ist unglaubwürdig“, sagt Uwe Peschel. Er war zuletzt Vorstandschef der Energie-Teams und sieht sich immer noch in dieser Funktion. Die Firma ist zwar nicht mehr tätig, sei aber auch niemals aufgelöst worden.

Peschel beklagt ein allgemeines Desinteresse an dem einstigen Vorzeigeprojekt. So habe in der Schule niemand einen Überblick über die Technik, „geschweige denn ein Interesse daran“, zitiert er eine Führungskraft des Gymnasiums. Hilfesuchend wandte er sich deshalb an den Kreistag. Die SPD-Abgeordnete Tina Fischer stellte daraufhin eine offizielle Anfrage an den Landrat. Eine Antwort steht noch aus. Der Landkreis Dahme-Spreewald ist der Schulträger des Gymnasiums.

Unklare Eigentumsverhältnisse

Ob der Kreis damit auch für die Solaranlagen zuständig ist, scheint noch unklar zu sein. Sprecher Bernhard Schulz sagte auf MAZ-Anfrage, die Eigentumsverhältnisse seien ungeklärt. Fest steht laut Schulz aber, dass die Anlagen wegen des geplanten Ausbaus in jedem Fall demontiert werden müssten. Eine Begutachtung habe ergeben, dass sie „nicht mehr funktionstüchtig sind und zu entsorgen wären“. Die Verfahrensweise werde in den kommenden Wochen abgestimmt. Die Schulleitung wollte sich gegenüber der MAZ nicht äußern.

Lambert Wolff war Mitinitiator der Klimastreiks in Königs Wusterhausen. Er plädiert für einen Wiederaufbau der Solaranlagen auf dem Dach nach den Bauarbeiten. Quelle: privat

Uwe Peschel beteuert, dass die Solaranlagen dem Landkreis gehören. Akten, die das belegen, hätte er schon vor Jahren an die Verantwortlichen übergeben. Dass die Module nicht mehr funktionieren, bezweifelt er ebenfalls. Peschel will erreichen, dass die Anlagen eingelagert oder einer anderen Bildungseinrichtung zur Verfügung gestellt werden. Interessenten dafür gebe es bereits.

Laut Peschel deckte der selbst erzeugte Solarstrom ein Zehntel des Energiebedarfs des Gymnasiums ab. Die Einspeisung ins zentrale Stromnetz brachte jährlich 1500 Euro ein. „Das war extrem lukrativ“, sagt er. Das Geld sei stets an den Förderverein der Schule geflossen. Der Vertrag laufe noch bis 2021.

Vorschlag zum Wiederaufbau

Klimastreik-Initiator Lambert Wolff hat am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in diesem Jahr das Abitur gemacht. Er hat von den Solaranlagen und dem Energie-Team gehört. „Allerdings war das in den letzten Jahren nicht mehr so präsent. Das ist schade, denn das war immer eine gute Sache“, sagt er. Wolff hofft, dass die Module doch nicht im Sondermüll landen. „Es wäre schön, wenn sie nach dem Umbau auf dem Dach wieder einen Platz finden.“

Von Frank Pawlowski

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