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Königs Wusterhausen Annegrit Hübner: „Klimaschutz funktioniert nicht ohne Innovation“
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen

Vor der Wahl 2021 Was bewegt Sie Annegrit Hübner aus KönigsWusterhausen

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10:37 31.08.2021
Annegrit Hübner
Annegrit Hübner Quelle: privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Annegrit Hübner (21) aus Königs Wusterhausen (Dahme-Speewald).

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Ich sitze grade mit einem dampfenden Kaffee an meinem Küchentisch und kann den Blick in den Garten schweifen lassen. Unser Kirschbaum steht vor dem Fenster und die ersten Blätter beginnen sich herbstlich rot zu färben.

Der Großteil des Lebens spielt sich vor dem Laptop ab

Beschreiben Sie uns einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Wenn es mir gelingt, versuche ich nicht zu spät aufzustehen, um einen möglichst produktiven Tag zu haben. Ich mache einigen Morgenübungen und hole mir dann mein tägliches Obst und Gemüse aus dem Garten. Dann setzt auch schon der klassische Homeoffice-Trott ein. Egal ob Uniaufgaben, Arbeit, Ehrenamt oder Freizeit, der Großteil spielt sich vor dem Laptop ab. Abends kann ich dann meistens keine Bildschirme mehr sehen, dann nutze ich die Zeit lieber für Spaziergänge oder für das ein oder andere Buch.

Der Nahverkehr in KW lässt sehr zu wünschen übrig

Sie wohnen in Königs Wusterhausen– was gefällt Ihnen dort, was nicht?

Ich wohne im Zentrum von Königs Wusterhausen, nahe an unserem schönen Stadtkern und unserem begrünten Kanal. Ich genieße es sehr, dass wir genau zwischen Großstadtrummel und Dorfleben liegen. Ich denke, dass es wie in jeder Stadt einiges zu tun gibt, aber am meisten würde ich mir einen besser getakteten ÖPNV wünschen. Die Busse in die Ortsteile gehen teilweise nur einmal die Stunde und auch die Bahnanbindung nach Berlin müsste weiter ausgebaut werden. Das würde die Attraktivität der Stadt vor allem für junge Menschen steigern.

Klimaleugner machen mich wütend

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Am meisten ärgert und schockiert es mich, dass wir nach dem neusten IPCC-Bericht eine globale Erwärmung von 1,5 Grad wahrscheinlich schon 2030 erreichen werden. Ich kann nicht verstehen, wie es immer noch Menschen geben kann, die am Klimawandel oder an der Relevanz von Klimaschutz zweifeln können.

Was müsste passieren, damit es besser wird?

In meinen Augen gibt es zwei entscheidende Faktoren: Zum Ersten müssen wir aufhören, Zeit damit zu vergeuden, zu diskutieren, wer denn nun handeln muss, die Verbraucherinnen und Verbraucher oder die Politik. Beides ist notwendig, das eine kann nicht effektiv ohne das andere wirken. Zum anderen sollte vielmehr Förderung und monetäre Mittel in die Forschung investiert werden. Klimaschutz kann nicht flächendeckend ohne Fortschritt und Innovation passieren.

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Für mich ist es sehr kostbar geworden, andere Menschen zu treffen oder diese kleinen alltäglichen Gespräche am Gartenzaun zu führen. Meine Familie zu sehen, mit Freunden in eine Bibliothek zu fahren, mit meinem Partner essen gehen – alles Dinge, die ich früher genossen, aber weniger geschätzt habe als jetzt in der Pandemie.

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Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Tatsächlich bin ich schon politisch aktiv. Ich bin die stellvertretende Vorsitzende des Jugendbeirates der Stadt Königs Wusterhausen. Der Beirat ist ein parteiunabhängiges Gremium, das der Stadtverordnetenversammlung beratend beiseitesteht. Wir repräsentieren die jungen Menschen unserer Stadt und ermöglichen so die Partizipation unserer Generation in der Kommunalpolitik.

Studierende haben sich in der Pandemie vergessen gefühlt

Wenn Sie Bundeskanzlerin wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich denke an zwei Handlungen, die eine wäre die benannten Förderungen für Forschung und Wissenschaft auf den Weg zu bringen, die andere wäre ein direktes und öffentliches Wort an alle Studierenden und Auszubildende zu richten. Die Pandemie ist für keinen einfach, aber oft haben wir uns sehr vergessen gefühlt. Das würde ich anders lösen wollen.

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Von MAZonline