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Königs Wusterhausen Genossenschaft hält Kaltmieten seit 25 Jahren unverändert
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15:34 04.02.2020
Wohnungsgenossenschaft Königs Wusterhausen, Haus Fontanestraße Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

Geringer Leerstand, stabile Mieten, Neubauprojekte – das ist die Situation der Wohnungsgenossenschaft Königs Wusterhausen (WGKW). In der Wohnanlage „Nottegärten“ bietet sie ihren Mitgliedern seit kurzem mit sechs Reihenhäusern mitten in der Stadt sogar erstmals einen völlig neuen Wohnungstyp an. Mit diesem im Mai 2018 begonnenen Bau betrat das Unternehmen Neuland, wollte Familien eine Chance geben, die gern großzügig wohnen, aber aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht unbedingt von den eigenen vier Wänden träumen. „Mit Baukosten von insgesamt knapp 2,6 Millionen Euro war dies betriebswirtschaftlich zweifellos ein Wagnis, aber es ist rundum geglückt“, sagt Vorstand Ralf Kneller. Die sechs Reihenhäuser mit Wohnflächen zwischen 132 und 150 Quadratmeter sind seit Oktober mit Kaltmieten unter zehn Euro pro Quadratmeter voll vermietet. Ihre Ausstattung ist mit zwei Bädern, Fußbodenheizung sowie jeweils zwei Pkw-Stellplätzen beziehungsweise bei den Endhäusern sogar mit einer Garage hochwertig. Die Mieter wissen dabei vor allem die Lage der Häuser mitten in der Stadt gegenüber vom Hockeyplatz mit Kita, Gymnasium und Kaufland in direkter Nachbarschaft zu schätzen.

Ralf Kneller, Vorstand Wohnungsbaugenossenschaft Königs Wusterhausen Quelle: Franziska Mohr

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Dächer werden ausgebaut

Aber damit nicht genug. Die nächste Bauvoranfrage hat die Genossenschaft bereits eingereicht. Diesmal hat das Unternehmen für die Jahre 2021 und 2022 die Fontanestraße im Blick, wo sie die Giebeldächer ausbauen und in zwei der drei dort stehenden Wohnblocks noch ein zusätzliches Vollgeschoss „einschieben“ sowie einen Aufzug anbauen will. Als ein wenig schwierig erweist sich allerdings, dass die Treppenhäuser während der Bauphase zwei Wochen nicht genutzt werden können. Die Mieter müssen in dieser Zeit in Hotels oder Pensionen untergebracht werden.

Im Überblick

Die Wohnungsgenossenschaft Königs Wusterhausen ist gekennzeichnet durch:

1803 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 59,7 Jahren. 1416 Wohnungen, davon 698 Drei-Raum-Wohnungen. 0,7 Prozent Leerstandsquote

5,74 Euro beträgt die durchschnittliche Kaltmiete, 1,66 Millionen Euro Geschäftsguthaben, 59 Prozent Eigenkapitalquote

Freie Wohnungen hat die Genossenschaft bei einem Leerstand von unter einem Prozent nicht. Kneller ist dennoch optimistisch, dass in der Fontanestraße auf diese Weise 30 neue Wohnungen entstehen.

Aufzüge werden benötigt

Die Aufzüge werden dringend benötigt. „Die demografische Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen. 17 Prozent der Mitglieder unserer Genossenschaft sind 80 Jahre und älter“, betont der Vorstand. Aktuell verfügen mit 332 nur knapp ein Viertel aller Wohnungen der Genossenschaft über einen Lift. Angestrebt wird dies bei etwa der Hälfte aller Quartiere. Die Dauer dieses Vorhabens hängt aber maßgeblich davon ab, ob Bund und Land dafür neue Förderprogramme auflegen. Das hohe Durchschnittsalter lässt bei einem Mieterwechsel allerdings die Aufwendungen für die Instandhaltung kräftig in die Höhe schnellen.

Mitte dieses Jahrzehnts könnte auch der Baustart für eine mehrgeschossige Bebauung im Kirchsteig erfolgen, wo die Genossenschaft etwa in Höhe der Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes über ein etwa 4000 Quadratmeter großes Grundstück verfügt.

Sanierung wird nicht vernachlässigt

„Trotz unseres Engagements bei Neubauten vernachlässigen wir keinesfalls die Bestandspflege“, betont Ralf Kneller. So verfügt jetzt jede Wohnung der Genossenschaft – mit Ausnahme der Häuser im Kirchsteig, zu denen Mietergärten gehören – über einen Balkon. „Dabei wissen unsere Mitglieder natürlich zu schätzen, dass in unserer Genossenschaft die Kaltmieten seit 25 Jahren nicht erhöht wurden“, erklärt Kneller. Seit 1995 gab es keine Mietveränderungen. Eine Strategie, die die Genossenschaft von Jahr zu Jahr überprüft – aber wenn möglich, so wie auch 2020, beibehält.

Neue Leitungen und Glasfaserkabel

Das Sanierungsprogramm setzt die WGKW planmäßig fort. Aufgrund einer Strangsanierung sowie des Einbaus von Glasfaserkabel müssen sich unter anderem die Genossenschaftler in der Erich-Weinert-Straße 1 bis 4 in diesem Jahr auf eine 14-tägige Beeinträchtigung ihrer Wohnqualität einstellen. Glasfaserkabel werden die Handwerker auch in der Heinrich-von-Kleist-Straße 10 und 11 sowie in der Heinrich-Heine-Straße 48 bis 51 verlegen.

„Wohnen in einer Genossenschaft bedeutet auch ein größeres soziales Miteinander. Das ist ein Aspekt, der für viele unserer Mietinteressenten völlig neu ist“, betont Kneller. Das Unternehmen lädt seine Mitglieder beispielsweise zu zwanglosen Spielenachmittagen in den Bürgertreff am Fontaneplatz, zu Gymnastik- und Englischkursen sowie zu jährlichen, gemeinsamen Ausfahrten – in diesem Jahr ins Schlaubetal – ein.

Von Franziska Mohr

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