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Königs Wusterhausen Diese Zollstöcke sind nicht zum Messen da
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22:22 23.11.2019
Feuerwehr-Zollstöcke aus der Sammlung von Andreas Kinzel. Quelle: Frank Pawlowski
Zeesen

„Das ist sehr ungewöhnlich, das habe ich noch nicht gesehen!“ Mit fachmännischem Blick begutachtet Andreas Kinzel einen Zollstock. Vorne hat er die übliche Maßeinteilung, aber auf der Rückseite stehen in schwarzer und blauer Schrift detaillierte Anweisungen zum Messen. Jeder Abschnitt ist anders beschriftet. An einigen Stellen steht außerdem „Kipp ein“ und „Klapp aus“ oder „Klapp ein K134“ und „Klapp KS4“. Sammler Andreas Kinzel aus Rathenow hat bei der Mittelbrandenburgischen Zollstockbörse am Samstag im Zeesener Hagebaumarkt einen richtig guten Fang gemacht.

Klapp ein: Diesen Zollstock mit ungewöhnlicher Beschriftung auf der Rückseite brachte ein Besucher zur Börse. Sammler Andreas Kinzel griff bei dieser Rarität sofort zu. Quelle: Frank Pawlowski

Schon deshalb hat sich seine Teilnahme wieder gelohnt. Ein bisschen Glück war allerdings dabei. Denn als der Besucher mit dem ungewöhnlichen Zollstock auftauchte, waren die Stände schon abgebaut. Die Börse endete etwas früher als geplant. Andreas Kinzel war einer von 20 Sammlern, die am Vormittag ihre Schätze zeigten. Die Börse wird von Hilmar Wenk veranstaltet, der in Bestensee das Zollstockmuseum betreibt. Sie fand schon zum 16. Mal statt. Zeesen ist zu einem wichtigen Treffpunkt für Sammler geworden. Es gibt deutschlandweit nur eine handvoll Veranstaltungen dieser Art im Jahr.

Sammler Andreas Kinzel aus Rathenow. Quelle: Frank Pawlowski

Andreas Kinzel hat in Zeesen gut 100 Zollstöcke getauscht. Die neuen Errungenschaften wird er nun sorgfältig in seine große Sammlung daheim einordnen. Sie besteht aus sage und schreibe 27600 Exemplaren. Aus Platzgründen hat er in der Vier-Zimmer-Wohnung aber nur seine Lieblingsstücke an den Wänden ausgestellt. Die meisten Zollstöcke lagern in Bananenkisten. „Da passen sie am besten rein“, sagt der 62-jährige Angestellte.

Von der Sammelleidenschaft gepackt

Vor fast 20 Jahren hat ihn die Sammelleidenschaft gepackt, sein Schwager steckte ihn damit an. „Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt“, sagt Andreas Kinzel. Motive von Vereinen, Firmen oder Feuerwehren zieren seine Zollstöcke, es gibt sogar welche mit Erotikbildern. Er sammelt zu Themen wie Sport, DDR oder Humor und bevorzugt Zollstöcke aus echtem Holz. Er hat Modernes und Historisches in seiner Sammlung, ganz kurze und vier Meter lange Zollstöcke. Das wertvollste Exemplar ist aus Elfenbein, es kostet 250 Euro.

Das Maß der Dinge war für Sammler die 16. Mittelbrandenburgische Zollstockbörse in Zeesen. 20 Aussteller zeigten ihre Schätze und tauschten eifrig Raritäten.

Für Andreas Kinzel sind das alles Kunstwerke, die er gerne betrachtet. Und so werden sie auch behandelt. „Gemessen wird damit nicht“, sagt er augenzwinkernd. Jedenfalls in der Regel nicht. Seine Frau Christel Kinzel, die ihn zu Börsen und Messen begleitet, verdreht die Augen und schmunzelt, als er das sagt. „Ich muss immer fragen, wenn ich mal einen Zollstock brauche“, sagt sie.

Spende für das Krankenhaus

Zum Auftakt der Börse wurde traditionell ein Bestensee-Zollstock für einen guten Zweck versteigert. Der Bestenseer Zahntechnikmeister Heiko Grasse erwarb ihn für 500,02 Euro. Das Geld geht als Spende an die Kinder- und Jugendstation des Achenbach-Krankenhauses in Königs Wusterhausen. Chefarzt Torsten Karsch nahm den symbolischen Scheck entgegen.

Von Frank Pawlowski

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