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Königs Wusterhausen Nach zwölf Jahren: Letzte Straße im Wohnpark Königsufer übergeben
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12:12 10.10.2019
Scherenschnitt mit Bürgermeister Ennullat (2.v.r.) sowie WaSZ-Geschäftsführern Colin de Lage (2.v.r.) und Arnold Onnebrink (3.v.r.). Die frühere Ortsvorsteherin Marianne Reichelt (r.) wurde aufgrund ihres langen Einsatzes für das Projekt ebenfalls hinzugebeten. Quelle: Oliver Fischer
Zernsdorf

Wenn am Ende das Band durchgeschnitten wird, sieht immer alles so einfach aus. Am Dienstag standen sie alle aufgereiht auf der Lilienthal-Straße im Zerndorfer Wohnpark Königsufer und lächelten in die Kameras: Colin de Lage, Geschäftsführer Wohnen am See GmbH, sein Co-Geschäftsführer Arnold Onnebrink, Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW), Lars Kolbig, Prokurist der großen Tiefbaufirma RAKW – alle mit kleinen Scheren bewaffnet. Dann machte es einmal schnipp, und die Straße war freigegeben, fast wie von Zauberhand. Die gigantische Leistung, die zwölf Jahre unermessliche Mühe, die hinter diesem Akt lag: Sie war in diesem Moment nicht ansatzweise ersichtlich. Aber das ist vielleicht auch gut.

Zwölf Jahre lang wurde das Gelände entwickelt

Mit der Freigabe der Lilienthalstraße endet für die Wohnen am See Zernsdorf GmbH ein Mammutprojekt. Zwölf Jahre lang hat das Unternehmen die 28 Hektar große Fläche entwickelt, 13 Straßen gebaut, Flächen für 450 Wohneinheiten parzelliert und vermarktet – und musste dabei ungeheure Anstrengungen auf sich nehmen. Denn auf dem Gelände, das die Gesellschaft 2007 der Bahn abgekauft hatte, standen ursprünglich ein Betonwerk und ein Schwellenwerk. Was vor allem auf dem Gelände des Schwellenwerks bedeutete, dass dort mehr als 100 Jahre lang großzügig mit Teeröl gearbeitet wurde, was eine Bodenverseuchung ungekannten Ausmaßes zur Folge hatte.

„Damals kam unser Geschäftspartner Wilko Werner zu uns und erzählte uns von einem Grundstück in toller Lage, das wir entwickeln könnten“, erzählte Colin de Lage in seiner Rede. „Als wir das Grundstück besichtigt hatten, schauten wir uns nur an. Wie es dort aussah! Und wie es dort roch!“ Arnold Onnebrink spricht unverholen von „einer der dreckigsten Flächen, die es in Brandenburg gab“.

Luftaufnahme von 1992 mit dem Schwellenwerk (M.) und dem Betonwerk (r.). Quelle: Helicolor Luftbild Berlin

Es dauerte fünf Jahre, bis der erste Bauherr sein Haus ans Ufer des Krüpelsees bauen konnte – ein Ehepaar über 70, das noch einmal bei null anfing. Zuvor musste in Größenordnungen abgerissen und saniert werden, dass den Investoren zeitweilig Angst und Bange wurde. Colin de Lage hob dann auch das Abrissunternehmen Halter in seiner Rede besonders hervor. „Sie hatten vor nichts Angst. Schwellenwerk, Ölsee, Schornsteinsprengungen, Abbrücher jeder Art unter und über der Oberfläche, Teerabfälle, wilde Altglaskippen, alte Trabbis, Tankstelle, immer wieder Überraschungen. Für Halter lösbar, für uns kaum finanzierbar.“

Erster Bauabschnitt fast vollständig bebaut

Der erste Bauabschnitt auf dem Gelände des Schwellenwerks ist inzwischen fast vollständig bebaut. Dort stehen Einfamilienhäuser, dort ist ein Park angelegt, im alten Wasserturm stehen zwei Pallettöfen, die einmal das gesamte Wohngebiet beheizen sollen. Aber auch beim zweiten Bauabschnitt, dem Gelände des alten Betonwerks, gab es Konflikte und Hürden.

Um das Werk abreißen zu können, musste man es erst kaufen – und dafür musste man die rechtmäßigen Eigentümer finden. „Allein dafür haben wir ein Jahr gebraucht“, erzählt Onnebrink. Am Ende stand er in Key West, Florida, vor der Tür einer Frau. Er überbrachte ihr zuerst die Nachricht, dass ihr drei Viertel eines Betonwerks in Zernsdorf gehören – davon hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung – und dann die Nachricht, dass er ihr dieses Werk gerne abkaufen würde. Die Halters erledigten dann den Rest. Dann übernahme die Firma RAKW, legte Leitungen und baute Straßen.

So sieht der Wohnpark heute aus. Links das frühere Schwellenwerk-Gelände mit Parkanlage und Wasserturm, rechts das noch weitgehend unbebaute frühere Betonwerks-Gelände. Quelle: Helicolor Luftbilder Berlin

Auch dort stehen inzwischen Häuser, wenn auch längst nicht alle. „Rund 25 Prozent der Gebäude sind im Bau“, sagt Arnold Onnebrink. Zur Zeit wachsen vor allem Einfamilien- und Reihenhäuser in die Höhe. Das größte Projekt werden aber neun Wohnblöcke der Unternehmensgruppe HIT, die entlang der Karl-Marx-Straße gebaut werden.

Grundstücke fast alle verkauft

Die Grundstücke sind also alle verkauft, die 30 Millionen Euro Kredit, die die Sparkasse den Investoren einst gewährte, sind längst zurückgezahlt. Acht Grundstücke haben die Investoren aber bis jetzt zurück gehalten: Es sind die Filetgrundstücke, direkt am Ufer des Krüpelsees gelegen. „Wir haben uns gerade erst entschieden, dass wir damit in die Einzelvermarktung gehen“, sagt Arnold Onnebrink. Mutmaßlich wird seine GmbH auch darauf nicht lange sitzen bleiben.

Eine von vielen Baustellen im Wohnpark. Quelle: Oliver Fischer

Onnebrink dankte auch der langjährigen Ortsvorsteherin Marianne Reichelt dafür, dass sie das Projekt lange unterstützt hat – auch wenn sie sich inzwischen aus der Kommunalpolitik zurückgezogen hat. Er bat sie deshalb ebenfalls zur Straßenfreigabe hinzu.

Bürgermeister Swen Ennullat beglückwünschte die Investoren in einer kurzen Rede. „Sie können stolz auf das Erreichte sein. So ein Unterfangen zu wagen, dazu gehört Mut“, sagte er.

Von Oliver Fischer

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