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Dahme-Spreewald Lärm macht umtriebig
Lokales Dahme-Spreewald Lärm macht umtriebig
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12:21 31.08.2013
Königs Wusterhausen

Der Mann findet keine Ruhe, ist in und um Königs Wusterhausen so engagiert wie Borussia Dortmunds Trainer-Derwisch an der Bundesliga-Seitenlinie: Jürgen Klopp und Rainer Suckow sind beide 1967 geboren, "ein toller Jahrgang", sagt Suckow, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. In seinem Leben zwischen Bergfunk-Rettung und Fluglärm-Kritik geht es manchmal tatsächlich toll zu.

Sein neuester Coup: Der "Gegenlärm"-Aktivist hat den Piraten sein Plädoyer für Ruhe ins Wahlprogramm geschrieben. Seit 2012 ist er Mitglied in der Partei, die im Internet groß geworden ist. Suckow betrachtet das als eine Art "Experiment", wie er es nennt. Stand heute darf man sagen: Das ist geglückt. Was als anderthalb Seiten starkes Lärmthesenpapier begonnen hat, steht heute in fünf Absätzen auf Seite 36 im Bundeswahlprogramm der Piraten.

Rainer Suckow blättert durch das dünne graue Ökopapier, Themenkomplex "Umwelt und Verbraucherschutz", Unterpunkt "Bauen und Verkehr". Unter der Überschrift "Verkehrs- und Industrielärmemissionen" fordert die Piratenpartei unter anderem ein Grundrecht auf Lärmschutz, statt sich mit bloßen Grenzwerten zufriedenzugeben. Ein Novum. Die Piraten treten auch für die Kategorisierung von Lärmquellen ein, für ein "Lärmlabel" wie die Angabe des Energieverbrauchs von Elektrogeräten.

Wie haben Suckows Thesen ihren Weg ins Piratenprogramm gefunden? Ganz einfach: Er hat die Philosophie der Piraten verinnerlicht. Die besagt: "Mach es einfach", sagt Suckow. Hierarchien gibt es praktisch keine, auf den Plattformen der Partei im Internet kann jeder seine Positionen darlegen und um Zustimmung werben. Suckow spürte innerhalb der Partei ein grundsätzliches Interesse am Thema Lärmschutz. "Aber es gab keinen, der sich intensiv damit beschäftigt hat."

Also formulierte Suckow auf Basis seiner Thesen unter Mithilfe von Parteifreunden einen Antrag, den er im Internet zur Abstimmung stellte. Auf 87 Prozent Zustimmung kam das Papier, viele Nutzer machten Anmerkungen, die Suckow weiterhalfen. "Man muss präsent sein, man muss Fragen beantworten", sagt er über seine Strategie. So feilte Suckow immer weiter an dem Antrag, baute Hinweise ein, warf überflüssigen Ballast ab. Irgendwann waren die Positionen so populär, dass der Einzelantrag in ein gebündeltes Umwelt-Themenpaket aufgenommen wurde. Im Mai dieses Jahres sagten die Piraten Ja zu Suckows Vorschlägen: Der Parteitag im oberpfälzischen Neumarkt beschloss, das Paket mitsamt der Lärmschutz-Passagen in das Bundeswahlprogramm aufzunehmen. Der Wortlaut stammt von Suckow selbst. Auch wenn er viel Mühe und Zeit investieren musste, hatte er damit kaum gerechnet.

In Piratenkreisen gilt Suckow inzwischen als heimlicher Experte für das Thema. "In klassischen Parteistrukturen wäre ich so etwas wie der Lärmschutzbeauftrage", sagt er. Fachfragen leiten seine Mitstreiter an Suckow weiter. Lärm ist schließlich ein Thema, das nicht nur die Anlieger des Flughafens Schönefeld umtreibt. Ein Beispiel im hohen Norden: Aus dem fernen Sierksdorf hat sich jüngst die Bürgerinitiative "Holstein ohne feste Beltquerung" gemeldet. Dort kämpft man gegen eine Bahntrasse. Initiative von unten kann sich auszahlen. Rainer Suckow weiß davon eine schöne Geschichte zu erzählen.

Von Bastian Pauly

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