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Dahme-Spreewald Landrat Loge warnt vor Chaos rund um den BER
Lokales Dahme-Spreewald Landrat Loge warnt vor Chaos rund um den BER
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21:30 05.12.2016
Der BER mag zwar schon gut aussehen – fertig ist er noch lange nicht. Quelle: dpa-Zentralbild
Lübben

Gut, sehr gut, viel Potenzial: diese Formulierungen tauchten häufig auf in der Jahresbilanz Dahme-Spreewalds, die Landrat Stephan Loge (SPD) und seine Spitzenbeamten am Montag in Niewitz bei Lübben präsentierten. „Die finanzielle Situation des Kreises ist gut. Es gibt ein beträchtliches Maß an Verfügungsmöglichkeiten“, sagte er.

Mit einer Eigenkapitalquote von 51,3 Prozent steht der Kreis inzwischen wie ein gut geführtes Unternehmen da. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 31 Euro pro Einwohner ist die viertbeste Wert im Landkreis-Vergleich, und gemessen am Landesdurchschnitt von 82 Euro ein Topwert, wie Loge betonte.

Generalsaniert und neu gestaltet

Die Jahresbilanz für Dahme-Spreewald zieren etliche fertiggestellte Bauvorhaben, darunter sind gleich zwei am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen, im Volksmund Free Willy genannt . Der Generalsanierung der denkmalgeschützten Sporthalle wurde nach knapp dreijähriger Bauzeit erfolgreich beendet. Zu Beginn der neuen Schuljahres wurde die Halle übergeben. 1,5 Millionen Euro investierte der Kreis, weitere 610 000 Euro kostete die Neugestaltung der Außenanlagen der Schule. Als weitere Beispiele nannte Baudezernent Chris Halecker die Bauarbeiten am Verwaltungsstandort des Landratsamtes im Schulweg Königs Wusterhausen sowie den Umbau in der Blindenschule, wo neue Unterrichtsräume für das Oberstufenzentrum entstanden.

Landrat Stephan Loge (SPD). Quelle: Gerlinde Irmscher

Flughafen-Bauten zu 96 Prozent fertig

Zum Dauerbrenner Flughafenbau in Schönefeld nannte Halecker einige Zahlen. So seien von den 85 genehmigten Gebäuden auf dem BER-Gelände inzwischen 96 Prozent fertiggestellt. Baustellen seien noch das Pier Süd, das Fluggastterminal und das Empfangsgebäude. Die Bauaufsicht prüfe gerade den 6.  und, davon geht Halecker aus, letzten  Nachtrag zum Bauantrag für das Terminal mit einer „Vielzahl geringfügiger Änderungen“, wie er sagte. Für den alten Schönefelder Flughafen seien Genehmigungen für die Sanierung und Aufstockung des Parkhauses, die Erweiterung des Terminals B und einer Gepäckhalle sowie den eines weiteren Terminals als Ergänzung zum Terminal D erteilt worden.

Alt-Schönfeld wird weiter gebraucht

Nach Ansicht von Landrat Stephan Loge wird der alte Flughafen künftig neben dem BER weiter gebraucht. Die BER-Kapazität von 27 Millionen Passagieren pro Jahr werde jetzt schon mit dem Aufkommen von 35 Millionen Passagieren in Tegel und Schönefeld übertroffen. Eine klare Aussage der Gesellschafter der Flughafengesellschaft vermisst er aber. „Wir wären froh, wenn wir eine Zielrichtung erkennen könnten.“

Warnung vor Infrastruktur-Chaos

Gleichzeitig warnte er vor einem Infrastruktur-Chaos im Flughafenumfeld. Zuganbindungen, Straßen, der Schönefelder Bahnhof seien nicht für die künftigen Passagierzahlen gewappnet. Es seien „große Maßnahmen“ wie zusätzliche Abfahrten auf der Autobahn A 113 oder eine S-BahnVerbindung von Königs Wusterhausen nach Schönefeld erforderlich. „Die Probleme sind absehbar, aber es geht alles zu langsam“, sagte Loge. Er erwartet besonders vom Land Berlin und vom Bund ein stärkeres Engagement.

Keine Bereitschaft zur Kreisreform

Zur geplanten Kreisgebietsreform wiederholte er seine Ablehnung eines Zusammenschlusses mit Teltow-Fläming. „Es gibt für uns keinen Reformbedarf und auch keine Bereitschaft, das ohne Not zu machen“, sagte der Landrat. Er kritisierte vor allem die nach seiner Ansicht falsche Prognose des Landes zur Bevölkerungsentwicklung, die eine wesentliche Grundlage für den Fusionsplan des Innenministers sei. Statt der vorhergesagten 162000 Einwohner werde Dahme-Spreewald im Jahr 2030 mindestens 180 000 Einwohner haben, so Loge. Das hätte die Untersuchungen der Kreisverwaltung ergeben. Mit dieser Einwohnerzahl könne der Landkreis eigenständig bleiben.

Gefragt bei Touristen

1,36 Millionen Übernachtungen zählten die 163 Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten in Dahme-Spreewald von Januar bis August 2016. Mit 600000 Gästeankünften gab es einen neuen Besucherrekord. Im Durchschnitt blieben die Gäste 2,2 Tage in der Region.

Vor allem im Spreewald gibt es einen Personalnotstand im Hotel- und Gaststättengewerbe. Freie Stellen können kaum besetzt werden.

Von Frank Pawlowski

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