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Dahme-Spreewald Wölfe reißen drei Schafe in Löpten – Land verweigert Entschädigung
Lokales Dahme-Spreewald Wölfe reißen drei Schafe in Löpten – Land verweigert Entschädigung
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18:44 30.07.2019
Aus dieser Herde der Agrargenossenschaft Löpten Briesen rissen Wölfe drei Schafe, drei weitere sind verletzt. Quelle: Andrea Müller
Löpten

Wieder hat sich der Wolf Schafe geholt. Dieses Mal erwischte es eine Moorschnuckenherde der Agrargenossenschaft Löpten Briesen mit insgesamt 271 Tieren. Der Wolf nutzte offenbar eine Lücke in der Einzäunung. Drei Schafe sind tot, drei weitere verletzt. Das Brandenburgische Umweltministerium bestätigte das Vorkommnis.

Der Wolf gehört inzwischen zu den Waldbewohnern im Landkreis Dahme-Spreewald. Schafhirten sagen, es ist schwieriger mit ihm, aber man kann die Herden schützen. Quelle: privat

Zäunung ohne präventive Wirkung

Die Agrargenossenschaft hält laut eigenen Aussagen etwa 1000 Schafe auf mehreren Flächen. In der Regel werden die Schafe eingezäunt, am besten noch mit speziellen Hunden bewacht – so sehen es die Vorschriften vor. Allerdings würden die in Löpten nicht beachtet, wie das Umweltministerium mitteilte. „Hier hatte die Zäunung keine präventive Wirkung gegen Übergriffe von Beutegreifern“, so Sprecher Thomas Frey. Die Herde sei in diesem Fall nur von drei Seiten eingezäunt gewesen. Die vierte Seite sei begrenzt durch Sumpf sowie eine mit einer Litze eingezäunten Rinderherde, also „gemessen an den geforderten Standards vollständig offen“ gewesen.

Nach dem Wolfsriss und trotzdem offen: An dieser Stelle fehlen etwa drei Meter Elektrozaun. Weiter hinten das Schaf ist vollkommen ungeschützt. Quelle: Andrea Müller

Ein Muss: Elektrozaun mit 2500 Volt

Diese Standards umfassen vierlitzige Elektroweidenzäune mit einer Mindesthöhe von 90 Zentimetern und einer Spannung von mindestens 2500 Volt. Zäune müssen auch wasserseitig gestellt werden, heißt es in den „Mindesstandards zur Gewährung von Schadensausgleich bei Wolfsübergriffen“. Das Halten von Hütehunden gehört nicht zwingend dazu. Die Agrargenossenschaft setzt auch keine ein.

6100 Volt wurden in Löpten gemessen. Das nutzt jedoch wenig, wenn eine Seite gar nicht gezäunt wurde. Quelle: Andrea Müller

Tierschutz wurde missachtet

Matthias Rackwitz ist ebenfalls Schäfer in der Region, hält aber nur geringe Bestände. Doch die schützt er mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Er sagt: „Ohne Schutzhunde geht es eigentlich nicht.“ Herden nicht ordnungsgemäß einzuzäunen, hält er für grob nachlässig. Es gehe hier in erster Linie um den Herdenschutz, also um den Schutz der Schafe. „Nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müssen Tiere ausreichend vor widrigen Witterungseinflüssen und vor Beutegreifern geschützt werden“, formuliert es das Umweltministerium.

Von dieser Seite ist die Herde eingezäunt; doch auf der anderen Seite fehlen die unter Strom stehenden Zäune. Quelle: Andrea Müller

Keine Entschädigung für Löpten

Die vom Land gewährten Entschädigungen dagegen sollen die Tierhalter schützen. „Nutztierschäden, bei denen ein Wolf als Verursacher ermittelt oder zumindest als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, werden vom Land finanziell ausgeglichen“, so Pressesprecher Frey. In Löpten allerdings greife dieses Programm nicht wegen des mangelnden Schutzes der Herde.

Gutachter war vor Ort

Bei jedem Vorkommnis schickt das Umweltministerium einen Gutachter vor Ort, der sich Schaden und Zäunung genau ansehe. Im Löptener Fall könne zwar laut des Gutachtens der Schaden durch den Wolf nicht ausgeschlossen werden, eine Entschädigung werde für die Agrargenossenschaft jedoch wegen der Mängel ausgeschlossen.

In Löpten ist die Agrargenossenschaft Löpten Briesen zu Hause. Sie hält insgesamt fast 1000 Schafe auf verschiedenen Flächen. Quelle: Andrea Müller

2019 schon 39 Tiere vom Wolf gerissen

Der Wolfsriss in Löpten ist bei weitem nicht der einzige im Landkreis in diesem Jahr. Laut Umweltministerium gab es bereits 17 Übergriffe auf Tierherden. In zwölf Fällen sei der Wolf direkt als Verursacher ermittelt worden. Es wurden insgesamt 25 Schafe, 13 Stück Damwild und ein Kalb getötet.

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Von Andrea Müller

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