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Dahme-Spreewald Weiter Proteste gegen Sparkassen-Kürzungen
Lokales Dahme-Spreewald Weiter Proteste gegen Sparkassen-Kürzungen
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06:22 02.07.2019
Auch acht Monate nach dem Abbau wird in Teupitz und Märkisch Buchholz solchen Automaten noch nachgetrauert. Quelle: Peter Geisler
Märkisch Buchholz

Die Unruhe wegen des abgebauten Sparkassen-Automaten habe etwas nachgelassen, sagt Arno Winklmann, Bürgermeister von Märkisch Buchholz. „Man muss sich schließlich abfinden.“ Aber trotzdem nage das Thema auch ein halbes Jahr danach noch immer an den Einwohnern der Kleinstadt im Amt Schenkenländchen. Zwar halte jetzt immer Freitags der Sparkassenbus im Ort. „Aber es gibt nach wie vor Klagen, weil man dort keine Kontoauszüge bekommt“, sagt Winklmann. „Und wenn am Wochenende Touristen im Ort sind und Geld holen wollen, dann gibt es nirgends welches. Das ist für die Leute nicht befriedigend und für mich als Bürgermeister sowieso nicht.“

Ende vorigen Jahres hatte die Sparkasse den Automaten in Märkisch Buchholz wegrationalisiert. Und nicht nur dort wurde gekürzt. Es war der Beginn einer kleinen Kürzungswelle. Auch in Teupitz verschwand der Automat. Vor wenigen Wochen schloss die Sparkasse eine Kleinstgeschäftsstelle in Schönwalde, und Ende des Jahres soll es mit der Servicestelle in Senzig zu Ende gehen. Die Begründung ist überall die gleiche: die Nutzung ist weit unterdurchschnittlich, der Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.

600 Unterschriften gesammelt

Zumindest auf dem Land haben diese Einschnitte aber offenbar tiefe Wunden gerissen. Obwohl schon im vorigen Jahr erfolglos Unterschriften gesammelt wurden, hat eine Initiative aus Märkisch Buchholz nun erneut 600 Unterschriften gegen den Automatenschwund zusammenbekommen – obgleich nur 800 Menschen in Märkisch Buchholz leben. Sie sollen in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses des Landkreises überreicht werden: entweder an den Vorstandsvorsitzenden der MBS, Andreas Schulz, oder an Landrat Stephan Loge (SPD), der amtierender Vorsitzender des Verwaltungsrates ist.

„Es kann nicht sein, dass uns immer weiter Serviceleistungen gekürzt werden“, sagt Bianca Luban, eine der Initiatorinnen und gleichzeitig SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag. „Wir fordern, dass die Sparkasse ihre Serviceleistungen im Ort verbessert.“ Zudem solle die Sparkasse offenlegen, wie viel die Vorstandsmitglieder verdienen. „Der Vorstand erhält insgesamt 1,3 Millionen Euro plus Boni. Gleichzeitig streicht man uns Serviceleistungen. Da soll wenigstens transparent gemacht werden, wie viel die einzelnen Vorstandsmitglieder erhalten“, sagt Luban.

Sparkassen Bus hält länger in Märkisch Buchholz

Sparkassen-Sprecher Robert Heiduck verweist derweil darauf, dass die Sparkasse nach wie vor zu wirtschaftlichem Handeln angehalten ist. „Wir haben noch immer 24 Geschäftsstellen in Dahme-Spreewald und zu denen stehen wir“, sagt er. „Aber die Nachfrage war in Teupitz, Märkisch Buchholz, Schönwalde und Senzig weit unter dem, was wir für einen wirtschaftlichen Betrieb gebraucht hätten.“ Als Angebot sei die Standzeit des Sparkassenbusses in Märkisch Buchholz von 15 auf 40 Minuten verlängert worden. „Die Einwohner können dort auch einfache Bankgeschäfte erledigen“, sagt Heiduck. Zudem gebe es die Möglichkeit des Telefon-Bankings und des Online-Bankings. „Zehn bis 15 Prozent unserer Kunden wollen mit Online-Banking nichts zu tun haben, der Rest aber erledigt einfachere Bankgeschäfte bereits im Internet. Und das nimmt weiter zu. Dieser Entwicklung können wir uns nicht verschließen“, so Heiduck.

In Märkisch Buchholz, Teupitz und Schönwalde hält sich das Verständnis dafür allerdings weiterhin in Grenzen. Man fühle sich abgehängt, sagt der Teupitzer Bürgermeister Dirk Schierhorn. Trotz Sparkassenbusses, trotz Online-Bankings, trotz Telefon-Bankings.

Landrat Loge wünscht sich deshalb noch mehr Entgegenkommen seitens der Sparkasse. „Ich habe darauf gedrängt, dass es wenn möglich wenigstens Kooperationen mit Verkaufsstellen gibt, und dass das Geldabheben dort so einfach wie möglich gemacht wird. Die Menschen müssen schon noch das Gefühl haben, dass sie weiterhin von der Sparkasse betreut werden“, sagt Loge.

Von Oliver Fischer

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