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Dahme-Spreewald MBS-Vorstand rechtfertigt Abbau von Geldautomaten
Lokales Dahme-Spreewald MBS-Vorstand rechtfertigt Abbau von Geldautomaten
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15:09 27.09.2019
Etwa ein Jahr ist es her, dass die Sparkassen ihre Geldautomaten abgebaut hat. Quelle: Peter Geisler
Amt Schenkenländchen

In Teupitz und Märkisch Buchholz ist man auf die Mittelbrandenburgische Sparkasse noch immer nicht gut zu sprechen. Vor rund einem Jahr hat das Institut ihre Geldautomaten in den beiden Schenkenländchen-Gemeinden abgebaut. Der Sturm der Entrüstung, der in den Orten losbrach, ist bis heute nicht vollends verklungen. Im jüngsten Finanzausschuss des Landkreises musste sich deshalb der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Andras Schulz, für den Abbau der Automaten und die Schließung einer Sparkassenfiliale in Schönwalde (Amt Unterspreewald) rechtfertigen. Schulz nannte dabei viele Gründe dafür, weshalb sein Geldinstitut das Angebot nicht aufrecht erhalten hat. Hoffnungen darauf, dass die Automaten zurückkehren, machte er den Anwesenden Vertretern der Orte nicht.

Schulz verwies beispielsweise darauf, dass die MBS generell ein dichtes Netz an Geschäftsstellen und Automaten betreibt, und dieses Netz auch in Zeiten aufrecht erhalten hat, in denen andere Geldinstitute ihre Angebote zusammengestrichen haben. Alleine zwischen 2005 und 2015 sei die Zahl der Bankfilialen in Deutschland von 44 000 auf 34 000 Euro zurückgegangen. „Wir haben in diesem Zeitraum unser Angebot sogar aufgestockt“, so Schulz.

Kostendruck enorm gestiegen

Mit Beginn der Niedrigzinsphase habe man aber die gesamte Struktur überprüfen müssen, weil sich die Ausgangslage verändert hat. Da es heute auch für Geldinstitute praktisch keine Zinsen mehr gibt, sei der Kostendruck enorm gestiegen. Dass die Streichung von Automaten und Geschäftsstellen rein nach wirtschaftlichen Kriterien entschieden wurde, wies er aber zurück. „Eigentlich braucht man 5000 private Girokonten, damit eine Filiale wirtschaftlich arbeitet. Wir haben aber gesagt, dass uns 3000 reichen.“ Selbst diese Zahl habe es in Schönwalde aber nicht mehr gegeben.

Ähnlich sei die Rechnung für Geldautomaten ausgefallen, die regelmäßig bestückt und gewartet müssen. „Geld verdienen wir mit Automaten nur, wenn viele Fremdkunden dort abheben und Gebühren bezahlen. Das ist im ländlichen Raum nicht der Fall“, so Schulz. Damit ein Automat aber überhaupt vertretbar sei, müsse er einen gewissen Minimalumsatz erreichen. In Teupitz und Märkisch Buchholz habe der Umsatz aber deutlich unterhalb dieses Minimums gelegen.

Er verstehe den Unmut der Einwohner. „Wir registrieren aber auch steigende Nutzungszahlen für den Automaten in Groß Köris. Genau das hatten wir uns erhofft“, so Schulz.

Ländlicher Raum hat besondere Herausforderungen

Die MBS sei auch weiterhin bemüht, in Teupitz und Märkisch Buchholz mit dem Sparkassenbus eine Alternative anzubieten und zudem mit Geschäften zusammenzuarbeiten. Das gehe aber nicht von heute auf morgen. Geldauszahlung in Supermärkten funktioniere auch nur dann, wenn die Märkte einen gewissen Umsatz haben, so Schulz. Man wolle auch kleinere Geschäfte überzeugen, EC-Karten zu akzeptieren, aber auch da seien teilweise dicke Bretter zu bohren. Schulz: „Boykott- und Kündigungsaufrufe bringen aber relativ wenig. Damit schwächt man nur bestehende Standorte.“ Laut Schulz soll das Filial- und Automatennetz in Dahme-Spreewald für die kommenden drei Jahre auf dem jetzigen Stand bleiben. Danach werde man sich aber die Situation anschauen. Weitere Veränderungen wollte er für die Zeit danach nicht ausschließen.

Bianca Luban, frühere Bürgermeisterin von Märkisch Buchholz, hielt trotzdem an ihrer Kritik fest. „Die Sparkasse hat einen öffentlichen Auftrag und muss sehen, wie sie adäquate Ersatzleistungen schafft“, sagte sie.

Als Ersatz für die jüngst abgebrannte Filiale in Wildausoll aber der kommenden Woche der Sparkassenbus auch Wildau anfahren.

Von Oliver Fischer

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