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Dahme-Spreewald Mediziner in TF und LDS begrüßen Masern-Impfpflicht
Lokales Dahme-Spreewald Mediziner in TF und LDS begrüßen Masern-Impfpflicht
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08:35 20.07.2019
Quelle: Lukas Schulze/dpa
Königs Wusterhausen

Insgesamt neun Masern-Erkrankungen gab es im vergangenen Jahr in Dahme-Spreewald und in Teltow-Fläming. Das berichten die Gesundheitsämter der beiden Landkreise auf MAZ-Nachfrage.

In Dahme-Spreewald erkrankten 2018 zwei Männer im Alter von 35 und 52 Jahren. „Beide waren nicht geimpft, arbeiteten aber auch nicht in Gemeinschaftseinrichtungen“, sagt der Sprecher des Landkreises Bernhard Schulz. Im Gesundheitsamt Teltow-Fläming weiß der leitende Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin Helge Floss über sieben Fälle im April und Mai 2018 zu berichten. „Dabei sind Masern keine zu vernachlässigende Kinderkrankheit, wie das von Vielen so oft gesehen wird. Wen es erwischt, der ist richtig schwer krank.“ Die Spätfolgen bestimmter Masernarten können zu Verhaltensveränderungen, Bewegungsstörungen und Lähmungserscheinungen, Krampfanfällen und Demenz bis hin zum Tod führen.

Wer impft, wenn es keinen Kinderarzt gibt?

Die Impfpflicht gegen Masern, kontrovers diskutiert und am vergangenen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet, ist in der Region durchaus ein heißes Eisen. So sagt die Königs Wusterhausenerin Katherina Toth-Butzke, die Sprecherin des Kreiselternbeirats Kita in Dahme-Spreewald: „Meine eigenen Kinder sind zwar durch geimpft. Aber als Kreiselternbeirat wollen wir weder für noch gegen die Impfpflicht argumentieren. Es gibt durchaus unterschiedliche Meinungen in unseren Reihen.“ So gebe es Kinder, die unter einer Immunschwäche leiden. „Die dürfen gar nicht geimpft werden.“ Und sie verweist auf den gravierenden Mangel an Kinderärzten im Kreis. „An manchen Orten kann man ja nicht mal die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 durchführen. Wer impft, wenn es keinen Kinderarzt gibt?“

Torsten Karsch, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin im Achenbach-Krankenhaus, ist zwar selbst in den letzten drei Jahren kein einziger Fall von Masern begegnet. Angesichts der möglichen Folgen einer Masernerkrankung aber ist er sich mit den Medizinern in den Gesundheitsämtern der beiden Kreise einig: Alle begrüßen die Impfpflicht. „Erst wenn wir eine Impfquote von 95 Prozent haben, haben wir die Auseinandersetzung mit dem Virus gewonnen.“

Ohne Impfschutz keine Kita

Der Weg dahin ist nun frei. Schon in der Vergangenheit haben die Gesundheitsämter im Verdachtsfall den Impfstatus Betroffener und von Kontaktpersonen überprüft. Ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Kinder wurden nach Hause geschickt. Künftig, so will es der Gesetzesvorschlag, sollen nicht geimpfte Kinder überhaupt keinen Kita-Platz mehr bekommen. Nicht anders ist es bei den freien Trägern von Kindertageseinrichtungen. Katja Hilbert, Fachbereichsleitung Kinder und Jugend bei der Arbeiterwohlfahrt in Brandenburg-Süd: „Wir haben in der Vergangenheit vor allem mit Information gearbeitet. In Schreiben und bei Elternabenden haben wir die Eltern darüber aufgeklärt, was Impfung bedeutet. Mit Erfolg, denn wir hatten seit 2009 keinen kritischen Fall.“ Wie man allerdings mit dem neuen Gesetz verfährt, weiß Katja Hilbert noch nicht. Dazu müssen erst die entsprechenden Verfahrensvorschriften angekommen sein. Fakt aber ist: Wer sich weigert, sein Kind impfen zu lassen, dem droht eine Geldstrafe bis zu 2500 Euro, sobald die Neuregelung in Kraft getreten ist.

Von Udo Böhlefeld

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