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Dahme-Spreewald BVG will Pendler mit dem Bus zur U-Bahn bringen
Lokales Dahme-Spreewald BVG will Pendler mit dem Bus zur U-Bahn bringen
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00:23 22.02.2019
Durch Schulzendorf und Zeuthen könnten schon bald Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fahren.
Durch Schulzendorf und Zeuthen könnten schon bald Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fahren. Quelle: dpa
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Schulzendorf

Gute Neuigkeiten für alle Pendler: Schon bald könnte ein Shuttlebus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Halt in Schulzendorf und Zeuthen machen. Der Bus soll Berufspendler an ihrem Wohnort abholen und zum nächstgelegenen U-Bahnhof nach Rudow in Berlin-Neukölln bringen.

„Im Moment laufen die Vorabsprachen“, bestätigte die BVG-Pressesprecherin Petra Nelken. Das Interesse an dem geplanten Transfer seitens der Gemeinden sei groß, so die Sprecherin. Ab wann und wo genau die Busse fahren, konnte Nelken noch nicht sagen: „In vier Wochen wissen wir mehr.“ Laut BVG hat das Bundesverkehrsministerium Fördermittel für den geplanten Bus in Aussicht gestellt.

Immer mehr Pendler aus Brandenburg

Bei der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) begrüßt man das BVG-Pilotprojekt: „Wir sehen das Angebot eindeutig als Ergänzung“, sagte RVS-Marketingleiter Lutz Strohschein. Bei dem geplanten Bus handelt es sich um eine gemeinsame Aktion beider Verkehrsunternehmen, des Landkreises und der Gemeinden. „Die BVG ist auf uns zugekommen“, sagte Lutz Strohschein.

Hintergrund der Aktion sind immer mehr Menschen, die von Brandenburg nach Berlin pendeln. Statt mit der Bahn fahren viele lieber mit dem Auto. Die BVG will den Nahverkehr künftig flexibler gestalten und Pendlern mit dem Bus zur U-Bahn eine Alternative im Berufsverkehr bieten.

Pendler können sich per App anmelden

Offenbar ist die BVG derzeit noch mit anderen Landkreisen im Speckgürtel von Berlin, darunter Oberhavel, im Gespräch. In Schulzendorf und Zeuthen soll der Bus zunächst für zwei Jahre im Probebetrieb fahren. Der U-Bahn-Transfer ist nicht als Taxi-Ersatz gedacht, sondern funktioniert wie ein Rufbus.

Pendler, die den Bus nutzen wollen, müssen sich im Vorfeld per App für eine Fahrt registrieren. Anhand der Anmeldungen wird ein Fahrplan erstellt. Die Pendler werden der Reihe nach abgeholt – direkt von zu Hause oder von zentralen Haltepunkten im Ort. Kostenlos ist der Service nicht. Für die Registrierung und die Beförderung werden zusätzliche Gebühren fällig.

RVS will von Technik profitieren

Die RVS will vom technischen Know-how der BVG langfristig profitieren: „Wenn sich das app-basierte System bewährt, ist das für den ländlichen Raum von Bedeutung“, sagte Strohschein. Vor allem die Menschen in Schulzendorf könnten künftig in den Genuss des Shuttles kommen. „Die Idee finde ich klasse“, sagte Bürgermeister Markus Mücke (parteilos), auch mit Blick auf die neuen Wohngebiete „Ritterschlag“ und „Mühlenschlag“, die dort entstehen. Anders als die Nachbargemeinden hat Schulzendorf keinen eigenen S-Bahnhof.

Von Josefine Sack