Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Aufstand gegen neue Gruben-Gebühr
Lokales Dahme-Spreewald Aufstand gegen neue Gruben-Gebühr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 17.12.2018
Grubenbesitzer Christian Schmidt ist verärgert.
Grubenbesitzer Christian Schmidt ist verärgert. Quelle: Foto: Frank Pawlowski
Anzeige
Mittenwalde

Der Brief des Märkischen Abwasser- und Wasserverbandes, den Christian Schmidt vor einigen Tagen erhielt, beinhaltete eine böse Überraschung für ihn. Es war die Abrechnung für die Entsorgung seiner Abwassergrube. Der 38-Jährige wollte nicht glauben, was er da las. Er soll mehr als doppelt so viel zahlen wie bisher. 120 statt 54 Euro werden künftig alle sechs Wochen fällig. Aufs Jahr gerechnet ist das eine stattliche Mehrbelastung für die vierköpfige Familie. Grund dafür sind aber nicht größere Abwassermengen, sondern die neuen, höheren MAWV-Gebühren. Sie gelten schon seit Januar, doch das ist Christian Schmidt erst jetzt mit dem Brief aufgefallen.

So werden für einen halben Kubikmeter 6,05 Euro berechnet, früher waren es 8,37 Euro je Kubikmeter. Hinzu kommen noch mögliche Zuschläge.

Der MAWV informierte darüber im März versteckt in seiner Verbandszeitung unter der Überschrift „Neue Regelungen bei der mobilen Entsorgung“. Die Gebühren selbst waren nicht aufgeführt, zu ihnen gelangte man nur per Smartphone über einen QR-Code.„Das kann doch nicht sein“, schimpft Christian Schmidt über den Gebühren-Hammer und über die Informationspolitik. „Versorger müssen das ihren Kunden doch schriftlich mitteilen.“ Er fordert außerdem eine digitale Messung der Abfuhrmengen. „Ich möchte eine genaue Abrechnung haben“, sagt er. Die Familie zog im Juli 2017 aus Berlin nach Mittenwalde. Christian Schmidt, ein gebürtiger Töpchiner, berichtet, was unter Grubenbesitzern gemunkelt wird. Mit dem satten Aufschlag wolle der Verband seine Beitragserstattungen für Altanschließer mit finanzieren, immerhin rund fünf Millionen Euro.

Otto Ripplinger (l.), kaufmännischer Leiter beim MAWV, und Verbandsvorsteher Peter Sczepanski. Quelle: Frank Pawlowski

Der kaufmännische Leiter des MAWV, Otto Ripplinger, bestreitet das energisch. „Die Gebührenanpassungen haben mit Altanschließerbeiträgen überhaupt nichts zu tun“, sagte er der MAZ. Der Verband brauche die geltenden Grubengebühren, um die Entsorgungsfirmen bezahlen zu können.

Die alten Gebühren seien das Ergebnis einer Ausschreibung vom Jahr 2000 gewesen. Eine schriftliche Information hätte Kosten verursacht und viele Betroffene nicht erreicht, das viele Kleingartenanlagen in diesem Jahr hinzugekommen seien. In Amtsblättern, Aushängen und auf der Internetseite des Verbandes sei über die Gebührenerhöhung informiert worden. Insgesamt sind knapp 4900 Grubenbesitzer betroffen.Christian Schmidt gibt sich damit nicht zufrieden. Er legt Widerspruch ein, auch einige Nachbarn wollen das tun. „Ich hoffe, dass sich noch mehr Grubenbesitzer anschließen“, sagt er.

Von Frank Pawlowski