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Mittenwalde Die Amerikanische Zapfenwanze: ein stinkendes Problem?
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Die Amerikanische Zapfenwanze: ein stinkendes Problem?
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16:14 27.10.2019
Die Amerikanische Zapfenwanze ist nun auch hier in der Region angekommen und drängt in unsere Häuser. Quelle: Andrea Müller
Mittenwalde

Sie krabbelt an den Hausfassaden hoch, klettert in Rolladenkästen und sucht hinter offen stehenden Türen und Fenstern nach einem warmen Winterquartier: Die Amerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze tritt derzeit massenhaft hier in der Region auf.

Auffällige Zeichnung

Das aus Amerika eingeschleppte Insekt ist rund zwanzig Millimeter groß und hat eine sehr ausgeprägte Zeichnung. Besonders auffallend: Die vierfarbigen langen Fühler und das weiße Zickzackmuster auf dem Rücken.

Kleine Invasion

Ute Fiszkal vom Haus des Waldes in Gräbendorf (Dahme-Spreewald) hat schon im vergangenen Jahr den neuen Bewohner in unseren Wäldern beobachtet. „Dieses Jahr tritt er aber deutlich vermehrt auf“, berichtet sie. Vor einigen Tagen habe sie ihr Auto nur einen Moment offen stehen lassen. Die Folge: Mindestens fünfzig Wanzen waren im Innenraum gelandet. „Da musste ich erst einmal vorsichtig abfegen“, sagt sie.

Für den Menschen ungefährlich

Vorsicht ist durchaus angebracht, denn bei Berührung sondern diese Wanzen ein Sekret ab, das unangenehm riecht. Gundula Göricke von der Oberförsterei Königs Wusterhausen, Revier Mittenwalde, rät deshalb, die Zapfenwanze auf ein Blatt Papier klettern zu lassen, ist sie erst einmal ins Haus gelangt. Dann könne man sie wieder hinaus tragen. Auch sie habe das vermehrte Auftreten beobachtet, betont aber die Unschädlichkeit der Wanze. „Sie tut uns nichts“, sagt sie. Normalerweise suchten die Tiere sich ihr Winterquartier an geschützten Stellen im Wald, zum Beispiel unter einer Baumborke.

Wanze saugt Samen aus

Franz Heitzendorfer vom Biogarten Prieros ist der Amerikanischen Zapfenwanze auch schon begegnet. Eine vermehrte Verbreitung könne er zumindest im Biogarten nicht feststellen. Anders sieht es Kati Hielscher vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde. „Noch können wir die Folgen für unseren Wald gar nicht abschätzen“, sagt sie und bestätigt ein deutlich vermehrtes Auftreten des Insekts in Brandenburg. „Die Zapfenwanze saugt die Samen in den Kiefernzapfen an, um sich zu ernähren“, erklärt sie. Damit beschädige sie den Kiefernsamen erheblich.

Der unerwünschte Gast ist durchaus hübsch anzusehen: Besonders das weiße Zickzackmuster auf dem Rücken und die langen Fühler sind auffällig. Quelle: Andrea Müller

Bester Schutz: Insektennetz am Fenster

Seit etwa zwei Wochen seien die Insekten nun auf der Suche nach einem warmen Ort für den Winter. Deswegen begegnen wir ihnen vermehrt am Haus, sagt Hielscher. „Am besten ist, man schützt sein Haus mit einem Insektennetz vor den Fenstern.“Besonders gern hielten sich die Tierchen an der Südseite von Gebäuden auf. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Amerikanische Zapfenwanze nicht hierher gehöre und deswegen auch keine natürlichen Fressfeinde in Deutschland und Europa habe. Dadurch erst sei eine ungehemmte Vermehrung möglich, die die Wälder der Region bedrohen können – ähnlich wie auch in Amerika.

Papier erweist sich als geeignetes Hilfsmittel

In Brusendorf berichten Bewohner, täglich mehrere der Amerikanischen Zapfenwanzen wieder aus dem Haus zu befördern. Das Anfassen vermeiden sie inzwischen. Der Gestank sei zu aufdringlich und halte sich mitunter mehrere Stunden. Das Blatt Papier habe sich als durchaus gute Hilfe herausgestellt, den ungeliebten Gast aus Amerika wieder hinaus zu befördern. Allerdings würden sie ohnehin über kurz oder lang in der Wohnung aufgrund fehlender Nahrung sterben.

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Von Andrea Müller

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