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Mittenwalde Zu alt: Am Zülowkanal wurden Pappeln gefällt
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Zu alt: Am Zülowkanal wurden Pappeln gefällt
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18:22 08.01.2020
Entlang des Zülowkanals wurden bei Mittenwalde insgesamt neun Pappeln gefällt. Quelle: Andrea Müller
Mittenwalde

Neun stattliche Baumstämme liegen quer über dem Zülowkanal auf der rechten Seite, kurz vor der Ortseinfahrt nach Mittenwalde von Ragow aus gesehen. Es sind Pappeln; nach den Baumstümpfen zu urteilen hatten sie einen Durchmesser von bis zu einem Meter.

Am Zülowkanal bei Mittenwalde wurden neun stattliche Pappeln gefällt. Die Stämme liegen quer über dem Gewässer und sollen in den nächsten Tagen entsorgt werden.

Immer wieder Totholz

Die Fällungen wurden im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes Dahme-Notte mit Sitz in Mittenwalde vorgenommen. Geschäftsführer Torsten Woitke bestätigt das und erklärt: „Die Pappeln waren einfach zu alt und verunreinigten mit dem Abwurf von Totholz das Gewässer.“ Auch die angrenzenden Felder der Märkischen Agrargenossenschaft Mittenwalde (MAG) seien stets von dem herab fallenden Holz beeinträchtigt gewesen. „Das konnte auf Dauer nicht mehr so weiter gehen“, so der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes.

Blick von der Brücke auf den Zülowkanal kurz vor der Ortseinfahrt Mittenwalde. Quelle: Andrea Müller

Kanal wurde im 19. Jahrhundert gebaut

Der Zülowkanal ist ein Zufluss des Nottekanals. Seine Aufgabe: Entwässerung des Rangsdorfer Sees zur Dahme hin. Erbaut wurde der Kanal 1856/57 von Magnus von Zülow, der Besitzer des Gutes Dahlewitz war. Mit der Inbetriebnahme wurde der Wasserspiegel des nahe gelegenen Rangsdorfer Sees um 65 Zentimeter abgesenkt. Nach einer neuerlichen Vertiefung in den 1970er Jahren zeigt der Zülowkanal nunmehr eine durchschnittliche Tiefe v0n 65 Zentimetern bei einer Breite von vier Metern.

Pappeln für die Republik“

Mit der Gründung der DDR wurden in den 1950er Jahren an den Ufern des Zülowkanals zur Holzgewinnung Pappeln gepflanzt unter dem Motto „Pappeln für die Republik“. Diese Bäume wachsen sehr schnell und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bauholz dringend gebraucht. Zudem sind Pappeln sehr gut geeignet, um Gewässer zu schützen – allerdings nur eine bestimmte Zeit. Bei der Holzgewinnung werden Pappeln nach rund 20 Jahren gefällt. Die entlang des Zülowkanals stehen nun schon um die 70 Jahre.

Erstmal keine weiteren Fällungen

„Auch in anderen Orten wie Königs Wusterhausen wurden die Pappeln inzwischen zurück genommen“, sagt Torsten Woitke. Am Standort Mittenwalde seien aber nun erst einmal keine weiteren Fällungen vorgesehen, mit Ausnahme des Galluner Kanals.

Der Stamm verrät einen Durchmesser des Stammes von mindestens einem Meter. Quelle: Andrea Müller

Bäume gehören dem Land

Die Bäume gehören dem Land Brandenburg, weswegen die Ausschreibung zur Fällung auch über dieses gelaufen sei. Der Wasser- und Bodenverband habe lediglich die Koordination übernommen. Er kümmere sich auch um die Entsorgung der gefällten Stämme, die momentan noch einen verstörenden Anblick bieten.

Interessenten können sich melden

„Wer die Stämme gebrauchen kann, der kann sich im Wasser- und Bodenverband Dahme-Notte in Mittenwalde melden“, so Woitke. Gedacht wird dabei etwa an die Künstler, die mit der Motorsäge wahre Kunstwerke aus Holzstämmen schaffen können. Aber auch andere Interessenten können sich melden.

Rathaus wusste Bescheid

Im Rathaus Mittenwalde wusste man von der Fällaktion, bestätigt Bürgermeisterin Maja Buße (CDU). Der Vorsitzende des Mittenwalder Umweltausschusses Uwe Fattmann (Grüne) indes hatte keine Kenntnis von den Fällungen und wollte sich vorerst auch nicht dazu äußern. „Ich muss mich erst einmal genau informieren“, sagt er der MAZ.

Fischotter lebt im Zülowkanal

Weiter östlich in Richtung Ragow und in Richtung Rangsdorf ist die alte Pracht noch erhalten. Entlang des Zülowkanals bieten die Bäume auch Lebensraum für Tiere. Dazu gehört unter anderem der Fischotter, der ein strukturreiches Ufer benötigt: Sträucher, überhängende Bäume, Schilfgürtel, überspülte Bäume. Sie bilden für ihn Jagdraum, aber auch Schutz in den Ruhezeiten.

Weiter hinten ist die alte Pracht noch erhalten. Quelle: Andrea Müller

Brücke für die Tiere

Bei Groß Machnow war für ihn sogar eine Brücke gebaut worden, weil es Fischotter nicht lieben, unter Brücken durchzutauchen. Sie laufen lieber drüber weg – viele Tiere wurden dabei schon überfahren. Hier bekamen sie 2018 eine eigene Brücke, um gefahrlos über das Gewässer zu kommen, denn der Fischotter ist streng geschützt.

Von Andrea Müller

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