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Mittenwalde Schwäne und Kraniche bevölkern Felder
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Schwäne und Kraniche bevölkern Felder
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01:15 28.03.2019
Die großen Schwärme von Kranichen sind bereits in ihre Brutgebiete abgezogen. Die kleinen Gruppen, die jetzt noch auf den Feldern zu beobachten sind, bestehen in der Regel aus Jungvögeln.
Die großen Schwärme von Kranichen sind bereits in ihre Brutgebiete abgezogen. Die kleinen Gruppen, die jetzt noch auf den Feldern zu beobachten sind, bestehen in der Regel aus Jungvögeln. Quelle: Andrea Müller
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Mittenwalde

Schwäne, Kraniche, Gänse und Stare bevölkern derzeit die Felder rund um Mittenwalde. Auch Gebiete um Groß Machnow sind von ihnen gern aufgesuchte Gebiete. Die Vögel sind aber auch in anderen Gegenden des Landkreises zu beobachten.

Anflug aus Richtung Rangsdorfer See

„Die Schwäne kommen jeden Tag vom Rangsdorfer See herüber geflogen“, weiß Cornelia Brinkmann, Vorstandsvorsitzende der Märkischen Agrargenossenschaft (MAG) in Mittenwalde. Es handele sich um Gruppen von bis zu 60 Tieren. Sie ließen sich auf den Rapsfeldern nieder, um zu fressen. „Das ist die Natur, da kann man nichts machen“, meint die MAG-Chefin. Dennoch macht sie keinen Hehl daraus, dass für die Agrargenossenschaft wirtschaftliche Schäden entstehen.

Hunderte Stare über den Feldern von Mittenwalde. Quelle: Andrea Müller

Vögel werden regelmäßig gezählt

Bernd Ludwig ist Vogel-Spezialist. „Ich zähle die Tier ja regelmäßig“, sagt er. Neben den 60 Schwänen stünden derzeit noch zwischen 100 und 150 Kraniche auf den Feldern der Region. „Die meisten Tiere sind aber bereits in die Brutgebiete abgezogen“, erklärt Ludwig. Die,die jetzt noch da sind, seien Jungtiere. Kraniche fingen erst im Alter zwischen vier und fünf Jahren mit der Brut an. Dafür wechselten sie ihren Standort an ausgetrocknete Seen oder Erlenbruch-Gebiete. Genaue Standorte mag Ludwig nicht nennen. Zu groß sei die Gefahr, dass Menschen sie bei der Brut störten.

Die großen Blätter sollen den Schwänen am besten schmecken. Die Pflanze leide nicht wirklich darunter. Quelle: Andrea Müller

Die meisten Tier sind bereits abgezogen

Auch bis zu 5000 Gänse seien hier gewesen. Die meisten von ihnen seien aber ebenfalls bereits weiter gezogen. An einigen Stellen kann man sie dennoch weiter beim Fressen beobachten. Da sind aber vor allem noch Stare. Sie kann man direkt auf den Feldern neben den Schwänen beobachten. Ludwig meint, es seien an die 500 Vögel. Lärm machen sie jedenfalls für 5000. Es ist ein Auf und Nieder. Sobald sie sich sicher fühlen, stürzen sie sich wieder auf das Feld unter den Bäumen.

Schäden haben viele Ursachen

Wir haben versucht, auf die Schwäne zu reagieren“, sagt Brinkmann von der MAG. Die Agrargenossenschaft habe mehr Raps angebaut. Doch dann sei letztes Jahr sehr trocken gewesen. Die Trockenheit habe für große Verluste gesorgt. Noch ein Jahr zuvor –2017 – sei es das Zuviel an Regen gewesen. In früheren Zeiten sei auch versucht worden, die Tiere zu verbrämen – zum Beispiel mit Lärm. Da mache man heute nicht mehr.

Schwäne mögen vor allem Raps. Sie sitzen zu Dutzenden in den Feldern und fressen. Quelle: Andrea Müller

Kompensationsprogramm Zülowniederung

Bernd Ludwig verweist bezüglich der Schäden durch die Vögel auf das komplexe Kompensationsprogramm Zülowniederung. Mit Hilfe der Zählungen und der Kartierung der Vögel könnten die Schäden beziffert werden. Die Märkischen Agrargenossenschaften in Mittenwalde und Groß Machnow bekämen Entschädigungen, die vom neuen Großflughafen BER bezahlt würden.

Außerdem hielten sich diese in Grenzen. „Die Schwäne fressen eher die großen Blätter vom Raps“, sagt er. Die Pflanze vertrage dies und wachse weiter. Da, wo es Lücken auf den Feldern gebe, sei der Raps erst gar nicht aufgegangen. Kraniche würden jetzt ohnehin vorrangig von Regenwürmern leben. Wirkliche Schäden entstünden erst nach dem Drill etwa von Mais.

Von Andrea Müller