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Mittenwalde Solarpark entsteht auf ehemaliger Deponie
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19:19 04.02.2020
Auf der ehemaligen Deponie Vierruthenweg zwischen Mittenwalde und Groß Machnow soll ein Solarpark entstehen. Quelle: Andrea Müller
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Mittenwalde

Einstimmig beschloss der Hauptausschuss von Mittenwalde am Montagabend die Entstehung eines Solarparkes auf der ehemaligen Deponie Vierruthenweg. „Eine gute Sache, denn wenn wir in Deutschland keine Energie aus Kohle und Atomen mehr gewinnen wollen, brauchen wir Alternativen“, so der Vorsitzende Frank Kausch (für die SPD). Strom aus Photovoltaikanlagen sei eine solche Möglichkeit.

Die ehemalige Deponie ist mit einem alten Zaun vom Plattenweg abgegrenzt. Quelle: Andrea Müller

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Was für ein Flächennaturdenkmal?

Doch das beabsichtigte Gelände zwischen Mittenwalde und Groß Machnow ist sensibel; es befindet sich inmitten eines Naturschutzgebietes und auf einem Flächendenkmal. Was genau das für ein Denkmal ist, konnte auf Nachfrage weder die Stadt noch der Hauptausschuss-Vorsitzende beantworten.

Schon 1936 Naturschutzgebiet

Aus der Geschichte ist bekannt, dass dieses weitläufige Territorium zu den Großmachnowern Weinbergen zählt. In der Beschlussvorlage wird auch auf Weinanbau in etwas mehr als einen Kilometer Entfernung verwiesen. Früher wurden hier Schafe gehalten, die die Vegetation flach hielten und zur Ausbildung einer artenreichen Steppenflora beitrugen. Schon 1936 wurde die Fläche als erste in Brandenburg zum Naturschutzgebiet erklärt. Heute gehört es zum Naturschutzgebiet Notte-Niederung.

Der Vierruthenberg mit dem Plattenweg rechts. Hier gab es früher eine Deponie, das Gelände gilt als Konversionsgebiet. Quelle: Andrea Müller

Ein alter Mammutknochen

Ganz in der Nähe fanden hier auch 2003 Ausgrabungen statt. Dabei wurden bedeutende Funde frühslawischer Besiedlung gemacht. Alte Burgwälle, Dorf- und Grabstellen wurden ausgemacht. Direkt auf dem benannten Gebiet sei, so die Heimatforscherin Vera Schmidt, sei vor Jahren ein Mammutknochen aufgefunden und ausgegraben worden.

Für den Fall des Falles

Dennoch geht die Stadt „nach gegenwärtigem Kenntnisstand im Bereich des Vorhabens nicht von Bodendenkmalen aus“, hat aber zugleich Maßnahmen für den Fall des Falles definiert: „Sollten bei Erdarbeiten Bodendenkmale, Steinsetzungen, Mauerwerk, Holzpfähle, Scherben, Stein- oder Metallgegenstände, Knochen und Ähnliches entdeckt werden, sind diese unverzüglich der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem archäologischen Landesmuseum anzuzeigen.“

Die Natur holt sich hier alles zurück; sogar auf den alten Zaunpfählen wächst und grünt es. Quelle: Andrea Müller

Grün überwuchert alles

Das Gelände ist heute mehr oder weniger gut mit einem alten Zaun gesichert, der aber an vielen Stellen undicht ist, so dass der hier entstandene Park oder Wald mit Birken und anderen Bäumen betreten werden kann. Es grenzt unmittelbar an eine alte Kiesgrube, die ebenfalls mit einem Zaun gesichert ist, aber offensichtlich von Motorcrossfahrern benutzt wird. Alles scheint verwildert und der Natur überlassen.

Blick auf die angrenzende Kiesgrube zwischen Mittenwalde und Großmachnow. Quelle: Andrea Müller

SUNFarming will bauen

Bauen will hier die Sun-Farming GmbH auf einem Gelände von rund 1,5 Hektar eine Photovoltaikanlage zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom. Nach den derzeitigen Planungen, so steht es in der Beschlussvorlage, soll die Leistung bei ein Mega Watt Peak betragen. Das ist eine häufig gebrauchte, aber nicht normgerechte Bezeichnung der Leistung von Photovoltaikanlagen. Sun-Farming ist ein Unternehmen der Alensys-Unternehmensgruppe (Alensys Alternative Energiesystem AG) mit Hauptsitz in Erkner.

Keine Kosten für die Stadt

Der Stadt würden mit dem Projekt keinerlei finanzielle Belastungen auferlegt. Sämtliche Kosten – von der Planung bis zur Inbetriebnahme – trage der Vorhabenträger, der seinerseits mit dem Solarpark den CO-2-Ausstoß weiter senken möchte und damit einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas leiste. Über die Einzelheiten sollen die Träger öffentlicher Belange noch informiert werden; auch über die Auswirkungen im Hinblick auf den Umfang der Umweltprüfung.

Die Kiesgrube ist mit einem Tor verschlossen. Quelle: Andrea Müller

Thema für die Stadtverordneten

Im nächsten Schritt muss sich nun die Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde mit dem Thema Solarpark auf dem Vierruthenberg auseinander setzen. Sie soll voraussichtlich noch im Februar stattfinden.

Von Andrea Müller

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