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Mittenwalde Bebauungsplan zur Erweiterung des Kfz-Betriebes Draebert spaltet Motzen
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Bebauungsplan zur Erweiterung des Kfz-Betriebes Draebert spaltet Motzen
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18:31 14.05.2019
Wilfried Buschack (l.) und Thomas Fenske von der Bürgerinitiative „Ruhiges Wohnen in der Köriser Straße in Motzen“ gehen auf die Barrikaden, weil die Autowerkstatt im Wohngebiet erweitert werden soll. Quelle: Andrea Müller
Motzen

 Der Karosserie, Lackier- und Servicebetrieb Draebert in Motzen möchte seine Dienste erweitern und hat darum einen neuen Bebauungsplan aufgestellt. Genau an diesem scheiden sich im Ort die Geister: Die einen wollen im betroffenen Wohngebiet ihre Ruhe haben; die anderen schätzen die Dienstleistungen rund ums Auto ganz in Wohnnähe.

Im Motzener Ortsbeirat sind die Pläne der Firma Draebert gerade durchgewunken worden. Einstimmig! Die Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde hat die Thematik in der jüngsten Sitzung nun erst einmal zurück in den Wirtschaftsausschuss verwiesen. Der soll nun genau prüfen, was Sache ist.

Blick auf die Motzener Autowerkstatt von hinten. Das Unternehmen schleppt unter anderem rund um die Uhr Autos ab und agiert europaweit. Quelle: Andrea Müller

Knifflige Angelegenheit

Ganz einfach dürfte diese Prüfung nicht sein, denn die Angelegenheit ist knifflig. Die Firma hat mit ihren Dienstleistungen rund ums Auto aufgrund ihres langjährigen Bestehens einen gewissen Bestandsschutz, weswegen die nun geplante Erweiterung und der Bau einer Halle von 80 Metern Länge, zwanzig Metern Breite und einer Höhe von neun Metern gute Chancen auf Genehmigung hat. Dies, obwohl die Behörden wissen, dass sich der Betrieb inmitten eines Wohngebietes befindet. „Der Betrieb mit Lackiererei wurde (seinerzeit) genehmigt und hat aus diesem Grund einen gewissen Bestandsschutz“, so Kreis-Pressesprecher Bernhard Schulz. Dabei schränkt er ein: „Dies gilt ausdrücklich nicht für ungenehmigt errichtete bauliche Anlagen.“

Für die Anwohner im Wohngebiet würde mit dem Neubau der geplanten Halle ein weiteres Stück Natur verloren gehen. Wer etwas weiter weg wohnt, schätzt jedoch die Dienstleistungen gleich um die Ecke. Quelle: Andrea Müller

Illegale Bauten auf dem Gelände

Nach den Aussagen der Bürgerinitiative „Ruhiges Wohnen in der Köriser Straße in Motzen“ – vertreten durch Thomas Fenske und Wilfried Buschack – soll mit dem neuen Bebauungsplan auch dieses Problem nachträglich geheilt werden. „Dass hier illegal Bauten errichtet wurden, hat die Bauaufsicht schon vor Jahren festgestellt“, behaupten die beiden Männer. Der Landkreis will sich direkt dazu mit Berufung auf laufende Verfahren nicht äußern. Doch die Bürgerinitiative will vor dem Hintergrund der nächsten Betriebsvergrößerung nicht mehr still zusehen. „Es gab viele Versuche, das nachbarschaftlich zu regeln, doch die sind gescheitert“, meint Thomas Fenske, der in unmittelbarer Nachbarschaft der Autowerkstatt wohnt.

Hier ist ein Teil der ungenehmigten Bauten im linken Bereich auf der Quelle: Andrea Müller

Lärm auch nachts und an Wochenenden

Er spricht von Lärm in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen. Da auch eine Lackiererei zum Betrieb gehöre, kämen Geruchsbelästigungen dazu. Mit seinem Handy hat er mehrere solcher lauten Momente festgehalten und sie der MAZ zur Verfügung gestellt. Mehrere Anwohner haben gegen die Ausbaupläne im beschleunigten Verfahren Widerspruch eingelegt. Mit Erfolg. Das Verfahren musste nun im normalen Prozedere durchgeführt werden.

Ein Teil der Firma geht nach Teupitz

Die Gegenseite kann das Agieren der Bürgerinitiative nicht nachvollziehen. „Zumal wir einen Großteil der Tätigkeiten nun nach Teupitz ausgliedern werden“, sagt der Senior-Chef der Firma Draebert. Das Unternehmen wird bereits seit 2018 von seinen Söhnen Rick und Dustin geleitet. „Wir haben dafür bereits ein Grundstück in Teupitz käuflich erworben“, erklärt Detlef Draebert, die die Firma 1991 gegründet hatte.

Messungen nicht gefordert

Gleichzeitig ist ihm klar, dass die Anwohner erheblichen Lärmbelästigungen ausgesetzt waren und sind. „Wir sind eine Abschleppfirma, die rund um die Uhr arbeitet“, sagt Draebert-Senior. Wenn auf der Autobahn ein Unfall passiere, würden seine Leute zum Abschleppen gerufen. Die Firma agiere europaweit. Die Lackiervorbereitung sei mit dem Umweltamt abgesprochen. „Wir mussten ja einen Umwelt- und Emissionstest bestehen“, erklärt er. Der Landkreis allerdings unterstreicht, dass es in dem aktuellen B-Plan- Genehmigungsverfahren keine Messungen gegeben habe. Die seien im vorliegenden Baurechtsverfahren nicht gefordert, so Kreis-Sprecher Schulz.

Ortsbeirat will Gebiet weiter entwickeln

Ortsvorsteher Wolfgang Kroll (Pro Bürger) sagt in Bezug auf das Bauvorhaben: „Wir haben uns dafür entschieden, das Gebiet weiter zu entwickeln.“ Deswegen habe der Ortsbeirat den Plänen zugestimmt. Zudem würde rund die Hälfte der Einwohner von Motzen, die ein Auto haben, es hier reparieren lassen, wenn was nicht in Ordnung ist. Das Architekturbüro Bley, das die Pläne für die Firma Draebert entwickelt, stellt fest: „Die Betrieb hat sich am Standort störungsfrei etabliert.“ Gleichzeitig werden in den B-Planunterlagen die ungenehmigten Bauten auf dem Gelände konkret benannt. Dazu gehören ein Anbau an die Halle, eine Garage, Stellplatzanlage und Lagerplatz, Container sowie eine Einhausung im Anschluss an die Halle. Das Büro bestätigt in den Unterlagen zum neuen B-Plan die Einleitung eines „ordnungsbehördlichen Verfahrens“.

Entscheidung liegt bei Stadtverordneten

Von den Mittenwalder Stadtverordneten hat sich bisher nur Lothar Pehla (CDU) vor Ort blicken lassen. „Diese Werkstatt geht an diesem Standort mitten in einem Wohngebiet gar nicht“, lautete im Anschluss sein Kommentar. Nun ist der Wirtschaftsausschuss am Zug, danach erneut die Stadtverordnetenversammlung. Die nächste Sitzung findet allerdings erst nach den Kommunalwahlen am 26. Mai statt. Am Ende muss die Stadtverordnetenversammlung der Stadt darüber befinden, ob dieser Bebauungsplan genehmigt wird oder nicht.

Von Andrea Müller

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