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Mittenwalde Brand in Töpchin: Identität des Toten weiter ungeklärt
Lokales Dahme-Spreewald Mittenwalde Brand in Töpchin: Identität des Toten weiter ungeklärt
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17:25 30.12.2019
Vom Wohnhaus sind nur noch Trümmer übrig. Quelle: Oliver Fischer
Töpchin

Die Spuren der dramatischen Nacht sind am Montagvormittag in der Töpchiner Straße Am Graben noch allgegenwärtig. Dort, wo bis gestern ein Holzbungalow stand, ist nur noch ein verkohlter Haufen zu sehen. Das Blechdach liegt auf dem Boden, es ist genauso schwarz wie die undefinierbaren Holz- und Eisenteile, die aus dem Trümmerfeld emporragen. Über allem hängt Rauch, der auch Stunden nach Ende des Löscheinsatzes noch aus den Resten aufsteigt.

Kriminalbeamte steigen über das Absperrband, fotografieren den Brandort, forschen nach der Ursache – und suchen nach einem möglichen Opfer. Diese Untersuchung könne Tage dauern, heißt es. Sicher ist bislang nur, dass ein Mensch ist in der Nacht gestorben ist. Die Ermittler schließen aber zu diesem Zeitpunkt nicht aus, dass sich in den Überresten des Hauses noch ein weiteres Opfer befinden könnte.

Bei Ankunft der Feuerwehr stand Haus schon in Flammen

Laut Polizeibericht ging der Alarm um 1.45 Uhr bei der Leitststelle ein. Acht Feuerwehren rückten daraufhin aus. Als sie ankamen, stand das Haus schon im Vollbrand. Die Löscharbeiten dauerten dann bis in den Morgen. „Das Gebäude war über die Jahre erweitert worden, es war ein Komplex aus Schuppen, Garage und Wohnhaus, das mit einfachen und höchst brennbaren Materialien zusammengezimmert wurde“, sagt Stadtwehrführer Christian Thieke.

Die Hitzeentwicklung sei deshalb immens gewesen. „Es herrschten Temperaturen von mehr als 1000 Grad, in 20 Metern Entfernung sind Plastiktonnen zusammengeschmolzen“, sagt Thieke. Seine Leute mussten zwei Stunden lang sechs C-Rohre einsetzen, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. „Einen solchen Brand hatten wir schon lange nicht mehr in Mittenwalde“, sagt der Stadtbrandmeister.

Hautpaufgabe sei es deshalb auch gewesen, zu verhindern, dass die Flammen auf umliegende Häuser überspringen konnten. „Das haben alle Beteiligten auch sehr gut gemacht“, so Thieke. Der Bungalow selbst war allerdings nichts mehr zu retten, genauso wenig wie das Opfer, das später aus den Trümmern geborgen wurde.

Keine Angaben zur Identität des Opfers

Wer der Tote ist, ist nach wie vor unklar. Die Polizei kann bislang zur Identität keine Angaben machen. Der Leichnam sei so stark verkohlt, dass man nicht einmal feststellen könne, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handele, heißt es.

In der Nachbarschaft geht man allerdings davon aus, dass es sich dabei um den Bewohner des Hauses handelt: einen früheren Dachdecker, inzwischen über 80 Jahre alt, der – so erzählt man – ein unauffälliges und zurückgezogenes Leben geführt haben soll. Er habe auch eine Lebensgefährtin gehabt, die ihn regelmäßig besuchte. Die Polizei hielt es am Montag für möglich, dass sie sich ebenfalls im Haus aufhielt. Ob es konkrete Anhaltspunkte dafür gibt, war aber nicht zu erfahren.

Nachbar klopfte noch ans Fenster

Dietmar Jung, dessen Haus direkt neben dem Unglückshaus liegt, berichtet von dramatischen Szenen. Er habe irgendwann Qualm gerochen, sich dabei aber nichts gedacht, erzählt er. Qualmgeruch sei nicht ungewöhnlich dort. Das Gebiet rund um die Straße Am Graben ist seit Jahrzehnten eine Bungalow-Siedlung. Erst seit wenigen Jahren dürfen dort auch Wohnhäuser gebaut werden. Massive Einfamilienhäuser stehen deshalb dort zwischen hölzernen Datschen aus den 60er-Jahren, die kaum größer sind als Schuppen. „Manche Eigentümer sind wochenlang nicht in ihrem Bungalow. Wenn sie dann kommen und den Ofen anheizen, dann riecht es eben nach Rauch“, sagt Jung.

Die Polizei suchte in den Trümmern nach einem möglichen weiteren Opfer Quelle: Oliver Fischer

Dann aber – es war viertel vor zwei – habe es draußen plötzlich einen Knall gegeben. „Meine Frau hat die Feuerwehr alarmiert, ich bin rausgerannt. Da brannte schon alles“, erzählt Jung. Er habe dann das Gartentor seines Nachbarn eingetreten, an die Tür und die Fenster gehämmert und den Namen des Nachbarn gerufen, berichtet Dietmar Jung. „Drinnen war aber schon alles schwarz.“

Den Rest der Nacht habe er vor dem Fernseher verbracht, während die Feuerwehrleute draußen löschten, was noch zu löschen war. An Schlaf sei nicht zu denken gewesen. „Wenn so etwas vor der eigenen Haustür passiert, dann nimmt einen das schon mit“, sagt Dietmar Jung.

Von Oliver Fischer

Zwei Menschen wurden nach dem Brand in Mittenwalde vermisst. Einer der Vermissten wurde nun am Brandort tot aufgefunden. Wo sich die zweite Person befindet, ist weiter unklar.

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