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Dahme-Spreewald Mit Großaufgebot: Polizei sucht in Waldstück nach Leiche von Rebecca
Lokales Dahme-Spreewald Mit Großaufgebot: Polizei sucht in Waldstück nach Leiche von Rebecca
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00:25 10.03.2019
Polizei sucht in einem Waldstück zwischen Wolzig und Kummersdorf nach der vermissten 15-jährigen Rebecca aus Berlin. Quelle: Oliver Fischer
Wolzig

Polizisten durchkämmen seit Donnerstagvormittag ein Waldgebiet nahe dem Ortsteil Wolzig der Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald. Das erfuhr die MAZ aus Ermittlerkreisen. Die Polizisten sind auf der Suche nach der seit dem 18. Februar vermissten Schülerin Rebecca (15) aus Berlin. Die Mordkommission geht einem Polizeisprecher zufolge einem konkreten Hinweis nach.

Rund 90 Berliner Polizisten suchen in dem Kiefern- und Laubwald südlich der Straße zwischen Kummersdorf und dem Nachbardorf Wolzig. Sie sind mit langen Stöcken und zum Teil mit Schaufeln ausgerüstet.

Auch drei Leichenspürhunde und einen Personensuchhund sind im Einsatz. Unterstützt wird die Suche von einem Hubschrauber. Auch Ermittler der Mordkommission und Kriminaltechniker sind vor Ort.

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass Rebecca getötet wurde. Nach Ansicht der Ermittler hatte sie zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Tötung das Haus ihres Schwagers wohl nicht verlassen. „Wir gehen inzwischen fest davon aus, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt“, sagte Michael Hoffmann vom Landeskriminalamt Berlin in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.

Nach der Ausstrahlung am Mittwochabend waren mehr als 150 neue Hinweise bei der Mordkommission eingegangen. Die Polizei hatte gefragt, wer das auffällige Auto des verdächtigen Schwagers in Brandenburg gesehen hat.

Noch immer sucht die Polizei nach der vermissten Rebecca aus Berlin. Nun gehen die Beamten in einem Wald in Brandenburg einem konkreten Hinweis nach. Möglicherweise suchen sie dort nach der Leiche des Mädchens.

Bei dem neuen Fahndungsaufruf der Polizei war es am Mittwoch um „zwei seltsame und klärungsbedürftige Fahrten mit dem Auto des Schwagers“ gegangen, wie Kriminalhauptkommissar Michael Hoffmann, Leiter der zuständigen 3. Mordkommission, sagte.

Demnach fuhr der 27-jährige Deutsche am Vormittag des Verschwindens von Rebecca und am Abend des nächsten Tages mit dem Familienauto von Berlin Richtung Frankfurt (Oder) an der polnischen Grenze. Dabei wurde das Auto von einem automatischen Kennzeichenerfassungssystem der Polizei auf der Autobahn nahe der Ausfahrt Storkow registriert.

„Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen“, sagte Hoffmann. „Die Fahrten passen aber überhaupt nicht zu der Version, die er erzählt hat.“ Die Polizei habe Widersprüche bei den Aussagen des Mannes festgestellt.

Rätselhafter Appell von Rebeccas Vater

Rebecca habe an dem Morgen das Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers nicht verlassen, sagte er. Das ergebe sich auch einigen Informationen sowie der Analyse der Routerdaten und ihrem Telefonverhalten. „Wenn wir dies voraussetzen, dann war der Schwager mit ihr allein zur fraglichen Tatzeit in diesem Haus.“

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager weiterhin für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL am Mittwoch: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“ Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“ Der Vater nimmt an, seine Tochter sei entführt worden und befinde sich jetzt in einem Keller oder leerstehenden Haus, wie er der Zeitung „B.Z.“ sagte.

Die Vereinigung Berliner Strafverteidiger kritisierte das Vorgehen von Polizei und Medien. Die Darstellungen würden die Unvoreingenommenheit und Fairness gegenüber dem Verdächtigen „in der frühesten Phase des Verfahrens“ untergraben. Es sei auch an der Staatsanwaltschaft, „dem rechtswidrigen Treiben von mindestens Teilen der Ermittler entgegenzutreten“. Diese korrumpierten mit der Weitergabe von Informationen an Medien „die Verfahrensfairness möglicherweise irreparabel“. Man fordere von der Presse, die Vorverurteilung einzustellen.

Mehr zum Thema:

Chronologie der Ereignisse

18. Februar: Rebecca wird als vermisst gemeldet

21. Februar: Die Polizei veröffentlicht Fahndungsbilder

23. Februar:
Ermittler gehen von Verbrechen aus

26. Februar:
Rebeccas Familie bereitet ein Detail Kopfzerbrechen

28. Februar:
Der Schwager wird erstmals festgenommen

01. März:
Rebeccas Schwager wird aus U-Haft entlassen

04. März:
Erneuter Haftbefehl gegen Schwager

05. März:
Neue Beweise belasten Schwager schwer

06. März:
Polizei veröffentlicht Fotos des Schwagers

Von MAZonline/dpa

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