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Dahme-Spreewald Protest mit einer „Dosis Fluglärm“
Lokales Dahme-Spreewald Protest mit einer „Dosis Fluglärm“
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11:08 10.03.2014
Fluglärmgegner bei ihrer Mahnwache am Sonntagvormittag in Frankenfelde. Quelle: Martina Burghardt
rankenfelde

Still ging es bei der Mahnwache von Fluglärmgegnern am Sonntagvormittag in Frankenfelde nicht zu. Vor dem Haus der CDU-Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche demonstrierten sie mit Lautsprechern, mit welchem Geräuschpegel es die Bewohner rund um den Flughafen BER zu tun haben werden. Und das nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Viermal drei Minuten waren den Vertretern der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm für ihre „Lärmwehr“ genehmigt worden, eine fünfte „Dosis Fluglärm“ wurde von der Polizei abgebrochen. Sprecher Roland Skalla bat bei den Frankenfeldern um Nachsicht für die Ruhestörung.

Die rund 40 Teilnehmer der Mahnwache, darunter mehrere Kinder, forderten die Einhaltung eines strikten Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr. Sie waren aus Kleinmachnow, Stahnsdorf, Zeuthen, Potsdam, Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren, Wilhelmshagen, Rahnsdorf und Zossen angereist.

Den Kompromiss – die Nachtruhe von 23 bis 5 Uhr – bezeichnete Skalla als „Brandenburger CDU-Schleichweg“. Auf Plakaten wurde deshalb die Frage gestellt: „Lügt Frau Reiche?“ „Alle Bürgerinitiativen in Berlin und Brandenburg werden das bisher verlogene Spiel der SPD und CDU, aber auch das tänzelnde Hin und Her der Linken im Kommunal- und Landtagswahlkampf zum Thema machen“, sagte Skalla. Er kündigte ein neues Volksbegehren an, das den Bau einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen BER gesetzlich ausschließen soll.

Berechnungen, dass ein Nachtflugverbot die Wirtschaftlichkeit des neuen Flughafens negativ beeinflussen würden, werden nicht nur von Bürgerinitiativen bezweifelt. Geringe volkswirtschaftliche Nachteile müssten dem „überragend wichtigen Schutz der Gesundheit“ untergeordnet werden, fordert der Sprecher des „Aktionsbündnisses für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg“, Matthias Schubert. Nach Berechnungen eines Gutachters würden infolge des Nachtflugverbots „maximal 140 Arbeitsplätze in der Region nicht entstehen“. Diese Zahl sei lächerlich gering im Verhältnis zu den gesundheitlichen Schäden und dem Verlust an Lebensqualität durch Nachtflug.

Katherina Reiche hatte im August 2013 auf eine Anfrage der Bürgerinitiativen geantwortet, dass der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm und damit die größtmögliche Minimierung der Belastungen, vor Wirtschaftlichkeitserwägungen stehen müsse. Das gelte besonders für den Fluglärm in der Nacht. Sie war während der Protestveranstaltung nicht zu sehen.

Von Martina Burghardt

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