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Dahme-Spreewald RVS reagiert in Dahme-Spreewald mit Notfallfahrplänen
Lokales Dahme-Spreewald RVS reagiert in Dahme-Spreewald mit Notfallfahrplänen
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17:46 25.09.2019
Bus der RVS in Königs Wusterhausen. Quelle: Oliver Fischer
Dahme-Spreewald

Die derzeitige Ausnahmesituation bei der Regionalen Verkehrsgesellschaft RVS hat im Unternehmen zu einem Umdenken geführt. RVS-Geschäftsführer Siegfried Richter hat im Ausschuss für Kreisentwicklung mehrere Maßnahmen angekündigt, damit eine Situation wie im September künftig nicht mehr entstehen kann – oder zumindest weniger Auswirkungen auf die Passagiere hat.

Bei der RVS waren zuletzt aufgrund von Krankheit und Urlaub speziell im Norden des Landkreises zahlreiche Busfahrer ausgefallen. Zeitweilig fehlten dem Unternehmen bis zu 20 Fahrer, was zu erheblichen Einschränkungen führte. Diese Situation hat sich noch immer nicht entspannt. Aktuell fallen etwa auf der Linie 726, die zwischen Bestensee und dem Amt Schenkenländchen verkehrt, mehrere Fahrten aus. Auch die Linie 743 in Großziethen verkehrt deutlich seltener. Das sei aber noch kein grundsätzliches Problem, sagt Siegfried Richter.

18 von 72 Busfahrern krank

„Wir haben aktuell in Mittenwalde, wo knapp die Hälfte aller RVS-Fahrer arbeiten, einen unerklärlich hohen Krankenstand. Eigentlich halten wir genügend personelle Reserven vor, aber aktuell sind dort 18 von 72 Busfahrern krank gemeldet. Das können wir nicht auffangen“, so Richter. Einen kollegialen Boykott der Busfahrer schließt der Geschäftsführer aus. „Die Stimmung unter den Fahrern ist gut, es handelt sich tatsächlich um Krankheitsfälle.“

Problematisch daran sei für die Kunden zuletzt gewesen, dass auf vielen unterschiedlichen Linien Fahrten ausgefallen sind. Das habe an der inneren Organisation der RVS gelegen. Weil Fahrer bisher nicht linientreu eingesetzt wurden, waren einzelne Fahrer im Laufe eines Dienstes auf bis zu acht verschiedenen Linien unterwegs. Entsprechend viele Linien seien dann auch vom Ausfall eines einzigen Fahrers betroffen gewesen. „Dadurch ist der Eindruck entstanden, dass bei der RVS gar nichts mehr funktioniert“, sagt Richter.

Fahrer künftig stärker an Linien gebunden

Dieses System habe man nun umgestellt. Die Fahrer sind jetzt stärker an Linien gebunden. Auf diese Weise lasse sich leichter steuern, welche Linien bei akutem Fahrermangel weniger bedient werden. „Dafür haben wir einen Notfallfahrplan erarbeitet, bei dem wir gezielt Linien ausfallen lassen, für die es Alternativen gibt“, so Richter.

Die erste Linie, die laut diesem Notfallfahrplan eingeschränkt wird, ist die 743 in Großziethen, weil es dort alternative Möglichkeiten gibt. Aktuell werden durch Kürzungen dort zwei Fahrer eingespart, die anderweitig eingesetzt werden können, so Richter. Auf der Linie 726 im Amt Schenkenländchen ließen sich ebenfalls relativ leicht bis zu drei Fahrer einsparen. Falls die Not noch größer wird, fallen die Linien 735 und 736 zwischen Wildau und Schönefeld aus, was ebenfalls zwei Fahrer einspart.

RVS will Fahrern höhere Prämien zahlen

Als weitere Maßnahme sollen Fahrer innerhalb des Unternehmens flexibler eingesetzt werden. Aktuell sei es noch schwierig, Personal aus dem Lübbener oder Luckauer Bereich für Linien im Norden einzuteilen. „Die Fahrer müssen sich die Linien erst aneignen, das dauert seine Zeit“, so Richter. Man habe aber mit entsprechenden Schulungen begonnen.

Das Unternehmen bemühe sich auch mit Prämien die Krankheitstage niedrig zu halten. Bereits seit Januar erhält 100 Euro zusätzlich, wenn er nicht mehr als zwei Tage im Monat krank ist. „Damit konnten wir den Krankenstand auch grundsätzlich senken“, so Richter. Dieses Prämienmodell würde der RVS-Geschäftsführer aber gerne noch aufstocken. „Ich würde gerne noch höhere Prämien zahlen, mit denen Anwesenheit, Flexibilität bei Diensten, guter Spritverbrauch, die Sauberkeit des Busses und wenig Kundenbeschwerden belohnt werden“, sagt er. Dafür muss der Kreistag allerdings das Budget der RVS um einen sechsstelligen Betrag erhöhen. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Richter will Fahrer aus dem Ausland anwerben

Richter machte im Ausschuss aber klar, dass diese Prämien auch eine zentrale Bedeutung über die aktuellen Engpässe hinaus haben. Denn die RVS hat in den nächsten zwei Jahren eine große Aufgabe vor sich: Wegen der Eröffnung des BER Ende kommenden Jahres und dem neuen Nahverkehrsplan des Landkreises müssen in den nächsten Jahren noch rund 20 Fahrer zusätzlich eingestellt werden. Da könnten Prämienanreize helfen, um den Landkreis wettbewerbsfähiger zu machen – denn Brandenburg zahlt den niedrigsten Tarif aller Bundesländer.

Siegfried Richter glaubt allerdings nicht, dass die Prämien reichen werden. Deshalb setzt er auch auf Busfahrer aus dem Ausland – etwa aus Spanien. „Da gibt es dann natürlich Sprachprobleme“, sagt er. „Aber mir ist es lieber, dass die Busse zuverlässig fahren, auch wenn der eine oder andere Fahrer dann möglicherweise Fragen von Kunden nicht beantworten kann.“

Von Oliver Fischer

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