Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Rauswurf von Ennullat erregt die Gemüter
Lokales Dahme-Spreewald Rauswurf von Ennullat erregt die Gemüter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:30 17.12.2014
Swen Ennullat Quelle: Franziska Mohr
Königs Wusterhausen

„Ich hätte gern gewusst, was es mit den Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Rauswurf des ehemaligen Fachbereichsleiters für Soziales, Swen Ennullat, auf sich hat“, nutzte am Montagabend die Niederlehmerin Monika Jentsch die Bürgerfragestunde des Stadtparlaments. Sie habe mit großer Aufmerksamkeit den MAZ-Artikel im September sowie den RBB-Beitrag Mitte November verfolgt.
„Aufgrund des laufenden Rechtsstreites kann ich mich dazu nicht äußern“, sagte der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD). Er bitte diesbezüglich um Verständnis.

Vertrag wurde nicht verlängert - Ennullat wurde freigestellt

Hauptamtsleiter Werner Blume unterstrich, dass es in Bezug auf Swen Ennullat zu keinen Ungereimtheiten, sondern höchstens zu Unstimmigkeiten gekommen sei. Den Fall müssten jetzt die Gerichte klären. Das allerdings könne, wie ein aktueller Fall in der Gemeinde Schönefeld zeige, bis zu drei Jahren dauern.

Im September hatte Bürgermeister Franzke den auf 24 Monate befristeten Vertrag als Führungskraft auf Probe von Swen Ennullat nicht verlängert (die MAZ berichtete). Er stellte ihn von der Arbeit frei, obwohl sein Arbeitsvertrag mit der Stadt eigentlich erst am 31. Dezember dieses Jahres endet.

Finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Kita Knirpsenstadt

Schon damals äußerte der Verwaltungswirt Ennullat den folgenden Verdacht: „Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den von mir aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung überhöhter Personalkosten in der Kita ,Knirpsenstadt’ und meinem Rauswurf.“ Erst nach seinem massiven Drängen habe der Bürgermeister im Mai eine Strafanzeige gestellt, nachdem die Abrechnungen im Rathaus jahrelang als sachlich richtig gezeichnet worden seien. Gegen Franzke selbst läuft diesbezüglich jetzt ein Strafantrag.

Ennullat war sofort nach der nicht erfolgten Vertragsverlängerung überzeugt: „Ich habe die Kreise gestört und musste daher weg.“ Die Kita „Knirpsenstadt“ wird vom Humanistischen Regionalverband Ostbrandenburg betrieben. Der Geschäftsführer der Humanisten, David Driese, ist Vize-Chef des Unterbezirks Dahme-Spreewald und gilt in Parteikreisen allgemein als aufgehender Stern der SPD.

Ennullat wird von CDU-Abgeordneter vertreten

Franzke ist in diesem SPD-Unterbezirk als Beisitzer tätig. Juristisch wird Ennullat von der Rechtsanwältin Laura Lazarus vertreten, die pikanterweise zugleich als CDU-Abgeordnete im Stadtparlament Königs Wusterhausen sitzt. Der Linken-Abgeordnete Thorsten Kleist wollte daher wissen, ob hier nicht ein Interessenkonflikt vorliege. Schließlich seien die Abgeordneten des Stadtparlaments die direkten Vorgesetzten des Bürgermeisters.

„Diese Frage hat uns auch bewegt. Es ist moralisch zu hinterfragen, aber rechtlich nicht angreifbar“, sagt Hauptamtsleiter Blume. Er begründet dies mit einer Entscheidung des Landesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2012, das den ursprünglichen Paragraphen 23 der Kommunalverfassung für nichtig erklärte. Demnach hätten ehrenamtlich in Kommunalvertretungen tätige Menschen berufsmäßig die Ansprüche Dritter gegenüber Städten und Gemeinden nicht durchsetzen dürfen. Das Gericht betrachtete diese Regelung als zu weit gehend. Bisher habe es das Land aber versäumt, eine neue Regelung festzusetzen. Gegen die Vertretung Ennullats durch Lazarus bestünden daher rechtlich keine Einwände.

Von Franziska Mohr

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite.  Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan von der MAZ bei Facebook!

Mehr zum Thema

Auf der Leipziger Buchmesse, die morgen beginnt, wird der Niederlehmer Autor Swen Ennullat sein erstes Buch vorstellen. Hauptfigur im Thriller „Alpendohle“ ist Torben Trebesius, der im Nachlass seines Großvaters eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ entdeckt.

12.03.2013
Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen: Vertrag von Fachbereichsleiter Swen Ennullat wird nicht verlängert - Familienexperte muss gehen

Streit um einen auslaufenden Vertrag: In Königs Wusterhausen muss sich Fachbereichsleiter Swen Ennullat ab Januar 2015 eine neue Stelle suchen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Und genau darüber gibt es Streit mit dem Bürgermeister.

25.09.2014
Dahme-Spreewald Stadt hat nur noch einen Sozialfördertopf - Förderdschungel in Königs Wusterhausen gelichtet

Über Swen Ennullats Gesicht huscht ein Lächeln. Nach anderthalb Jahren Diskussionen in Fachausschüssen und Fraktionen und 13 Entwürfen, in denen gemeinsam mit Vereinen und Verbänden immer wieder geändert, verworfen und neu aufgenommen wurde, kann die erste Sozialförderrichtlinie der Stadt Königs Wusterhausen am 1. Oktober in Kraft treten.

23.09.2013
Dahme-Spreewald Gemeinderat in Zeuthen beschließt Minimalvariante - Erweiterungsbau für Feuerwehr Zeuthen

Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr in Zeuthen können aufatmen. Die Planungen für den dringend benötigten Erweiterungsbau der Feuerwache in der Poststraße können umgesetzt werden und das knapp eine Million Euro teure Projekt ab 2015 starten. Zu diesem Schritt entschied sich die Mehrheit der Gemeindevertreter am Dienstag nach kontroverser Diskussion.

17.12.2014
Dahme-Spreewald Interview mit Max Moor - Kartenverlosung für Lesung in Königs Wusterhausen - „Mir ist vertraut, wie es in einem Dorf tickt“

Max Moor ist einer der beliebtesten Fernsehmoderatoren in Deutschland. Am Mittwoch liest der gebürtige Schweizer in Königs Wusterhausen aus seinen Büchern. Die MAZ verlost Karten für seinen Auftritt. In seinen Büchern schreibt er über seinen Umzug nach Brandenburg, in die arschlochfreie Zone. Im Interview spricht er über Arschlöcher und Bio-Fleisch.

19.12.2014
Dahme-Spreewald Die Jugendarrestanstalt Königs Wusterhausen hat zum Tag der offenen Tür eingeladen - Knast-Einblicke

Wer in den Jugendarrest nach Königs Wusterhausen muss, der muss einige Einschränkungen hinnehmen. Davon konnten sich am Dienstag Besucher überzeugen. Die Arrestanstalt gewährte einen Blick ins Gefängnis. Besonders Schüler hatten beim Rundgang ein komisches Gefühl.

19.12.2014