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Dahme-Spreewald Schnellbus nach Berlin
Lokales Dahme-Spreewald Schnellbus nach Berlin
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07:43 27.07.2017
Das Angebot der RVS-Linien 728, 729 und 730 zwischen Königs Wusterhausen und Mittenwalde soll überarbeitet werden.
Das Angebot der RVS-Linien 728, 729 und 730 zwischen Königs Wusterhausen und Mittenwalde soll überarbeitet werden. Quelle: Dietrich von Schell
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Dahme-Spreewald

Kreispolitiker drängen auf weitere Verbesserungen im Nahverkehr. Zu Jahresbeginn beschloss der Kreistag bereits, die Fahrt- und Wartezeiten für Schüler deutlich zu verringern. Nun fordert die Landtags- und Kreistagsabgeordnete Tina Fischer (SPD) auch bessere Verbindungen zu Unternehmen. „Im Rahmen der ohnehin schwierigen Fachkräftegewinnung ist ein attraktives ÖPNV-Angebot für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein entscheidender Standortfaktor“, so die Politikerin.

Morgens schlechte Verbindung, abends gar kein Anschluss mehr

So sei das Viessmann-Werk in Mittenwalde, wo 300 Beschäftigte im Zweischichtsystem arbeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Um pünktlich zur Frühschicht um sechs Uhr zu kommen, müsse man Busse nehmen, die um 4.41 Uhr oder um 4.53 Uhr in Mittenwalde sind. Eine Rückfahrt von der Spätschicht sei völlig ausgeschlossen. Sie endet um 23 Uhr, der letzte Bus von Mittenwalde fährt um 22.09 Uhr. „Die gesamte Anbindung ist auf Königs Wusterhausen orientiert“, beklagt die Politikerin.

Direkte Verbindungen nach Teltow-Fläming fehlen

Es bestünden keine direkten Verbindungen nach Teltow-Fläming, zum Beispiel nach Rangsdorf oder Ludwigsfelde. „Gerade bei der Gewinnung von neuen Auszubildenden, die in der Regel noch nicht über einen PKW verfügen, stellt sich die Situation äußerst schwierig dar“, so Tina Fischer. Viessmann sei kein Einzelfall. Die Gewerbegebiete Hechtstücke und Schenkendorf müssten „von einer ähnlichen Anbindungsqualität“ betroffen sein.

Schönefelder Firma chartert Busse

Als weiteres Beispiel nennt Fischer das Bringmeister-Lager mit 200 Beschäftigten in Schönefeld, das ebenfalls nur schwer erreichbar sei. Vom Bahnhof Schönefeld fahren Busse nur im Stundentakt ins Gewerbegebiet Hawridge West, in dem mehrere Logistikunternehmen ansässig sind. Das sei schwierig beim Schichtwechsel am frühen Morgen und am späten Abend, sagt sie. Bringmeister habe inzwischen auf eigene Kosten die Busgesellschaft RVS mit zusätzlichen Fahrten beauftragt. „Das kann keine Dauerlösung sein“, so Tina Fischer.

Schnellbusse für Dahme-Spreewald und nach Berlin

In einer Anfrage an den Landrat erkundigt sie sich außerdem zur Errichtung einer Busverbindung zwischen Mittenwalde und Rangsdorf, das waren Bürgeranliegen aus dem vorigen Jahr. Die Antworten der Verwaltung stehen noch aus. Das gilt ebenso für Fischers Vorschlag, Schnellbus-Linien innerhalb des Kreises Dahme-Spreewald, aber auch nach Berlin einzurichten. Diese Busse sollten nur noch zentrale Haltepunkte anfahren, nicht jeden kleinen Ort. So könnten Fahrtzeiten erheblich verkürzt werden. Fischer glaubt, dass ein solches Angebot auch für Menschen interessant sei, die aus Zeitgründen jetzt lieber das eigene Auto nehmen. Tina Fischer erkundigt sich außerdem nach der Möglichkeit einer attraktiven Bus-Anbindung des Bahnhofs Bestensee an den Regionalexpress RE 2 in Königs Wusterhausen. „Dies würde auch zu einer Entlastung der Parksituation in Königs Wusterhausen führen“, sagt sie.

RVS-Sprecher Lutz Strohschein sagte am Mittwoch der MAZ, es werde derzeit eine Stellungnahme zu der Anfrage erarbeitet. Der aktuelle Nahverkehrsplan LDS gilt bis 2020, der Kreistag beschloss ihn.

Von Frank Pawlowski