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Dahme-Spreewald Schönefeld zahlt Autobahnanschluss Hubertus
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld zahlt Autobahnanschluss Hubertus
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00:17 11.02.2017
Die alte Autobahn A117 soll bis 2020/2021 ertüchtigt, die Behelfsbrücke durch eine neue ersetzt werden.
Die alte Autobahn A117 soll bis 2020/2021 ertüchtigt, die Behelfsbrücke durch eine neue ersetzt werden. Quelle: Helicolor-Luftbild Ost
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Schönefeld

Die Finanzierung des Autobahnanschlusses Hubertus in Schönefeld steht. Die Gemeindevertreter beschlossen bei ihrer jüngsten Sitzung den Haushalt 2017. Bei geschätzten Gesamtkosten von 14,5 Millionen Euro in den Jahren 2016 bis 2022 ist es eines der teuersten Infrastrukturprojekte des Rathauses in den nächsten Jahren.

Geplant ist die Ertüchtigung der alten Autobahn A117 samt dem Bau einer neuen Bücke, um die stillgelegte Spur wieder zu reaktivieren. Hinzu kommen der Austausch der derzeitigen Behelfsbrücke der neuen Autobahn an selber Stelle, die Fahrbahnerweiterung von einer auf zwei Spuren je Fahrtrichtung und Abfahrten zur L400 und zum angrenzenden Gewerbegebiet.

Fertigstellung bis 2020/21

Mit Blick auf die Eröffnung des BER-Flughafens sollen so das Nadelöhr beseitigt, Staus vermieden und eine Zufahrt zum neu entstehenden Gewerbegebiet südlich vom ehemaligen Baufeld Ost geschaffen werden. „Am Ende haben wir eine vierspurige Autobahn und links und rechts die Möglichkeit, wieder runterzukommen“, sagte Bürgermeister Udo Haase (parteilos). „Wir entlasten damit auch Eichwalde und Schulzendorf. Viele Autofahrer müssen nicht mehr durch den Ort, sondern können gleich auf die Autobahn fahren“, so Haase weiter. Bauherr ist der Landesbetrieb für Straßenwesen. In den „nächsten Monaten“ erwartet Haase den Planfeststellungsbeschluss. Dann könne mit dem Bau begonnen werden. Schönefeld übernimmt die Baukosten. „Ansonsten würden wir das gar nicht kriegen“, so Haase. Zuvor musste der Bürgermeister die 100-prozentige Finanzierung durch die Gemeinde schriftlich garantieren. Bis 2020/2021 rechnet er mit der Fertigstellung.

Das Projekt ist nicht unumstritten. „Hieß es zuvor noch, wir zahlen nur einen Teil der Kosten, übernehmen wir jetzt komplett. Da sagen wir: Halt, das ist nicht unsere Aufgabe!“, sagte Wolfgang Katzer (Linke). Für Projekte rund um den Flughafen der Bundeshauptstadt müsse Schönefeld nicht zahlen, sondern Bund und Land. Daher habe man dem Haushalt nicht zugestimmt und um Verschiebung des Themas gebeten.

Haase kontert Kritik

Zwar sei er grundsätzlich für das Projekt. Eine Realisierung wäre jedoch erst in zehn bis 15 Jahren vonnöten, wenn der Flughafen bereits eröffnet sei und sich Unternehmen in den Gewerbegebieten angesiedelt hätten. So lange sollte das Geld für die „Steuerung“ und „Kontrolle“ im Bereich Wohnungsbau ausgegeben werden, vor allem, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Die Mieten schaukeln sich hoch, weil damit so viel Profit gemacht werden kann. Bezahlbarer Wohnraum wird knapp. Wir müssen uns dabei von Profis unterstützen lassen, die uns ein gesteuertes Wachstum ermöglichen.“ Ziel sei eine eigene Wohnungsbaugesellschaft für den Wohnungsbau und eine geordnete gewerbliche Entwicklung.

Haase konterte: „Die Kritik ist völlig unverständlich. Das Projekt ist seit Jahren im Gespräch, eine sechsstellige Summe für die Planung bereits ausgegeben. Da kann man nicht mittendrin sagen, jetzt wollen wir etwas anderes machen.“

Von Oliver Becker