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Schönefeld Amazon in Kiekebusch: Zum Richtfest gab es auch Kritik
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20:52 14.05.2019
Amazon feiert Richtfest und Karl Lobeth aus Kiekebusch protestiert. Quelle: Josefine Sack
Kiekebusch

Am Dienstag feierte der Online-Versandhändler Amazon Richtfest in Schönefeld.

Auf der Baustelle in Kiekebusch geht es rasant voran: Amazon will im Oktober 2019 einziehen. Quelle: Josefine Sack

In der Anlaufphase bis zum Jahresende sollen am Standort in Kiekebusch zunächst circa 100 Arbeitsplätze entstehen. In dem neuen, circa 34.000 Quadratmeter großen Sortierzentrum kommen Pakete aus ganz Europa an. In Kiekebusch werden die Waren nach Postleitzahlen sortiert, bevor sie in die Verteilzentren kommen, von wo aus sie an die Kunden versendet werden.

Kritik von Bürgern und aus der Wirtschaft

Der neue Gewerbepark kurz vor dem Ortseingang Kiekebusch stand zuvor in der Kritik. Neben Anwohnern äußerten zuletzt sogar Wirtschaftsförderer ihren Unmut über die Ansiedlungspolitik in Schönefeld. Das neue Amazon-Zentrum sei vor allem dafür da, die Bedürfnisse Berlins und des allgemeinen E-Commerce zu befriedigen. In Kiekebusch sollen bald an die 900 Arbeitsplätze entstehen und bis zu 1000 Lkw täglich fahren.

Amazon feiert Richtfest für neues Sortierzentrum in Kiekebusch. Quelle: Josefine Sack

„Investoren zählen in Schönefeld mehr als wir“, machte Karl Lobeth seinem Ärger über das neue Amazon-Zentrum Luft. Als Anwohner war er nicht zu den Feierlichkeiten geladen, ging aber dennoch hin. Zum Richtfest begrüßte er die Gäste an der Baustelleneinfahrt mit einem Plakat: „Kiekebusch sagt NEIN zur Autobahnanschlusstelle und NEIN zum Logistikcenter.“

Auf gute Nachbarschaft

„Die Schuldigen kommen ja auf dem Weg zum Richtfest alle hier vorbei“, begründete Lobeth seinen Protest. Der Verkehr sei schon jetzt das größte Problem für Kiekbusch und die Nachbarorte. „Wie soll das erst mit der Eröffnung des Flughafens werden? Und dann noch Amazon?“, fragte er.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“: Amazon-Vizechef Andreas Marschner. Quelle: Josefine Sack

Drinnen bei den Feierlichkeiten betonte der Amazon-Vizepräsident EU Transport Services, Andreas Marschner, wie wichtig eine gute Beziehung zur Nachbarschaft sei: „Wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir freuen uns auf den Dialog.“

Für Ortsvorsteher Horst Bieber (FWS) ist das Kind längst in den Brunnen gefallen, wie er sagt: „Wir können uns nur noch arrangieren“, sagt er.

Von Josefine Sack

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