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Schönefeld Billigflieger-Terminal feiert Richtfest
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld Billigflieger-Terminal feiert Richtfest
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18:02 30.07.2019
Richtfest für das neue Zusatzterminal T2. Es soll rechtzeitig zur geplanten Gesamteröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 fertig werden. Quelle: Josefine Sack
Schönefeld

Am künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld ist der Rohbau für das Zusatzterminal T2 fertig. Am Dienstag wurde in dem neuen Abfertigungsgebäude Richtfest gefeiert.

Das Terminal 2 entsteht direkt am Hauptterminal T1, dessen Eröffnung seit 2011 auf sich warten lässt. Im Hauptterminal laufen seit Anfang der Woche die finalen Techniktests. Die sogenannten Wirk-Prinzip-Prüfungen sind Voraussetzung für die Abnahme des neuen Flughafens durch die zuständige Baubehörde des Landkreises Dahme-Spreewald. „Wir haben Jahre gebraucht, die Baukatastrophe des BER in Ordnung zu bringen“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup beim Richtfest am Dienstag.

Die Halle in Leichtbauweise mit den Namen T2 entsteht direkt neben dem Nordpier und schafft künftig Platz für sechs Millionen Passagiere pro Jahr. Ein Rundgang über die Baustelle.

 

Der neue Zusatzbau soll in Schönefeld Platz für weitere sechs Millionen Fluggäste im Jahr schaffen. Er soll rechtzeitig zur geplanten Gesamteröffnung des Flughafens im Oktober 2020 fertig werden. Das versicherte der Generalunternehmer Kurt Zech. „Ich habe dafür Wetten angenommen“, sagte er. Wenn in diesem Tempo weitergearbeitet werde, bestehe am Fertigstellungstermin kein Zweifel.

Richtfest für das in Fertigteilbauweise hochgezogenene Zusatzterminal T2 am BER: Das neue Terminal soll rechtzeitig zur geplanten Gesamteröffnung des Flughafens im Oktober 2020 fertig werden. Quelle: Josefine Sack

Flughafengesellschaft baut Terminal nicht selbst

Nach dem Misserfolg mit dem Hauptterminal hatte die Flughafengesellschaft die Zech-Gruppe als Generalunternehmer mit dem Bau des rund 200 Millionen Euro teuren Zusatzterminals beauftragt. Das Erweiterungsgebäude war notwendig geworden, weil die Fluggastprognosen im Laufe der jahrelangen Planungs- und Bauphase des BER immer wieder nach oben korrigiert wurden. Wäre der Airport so gebaut worden, wie anfangs geplant, wäre er bei seiner Eröffnung bereits zu klein.

„Es ist keine Kathedrale des Verkehrs. Die haben wir bereits mit unserem Terminal 1“, sagte Lütke Daldrup mit Blick auf das neue Zusatzterminal. Es soll ab 2020 vor allem von den Billig-Airlines genutzt werden. Holzvertäfelung und Natursteinböden wie im benachbarten T1 werden die Fluggäste im künftigen T2 vergebens suchen. Stattdessen sorgen viel Beton und hohe, freie Raumdecken für einen schnörkellosen Industriecharme.

Billigflieger-Terminal in Industriebauweise

Bei dem neuen Abfertigungsgebäude handelt es sich um einen rein funktionalen Zweckbau, betonte Lütke Daldrup: „Wir haben versucht, die Technik so einfach wie möglich zu halten und nach Industriebaustandard zu bauen.“

Erst im Herbst 2018 hatten die Bauarbeiten für das zusätzliche Terminal begonnen. Die Abfertigungshalle dient als Verbindungsgebäude zum Nordpier und wird in Fertigteilbauweise errichtet. Insgesamt ist das neue Terminal 240 Meter lang, 40 Meter tief und 15 Meter hoch und ist mit knapp 23.000 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche etwas größer als drei Fußballfelder.

Trotz Klimadebatte: FBB erwartet steigendes Fluggastaufkommen

Im vorderen, östlich gelegenen Bereich des Gebäudes befindet sich künftig die Gepäcksortieranlage. Der Einbau der Gepäckbänder soll noch im Herbst dieses Jahres beginnen. An zwölf Check-in-Schaltern und acht Sicherheitslinien sollen die Flugreisenden abgefertigt werden. Über zwei Stahlbrücken im Obergeschoss der Halle gelangen die Passagiere in die Abflughalle im Nordpier.

Trotz laufender Klimadebatten gehen die Flughafenbetreiber von weiter steigenden Passagierzahlen aus und planen bereits ein weiteres Terminal, das spätestens in 20 Jahren eröffnen soll. „Die Menschen wollen in den Urlaub fliegen, Geschäftsreisende brauchen die Verbindungen“, sagte Lütke Daldrup. Vor allem mehr Langstreckenverbindungen seien nötig, nicht aber jeder Flug „um die Ecke“. „Ob wir jede innerdeutsche Verbindung brauchen, darüber wird man sicher reden müssen.“

>>> Lesen Sie auch: Technik-Probe am BER beginnt – Zweimonatige Testphase

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup führt über die Baustelle. Die Halle in Leichtbauweise mit den Namen T2 entsteht direkt neben dem Nordpier und schafft künftig Platz für sechs Millionen Passagiere pro Jahr. Quelle: Josefine Sack

Von Josefine Sack

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