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Schönefeld Schönefeld wappnet sich für den Siedlungsdruck
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14:47 11.10.2019
Blick über Neu-Schönefeld: Hinter der Grundschule (links) entsteht die größte Kita im Land Brandenburg. Angesichts des Siedlungsdrucks werden die Plätze dort dennoch nicht ausreichen. Quelle: Josefine Sack
Schönefeld

Die Dimension, in der die Schönefelder City wächst, ist gigantisch: Bereits jetzt leben weit über 4000 Menschen in Schönefeld-Nord. Und es sind längst noch nicht alle Flächen bebaut.

Derzeit laufen dort, unter anderem in dem so genannten Teilbereich B des Bebauungsplans für Neu-Schönefeld, die Planungen für mindestens 1500 weitere Wohnungen. Das nördliche Planungsgebiet schließt direkt an das bereits entwickelte Dichterviertel an und führt entlang der Rudower Chaussee bis an die Berliner Stadtgrenze heran. Allein in dieses neue Wohngebiet könnten in den kommenden Jahren – je nach Grad der Verdichtung – bis zu 4500 Menschen ziehen.

Schönefeld steht wegen des Zuzugs unter Druck

Der hohe Zuzug stellt die Gemeinde vor große Herausforderungen. Vor allem, was die soziale Infrastruktur in Nord-Schönefeld angeht, hinkt man in der Gemeinde derzeit noch hinterher. Ortsplaner Thomas Jansen legte am Donnerstag im Entwickungsausschuss dar, unter welchem Druck Schönefeld steht.

Demnach fehlen perspektivisch allein in Nord-Schönefeld hunderte Kita-, Hort und Schulplätze. Derzeit sei die Auslastung in den vorhanden Einrichtungen insgesamt zwar noch gut handhabbar. Das sei aber reine Glückssache, so der Stadtplaner. Denn ein Großteil der aus Berlin zugezogenen Familien schickt seine Kinder nach dem Umzug in die Flughafengemeinde weiter in Berliner Einrichtungen.

Bald fehlen Hunderte Plätze in Kitas und Schulen

Demzufolge liegt die Auslastung der Schönefelder Kitas bei derzeit 84 Prozent. Der Anteil der Hortkinder in Schönefeld ist nach Aussage des Planers insgesamt gering. Und weil viele Grundschüler auswärts, sprich in Berlin, beschult werden, verfüge die Astrid-Lindgren-Grundschule an der Hans-Grade-Allee momentan noch über ein Drittel an freien Plätzen.

In naher Zukunft wird sich die Lage aber drastisch zuspitzen: Glaubt man den Prognosen des Stadtplaners, werden mit den nächsten Bauentwicklungsphasen in der Schönefelder City quasi über Nacht mindestens eine neue Grundschule samt Hort sowie mehrere Kitas benötigt.

Neue Mega-Kita bringt nur Entlastung – vorerst

Für die entstehenden Neubaugebiete in Schönefeld-Nord rechnet Jansen mit einem Kinderanteil von 20 bis 25 Prozent. Je nachdem, welche Kriterien man bei der Planung zugrunde gelegt, werden allein im neuen Ortskern in den kommenden Jahren zwischen 400 (Good-Case-Szenario) und 900 (Worst-Case-Szenario) zusätzliche Kita-Plätze benötigt. Das heißt, dass die neue Mega-Kita für mehr als 500 Kinder, die momentan hinter der Astrid-Lindgren-Grundschule gebaut wird, auf lange Sicht nicht ausreichen wird.

Und auch was die Kapazitäten der Grundschule angeht, ist die Gemeinde bereits dabei, aufzustocken: Mit Blick auf den erwarteten Zuzug und steigende Geburtenraten rechnete Stadtpaner Jansen vor, dass Schönefeld über Kurz oder Lang mehr als 1000 Grundschüler unterbringen muss. Perspektivisch fehlt Platz für circa zehn neue Klassen in der Schönefelder City.

Wo Leute hinziehen, wird auch gestorben

„Die Zahlen sind brisant und nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Olaf Damm (CDU), Vorsitzender des Entwicklungsausschusses. Die Prognosen berücksichtigen bislang nur die Entwicklungsphasen in Neu-Schönefeld, die bereits besiegelt sind. Ausgenommen sind jene Flächen, deren Entwicklung noch aussteht.

„Es besteht ein riesiger Handlungsbedarf, ansonsten laufen wir gegen die Wand“, so Damm. Damit die dringend benötigten Bildungsinfrastrukturen überhaupt geschaffen werden können, muss sich die Gemeinde ausreichend Bauland sichern. Jansen verwies auch auf einen steigenden Bedarf an Friedhofsflächen, die bislang noch nicht in den Planungen auftauchen.

Aktuell zählt Schönefeld 16.245 Einwohner. Prognosen gehen davon aus, dass in der Gemeinde einmal rund 45.000 Einwohner leben werden. Bei einer Klausur im November wollen sich die Gemeindevertreter unter Ausschluss der Öffentlichkeit über erste Maßnahmen verständigen, um für den Zuzug gewappnet zu sein.

Von Josefine Sack

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