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Schönefeld Das war 2019 in Dahme-Spreewald und Schönefeld
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16:49 27.12.2019
16.04.2019, Brandenburg, Schönefeld: Ein Jet vom Typ Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr stürzt beinahe in Schönefeld ab. Quelle: Marcel Russ/dpa
Lübben/Schönefeld

Das war das Jahr 2019 – die wichtigsten Ereignisse aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und Schönefeld:

Januar:

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat einen neuen Kreisbrandmeister. Der 40 Jahre alte Christian Liebe übernimmt am 1. Januar die Nachfolge von Ronald Judis. Judis war zuvor mit einem Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet worden.

Die Bäckerei-Kette „Lila Bäcker“ meldet am 15. Januar Insolvenz an. Zahlreiche Verkäuferinnen bangen Monate lang um ihren Job. Im Juni schließlich entscheidet sich die Geschäftsführung für drastische Kürzungen. Zahlreiche Filialen werden geschlossen.

Der Wald brennt, Amazon kommt, ein Bürgermeister geht: Auch im ablaufenden Jahr war im Landkreis Dahme-Spreewald und in Schönefeld einiges los. Wir geben in Bildern einen Überblick.

Die IHK Cottbus legt eine eine Verkehrsstudie für das BER-Umfeld vor. Demnach muss die Infrastruktur rund um den Flughafen bis 2040 rund 500 000 zusätzliche Fahrzeuge verkraften. Mit bis zu 135 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Flughafenumfeld wird gerechnet.

Februar:

Aufgrund von Lohnsteigerungen erhöht das DRK die Preise für seine Pflegeheime drastisch. Bewohner müssen zum Teil 500 Euro mehr für einen Platz bezahlen. Es folgt ein Sturm der Entrüstung.

Die Fluggesellschaft Germania meldet am 4. Februar Konkurs an. Am Flughafen Schönefeld stehen am folgenden Tag zahlreiche gestrandete Passagiere, die ihre Flüge nicht antreten können. Der Zeuthener Marius Langas erwirbt später den drei Meter hohen Germania-Schriftzug von einem Hangar – zusammen mit einem ähnlichen Schriftzug von Air Berlin – und stellt sie als Denkmal öffentlich aus.

Der frühere Vize-Landrat Chris Halecker wird rechtskräftig wegen Untreue zu einer Geldstrafe verurteilt. Halecker war wegen des Vorwurfs ein halbes Jahr zuvor freigestellt und später vom Kreistag abgewählt worden.

März:

Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot mehrere Tage lang im Wald bei Kummersdorf nach der verschwundenen Berliner Schülerin Rebecca Rausch. Die Ermittler sind sich sicher, dass sie getötet wurde. Das Mädchen ist aber bis heute nicht gefunden.

April:

Der Landkreis entscheidet sich dazu, auf dem Gelände des früheren Commundo-Hotels einen Bildungscampus einzurichten. Neben der Schule des Zweiten Bildungswegs sollen auch die Volkshochschule und die Musikschule einziehen. Die Arbeiten beginnen etwas später im Jahr. Mit einem Abschluss wird erst für 2024 gerechnet.

Susanne Rieckhof wird zur neuen Vize-Landrätin gewählt. Das Personalproblem in der Spitze der Kreisverwaltung wird dadurch allerdings nicht gelöst. Weil Rieckhof innerhalb der Verwaltung aufsteigt, bleibt eine Dezernentenstelle weiterhin unbesetzt. Das Problem löst sich erst im September mit der Wahl von Heike Zettwitz zur Baudezernentin.

Beinahe-Absturz in Schönefeld: Ein Regierungsflieger vom Typ Global 5000 muss einem technischen Zwischenfall seinen Testflug abbrechen und in Schönefeld notlanden. Später heißt es, es sei nur den Flugkünsten des Piloten zu verdanken, dass es nicht zu einer Katastrophe kam.

Die Schönefelder Gemeindevertretung verabschiedet den Haushalt für 2019. Mit rund 200 Millionen Euro an liquiden Mitteln gilt Schönefeld als reichste Kommune Brandenburgs. In Dahme-Spreewald stemmt Schönefeld mehr als 40 Prozent der Kreisumlage. Doch die „Konjunkturdelle“ macht sich zunehmend auch in Schönefeld bemerkbar. Die Flughafengemeinde rechnet künftig mit deutlich weniger Steuereinnahmen als bisher.

Mai:

Bei der Kreistagswahl bleibt die SPD stärkste Kraft. Die AfD verzeichnet den größten Stimmenzuwachs. Sylvia Lehmann (SPD) wird neue Kreistagsvorsitzende. Sie tritt aber im Dezember zurück, nachdem sie überraschend als Nachrückerin ein Bundestagsmandat bekommt.

Amazon feiert am 14. Mai in Kiekebusch Richtfest. Das neue Sortierzentrum soll bis zum Jahresende an den Start gehen. Daraus wird nichts. Die Eröffnung verschiebt sich auf Anfang 2020. Die Politik macht derweil Druck für die Autobahnabfahrt Kiekebusch. Die Anschlussstelle soll frühestens in neun Jahren fertig sein.

Juni:

Der Sommer beginnt, wie der Sommer davor endete: trocken. In der Folge gibt es wieder zahlreiche große Waldbrände, vor allem in der Lieberoser Heide. Wasserwerke arbeiten an der Kapazitätsgrenze und teilweise darüber hinaus. Die Bauern beklagen erneut eine unterdurchschnittliche Getreideernte. In den Wäldern sterben Bäume ab. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes darf für einen langen Zeitraum kein Wasser mehr aus der Spree entnommen werden.

Der Landkreis wird von zwei Kommunen wegen der Höhe der Kreisumlage verklagt. Königs Wusterhausen und Eichwalde bemängeln, dass die Kreisumlage zu großzügig berechnet wurde und den Städten und Gemeinden dadurch Geld fehlt. Die Klagen sorgen auch in den Kommunen selbst für Streit.

Die Handwerkskammer verkündet, dass sie eine neue Bildungsstätte für Auszubildende in Königs Wusterhausen bauen will. Investitionskosten: 20 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: 2023.

Auf dem südlichen Berliner Ring beginnt die Sanierung der Fahrbahn. In den folgenden Monaten gibt es regelmäßig lange Staus. Zwischenzeitlich muss sogar die Ausfahrt zum A10-Center gesperrt werden. Erst im Dezember rollt der Verkehr wieder normal.

Juli:

Wegen eines Gerichtsurteils stoppt der MAWV zwischenzeitlich die Rückzahlungen an Altanschließer. Später werden die Zahlungen aber wieder aufgenommen.

August:

Die regionale Busgesellschaft RVS klagt über akuten Mangel an Busfahrern. Wegen eines extrem hohen Krankenstandes müssen über Wochen zahlreiche Fahrten ausfallen. Die Gesellschaft reagiert mit Notfallplänen.

September:

Bei der Landtagswahl am 1. September holen Ludwig Scheetz und Tina Fischer Direktmandate für die SPD. Im Spreewald setzt sich AfD-Kandidat Christoph Berndt durch.

Der Landkreis Dahme-Spreewald beginnt mit dem Ausbau des Glasfasernetzes. 20 Millionen Euro sollen bis Ende nächsten Jahres investiert werden, 95 Prozent aller Haushalte sollen danach schnelles Internet haben. Ärger gibt es gleich zu Beginn in Mittenwalde, weil eine Bäckerei von den Arbeiten vor ihrer Ladentür überrascht wurde.

Die Ausbildung von Kita-Erziehern beim Landkreis beginnt. 50 angehende Erzieher werden pro Jahr auf Kreiskosten ausgebildet. So soll der Personalengpass in den Einrichtungen im Kreis zumindest abgemildert werden.

Christian Hentschel gewinnt die Bürgermeisterwahl in Schönefeld. Der BIS-Kandidat setzt sich in der Stichwahl am 22. September mit 64,5 Prozent der Stimmen gegen Olaf Damm (CDU) durch, der auf 35,5 Prozent kommt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 34 Prozent.

Schönefeld gibt gemeinsam mit dem Land Brandenburg und Berlin eine Machbarkeitsstudie für die U7-Verlängerung in Auftrag. Die U 7 führt derzeit von Spandau nach Rudow. Von dort sind es gut sechs Kilometer bis zum BER-Terminal. Eine mögliche Trasse haben die Schönefelder seit den Neunzigerjahren freigehalten. Die Realisierung dürfte mindestens 20 Jahren dauern.

Oktober:

Die besten Arbeitgeber des Landkreises werden ausgezeichnet. Geehrt werden unter anderem die Pätzer Zahnarztpraxis Axel Schulze, die Gas Neumann Holding GmbH und die Wildauer Airkom Druckluft GmbH.

Richtfest in Schönefeld: Die Errichtung der Rathausvillen ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Schönefelder City. Vis-à-vis dem Rathaus entstehen 154 Wohnungen. Die Dimension, in der Schönefeld wächst, ist gigantisch: Aktuell leben in der Gemeinde 16.245 Menschen. Prognosen gehen davon aus, dass es einmal rund 45.000 Einwohner sein werden. 

November:

Der Kreistag beschließt ein kostenloses Schülerticket. Damit sparen Familien mit einem Kind 88 Pro Jahr, Familien mit zwei Kindern 154 Euro.

Schönefelds Gemeindevertreter bewilligen Anfang November 1,2 Millionen Euro zusätzlich. Das Geld fließt in die Erweiterung der Astrid-Lindgren-Grundschule, die Turnhalle für das Gymnasium, eine Bushaltestelle in der Schönefelder City sowie in ein Ärztehaus.

Dezember:

Amtsübergabe im Rathaus Schönefeld. Nach fast drei Jahrzehnten im Amt verabschiedet sich Udo Haase (parteilos) am 3. Dezember in den Ruhestand.

Das Dialogforum des BER hat einen neuen Vorsitzenden. Der Berater Alfred Reichwein wird zum Nachfolger von Willem Trommels gewählt, der zu Jahresbeginn zurückgetreten ist.

Hubertus vor dem Aus: Die Gemeinde Schönefeld will die Siedlung aufgeben. Die Gemeindevertretung hat das Wohngebiet für gewerbliche Nutzung freigegeben. Schon jetzt überfliegt alle fünf Minuten ein landendes Flugzeug die Siedlung. Ist der BER erst am Netz, wird es dort unerträglich.

Von Oliver Fischer und Josefine Sack

Diebe schraubten während der Weihnachtsfeiertage auf einem Parkplatz am Airport Schönefeld die Räder von 19 Autos ab. Die Schadenshöhe ist noch offen. Am Freitag sicherten Kriminaltechniker Spuren auf dem Gelände.

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Auf der A 10 zwischen dem Schönefelder Kreuz und Rangsdorf ist am Montagmorgen ein Auto von einem Lkw-Rad getroffen worden. Der Fahrer blieb unverletzt.

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Der letzte Arbeitstag nach 25 Jahren an des Spitze des DRK in Teltow-Fläming ist kein leichter Tag. Mehr als 200 Gäste kamen, um Harald-Albert Swik zu verabschieden – und um ihm diesen schweren Tag zu verschönern.

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