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Schönefeld Diese Millionen-Kunstwerke bietet der BER – und keiner sieht’s
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09:01 14.11.2019
Kunst am Bau: Im Flughafen BER hängt der fliegende Teppich „Magic Carpet“ von Pae White. Quelle: Nadine Pensold
Schönefeld

Über der riesigen Check-In-Halle des künftigen Großflughafens breitet sich ein riesiger roter Teppich aus. 37 mal 27 Meter misst die Installation, die die US-amerikanische Künstlerin Pae White für den BER entworfen hat.

Der 4,5 Tonnen schwere „Magic Carpet“, der an 150 Seilen befestigt wurde und aus rund 500 Einzelelementen besteht, soll ein schwebender Willkommensgruß für Reisende sein, die Schwelle zwischen dem Drinnen und Außen markieren.

Nur wenige konnten bisher einen Blick auf das imposante Objekt werfen, denn so lange der Flughafen nicht eröffnet ist, fehlt das Publikum für die große Kunst. Bis zum Herbst 2020 fristen die Werke also noch ein einsames Dasein an ihren Standorten im Terminal.

Ein Prozent der Bausumme für Kunst am Bau

Zwei Millionen Euro wurde beim Bau des BER für Werke nationaler und internationaler Künstler ausgegeben. Warum? In Deutschland gibt es eine Verpflichtung, dass bei öffentlichen Bauwerken auch in Kunst investiert werden muss. In der Regel bemessen sich diese Ausgaben bei solchen Vorhaben auf ein Prozent der Gesamtbausumme.

Ein entsprechendes Kunst-am-Bau-Verfahren wurde 2009 von der Flughafengesellschaft initiiert und Wettbewerbe für verschiedene Bereiche des BER ausgelobt. Heute verteilen sich sechs Installationen über den Großflughafen. Eines eint sie: Thematisch beschäftigen sie sich mit den Komplexen Luft und Land.

Der in Japan geborene und in Berlin lebende Künstler Takehito Koganezawa verbindet die beiden Sphären in seiner „Open Sky Box“, die sich in den Durchgängen zwischen dem Security-Bereich und der Markthalle befindet. Diese Lichtbox wird nach dem Zufallsprinzip beleuchtet und soll auf abstrakte Weise die Reise vorwegnehmen.

An der Fluggastbrücke, die einmal zum A 380 führen soll, befindet sich das Kunstwerk „Gadget“ des in Berlin lebenden Künstlers Olaf Nicolai. Quelle: Picasa

Die Installation „Gadget“ von Olaf Nicolai, hat sich bereits den Beinamen Perlenarmband eingebracht. Sie schmückt die Fluggastbrücke an der einmal der A 380 andocken soll. Eine Vielzahl von wechselnd leuchtenden Kugeln soll verschiedene Stationen markieren – von der Ankunft des Flugzeugs über das Boarding bis hin zum Take-Off.

Das namenlose Kunstwerk des New Yorker Kunstschaffenden Matt Mullican werden Flughafennutzer nach der Eröffnung an den verglasten Teilen zweier Treppenaufgänge bewundern können. Die beiden Pavillons befassen sich mit der Symbolik von Himmel und Kosmologie einerseits und andererseits mit Objekten, die einen Bezug zu Berlin und Brandenburg haben.

5000 Münzen hat das Künstlerduo STOEBO für seinen „Sternentalerhimmel“ im Boden des BER versenkt. Quelle: Picasa

Wer den „Sterntalerhimmel“ des Künstlerduos STOEBO entdecken will, der wird seinen Blick nach unten richten müssen. Denn für dieses Werk wurde jede Menge Geld im Boden des Flughafens versenkt. Auf zwei Flächen wurden insgesamt 5000 Münzen aus aller Welt in die Bodenfliesen eingearbeitet. Um so die Sternbilder der Nachthimmel der südlichen und der nördlichen Hemisphäre nachzuzeichnen.

Von einem Flughafen-Kunstwerk wird man lediglich Spuren am BER entdecken können. Denn bei „Gate X“ handelt es sich um eine virtuelle Parallelwelt, die Björn Melhus erschaffen hat. Eintauchen kann man dort mit Hilfe einer App. Dazu muss man allerdings aufmerksam durch das Terminal schreiten, um die QR-Codes zu finden, die Einlass in diesen digitalen Teil des Flughafens gewähren sollen.

Mit „Gate X“ von Björn Melhus soll man in eine virtuelle Flughafenwelt eintauchen können, Quelle: Picasa

Seit der Installation der Kunstwerke sind nicht nur einige Jahre ins Land gezogen sondern auch die geschätzten Baukosten erheblich gestiegen. Aus den ursprünglich einmal kalkulierten zwei Milliarden Euro sind mittlerweile mehr als sieben Milliarden geworden. Würde von der Differenz ein Prozent für Kunst verwendet werden, es wären weitere fünf Millionen Euro für kreative Elemente am Airport. Doch das wird nicht passieren.

„Die Ausgaben für Kunst am Bau orientieren sich an den ursprünglichen Baukosten des Projekts“, erklärt Daniel Tolksdorf, Sprecher der Flughafengesellschaft. Während das Hauptterminal mit unterschiedlichsten Kunstwerken ausgeschmückt wurde, wird es im gerade in Bau befindlichen Terminal 2 überhaupt keine Kunst am Bau am Bau geben, bestätigt er auf MAZ-Nachfrage.

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Von Nadine Pensold

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