Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Schönefeld Grüne wollen umweltfreundliches Licht
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld Grüne wollen umweltfreundliches Licht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 25.06.2018
Viel heller als die alten Laternen (hinten im Bild): In der Dorfstraße im Schönefelder Ortsteil Waßmannsdorf wurde bereits auf LED-Beleuchtung umgestellt. Quelle: Grüne Schönefeld
Schönefeld

In den kommenden Jahren entstehen rund um den Flughafen neue Wohngebiete mit hunderten Wohnungen. Straßen müssen erschlossen werden. Dabei spielt auch die Beleuchtung eine Rolle. Geht es nach den Grünen, soll es nur noch „gesundes“ Licht in Schönefeld geben.

Einen entsprechenden Antrag hat Sabine Freund kürzlich für ihre Fraktion Bürgerinitiative Schönefeld (BIS)/Grüne in der Gemeindevertretung vorgestellt. Darin fordert die Grünen-Politikerin, dass beim Bau von Beleuchtungsanlagen im öffentlichen Raum künftig ausschließlich warmweiße Leuchtdioden (LED) verwendet werden. Alte Laternen sollen schrittweise auf warmweißes LED-Licht umgerüstet werden.

Sabine Freund, Grünenpolitikerin in Schönefeld Quelle: Josefine Sack

Insekten verlieren Orientierung

„Alle reden übers Insektensterben. Auch die Lichtverschmutzung trägt dazu bei“, erläutert Sabine Freund. Üblicherweise werden im öffentlichen Raum kaltweiße LED eingesetzt. Insekten umschwirren die künstliche Lichtquelle und verlieren die Orientierung – „so lange, bis sie aus Erschöpfung sterben oder Opfer von Räubern werden“, sagt Freund.

Leuchten mit einem hohen Anteil an blauem Licht haben nicht nur Auswirkung auf die Tier- und Pflanzenwelt. Sie stören auch den menschlichen Organismus. „Es ist erwiesen, dass helle Nächte auf Dauer hormonell bedingten Krebs auslösen können“, verweist Freund auf eine israelische Studie zu den Ursachen von Brustkrebs.

Zu helles Licht stört den Schlaf

Es muss ja nicht gleich Krebs sein. Tageslichtähnliches Licht mit einer Farbtemperatur über 5000 Kelvin störe in erster Linie den Schlaf von Menschen, erläutert die Gemeindevertreterin. Grund ist der Botenstoff Melatonin, der nicht in ausreichendem Maße ausgeschüttet wird. Demgegenüber emittieren die alten Natriumdampfhochdrucklampen, die noch überall in Schönefeld zu finden sind, Licht in einem Bereich, der nur geringfügig auf Mensch und Natur einwirkt. „Niemand will zurück zu den alten Lampen, LED sind billiger und umweltschonender“, betont Freund. Doch auch die energieeffizienten LED gibt es bereits mit dem als behaglich empfundenen warmweißen Licht. Sabine Freund wünscht sich, dass solche Leuchten künftig in kommunalen Bebauungsplänen berücksichtigt werden.

Bedenken über Verkehrssicherheit

Die Mehrzahl der Gemeindevertreter befürwortet den Vorstoß. Einige äußerten aber Bedenken, ob die Leuchten mit dem orangefarbenen Licht hell genug seien, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Das wird zutiefst subjektiv empfunden“, sagt Freund. Wissenschaftlich gesehen, sei das langwelligere rote Licht sogar besser fürs menschliche Auge. Bei Licht mit hohem Anteil an blauem Licht verschwimmen die Konturen. „Trotzdem wird kaltweißes Licht oft heller wahrgenommen.“

Streitpunkt ist auch die staatliche Förderung. Für die Umrüstung auf LED gibt es Zuschüsse. Ob Kommunen diese auch für warmweiße Leuchtdioden beantragen können, ist fraglich.

Von Josefine Sack

Auf mehreren S-Bahn und Regionalbahnstrecken in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald wird in den nächsten Tagen gebaut. Betroffen sind S2, S46, RE2, RE5 und RE7.

21.06.2018

In Schönefeld passieren nicht nur die meisten Unfälle, wegen des Flughafens werden in der Gemeinde auch die meisten Straftaten begangen.

22.06.2018

Gemeinsamer Auftritt des Gemischten Chores Mahlow und des Großziethener Scheunenchores begeisterte mit Udo-Jürgens-Hits in beiden Orten.

18.06.2018