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Schönefeld Keine Party? Von wegen: Gäste aus Politik und Wirtschaft feiern am Vorabend der BER-Eröffnung
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Keine Party - von wegen: Promis aus Politik und Wirtschaft feiern BER-Eröffnung 

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17:24 30.09.2020
Mit neun Jahren Verspätung ist der BER fertig: Ein Gebäudereiniger schiebt im Terminal T1 seinen Wagen vor dem BER-Logo. Der Flughafen soll am 31. Oktober 2020 eröffnen. Quelle: Christoph Soeder/dpa
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Schönefeld

Der Countdown läuft: Wenn nichts mehr dazwischen kommt, eröffnet in einem Monat der BER. In dieser Woche hat Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup Einzelheiten zur geplanten Eröffnung des Flughafens am 31. Oktober mitgeteilt. Dabei machte er abermals deutlich, dass es zum Start keine große Feier geben werde.

So ganz ohne Programm wird die BER-Eröffnung dann allerdings doch nicht ablaufen. Wie berichtet, lädt der Schönefelder Gewerbeverein am Vorabend des 31. Oktober zur „BER-Airport-Opening-Feier“ ins Berlin Expocenter Airport nach Schönefeld ein. Und die Eröffnungsrede hält kein Geringerer als Flughafenchef Lütke Daldrup selbst.

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Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag in der Berliner Bundespressekonferenz: „Es gibt keine große Party, wir machen einfach auf.“ Quelle: Imago

Fast alle Tickets ausverkauft

Die Tickets für die Veranstaltung, zu der prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft erwartet werden, wurden im Vorfeld begrenzt verkauft. Laut Gastgeber Olaf Damm, dem Vorsitzenden des Schönefelder Gewerbevereins, sind mittlerweile fast alle 700 Karten ausverkauft: „Nach meinem Kenntnisstand gibt es nur noch einen Restbestand.“ Karten gab es ab 49 Euro, das First-Class-Ticket kostete 249 Euro, exklusive Plätze in der VIP-Lounge waren für stolze 4000 Euro erhältlich.

Die geladenen Gäste erwartet ein Unterhaltungsprogramm inklusive Helikopterrundflüge über Berlins neuen Hauptstadtflughafen. Auf ihrer Homepage werben die Veranstalter damit, dass auch Tesla-Chef Elon Musk schon in dieser Maschine gesessen habe. Für die Eröffnungsparty hat sich der Schönefelder Gewerbeverein den Elektroautobauer als Partner mit ins Boot geholt. Ob auch Firmenchef Musk Ende Oktober unter den Gästen sein wird, ist unklar.

Party mit 750 Gästen in Zeiten von Corona

Spekulationen, wonach Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zu der Party auf dem Messegelände im Schönefelder Ortsteil Selchow erwartet wird, wollte Damm weder bestätigen noch dementieren. Im Vorfeld seien Politiker auf Landes- und Bundesebene angeschrieben worden, sagte er. „Ich weiß aber nicht, wer zu- oder abgesagt hat und habe auch keinen Kenntnisstand darüber, ob der Ministerpräsident kommt“, sagte Damm. Eine entsprechende MAZ-Nachfrage über Woidkes Teilnahme blieb seitens der Potsdamer Staatskanzlei bis zum Nachmittag unbeantwortet.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hoffen die Gastgeber, dass das Fest mit rund 750 Gästen Ende Oktober, wie geplant, stattfinden kann. „Wir zittern schon ein bisschen“, sagte Olaf Damm hinsichtlich der kürzlich verschärften Corona-Regeln, etwa in Berlin. Für die Veranstaltung gebe es ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept. „Wir treffen alle notwendigen Vorkehrungen, damit unsere Party nicht zum Hot Spot wird“, kündigte der Vorsitzende des Gewerbevereins an.

Schönefelds Bürgermeister sieht Feier kritisch

Unterdessen teilte Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel (parteilos) mit, nicht an der BER-Feier am Vorabend der Eröffnung teilzunehmen. „Ich habe lange hin- und herüberlegt, wie ich dazu stehe“, sagte er auf MAZ-Anfrage. Sowohl politisch als auch mit Blick auf die Corona-Situation sieht Hentschel die Veranstaltung kritisch. Zu den genauen Gründen wollte er sich nicht weiter äußern. Stattdessen verwies Hentschel auf einen von ihm verfassten Text dazu in der nächsten Ausgabe des Schönefelder Gemeindeanzeigers, der Ende der Woche erscheinen soll.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Berliner Eventagentur Pikosso, die auch den Bundespresseball, eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt mit 2500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, veranstaltet. Der Vorabend der BER-Eröffnung soll mit einem „Ready for Take-off“-Feuerwerk enden.

Von Josefine Sack