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Schönefeld Neue Studie: Verkehr zum BER nur mit mehr Bussen und Bahnen zu bewältigen
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09:45 16.10.2019
Dorothea Götze von der Geschäftsstelle des Dialogforums, der stellvertretende Vorsitzende des Dialogforums, Andreas Igel (SPD), und Verkehrsplaner Bertram Teschner (v. l.) präsentierten am Dienstag neue Verkehrszahlen für den BER. Quelle: Josefine Sack
Schönefeld

Zum neuen Flughafen BER müssen laut einer aktuellen Verkehrsstudie deutlich mehr Passagiere mit der Bahn kommen, sonst droht ein Verkehrschaos. Die neue Studie, die die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) Dialogforum am Dienstag in Schönefeld vorgestellt hat, belegt mit Zahlen, was viele Politiker in der Flughafenregion schon seit Jahren befürchten: Wenn der BER erst ans Netz gegangen ist, wird das Straßennetz und das ÖPNV-Angebot in ihrer jetzigen Form nicht mehr ausreichen.

Es sei eine kritische Größe erreicht, bei der man mit rein infrastrukturellen Maßnahmen nicht mehr umsteuern könne, sagte Bertram Teschner vom Büro Spreeplan Verkehr. „Nur ein starker ÖPNV kann den Straßenverkehr künftig entlasten“, so der Berliner Verkehrsplaner. Die aktuelle Studie baut auf der „Verkehrs- und Engpassanalyse im Flughafenumfeld“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, die Anfang des Jahres vorgestellt wurde, auf.

Appell an die Politik

Im Gegensatz zur IHK-Studie, bei der es sich eher um eine Bestandsaufnahme handelt, seien bei der neuen Untersuchung die jüngsten Bevölkerungsentwicklungen in den Anrainerkommunen des Flughafens berücksichtigt und die zu erwartenden Pendlerströme simuliert worden, so Teschner.

Für Andreas Igel (SPD), Bürgermeister von Ludwigsfelde und Vizevorsitzender des Dialogforums, sind die Ergebnisse in erster Linie ein politischer Appell in Richtung Potsdam und Berlin: „Es war die Entscheidung der Länder und des Bundes, den BER in Schönefeld zu errichten. Daraus ergibt sich auch eine Verantwortung“, forderte er. Ihm gehe es darum, dass die erwarteten Verkehrsströme in der Flughafenregion „endlich als Schwerpunktthema verstanden werden“.

40.000 neue Einwohner bis 2020

Die Studie des Büros SPV-Spreeplan Verkehr legt zugrunde, dass am BER 2030 rund 46 Millionen Fluggäste abheben. Das sind vier Mal so viele wie am heutigen Flughafen Schönefeld. Außerdem werden 40.000 neue Einwohner und 85.000 zusätzliche Beschäftigte in der Region erwartet.

Fest steht: Mit der Eröffnung des BER wird es deutlich voller auf den Straßen. Der Berliner Autobahnring und die Autobahn A113 zwischen Innenstadt und Flughafen sind auf Teilstrecken schon heute stark ausgelastet. Notwendig seien zusätzliche Regionalzüge, Busse und die Verlängerung der Berliner U-Bahn-Linie 7 von Neukölln zum BER. Für Autofahrer sollten die Autobahnanschlüsse, etwa in Kiekebusch, ausgebaut und in den Orten beschrankte Bahnübergänge beseitigt werden. Auch Radwege müssen ausgebaut werden.

Lange To-do-Liste

Wegen der langen Planungszeiten müsse schnellstmöglich gehandelt werden, forderte Igel. „Es wäre schön gewesen, wenn man darüber schon vor zehn Jahren nachgedacht hätte. Aber lieber spät als gar nicht“, sagte Verkehrsplaner Teschner mit Blick auf die lange To-do-Liste an Maßnahmen, die jetzt nötig seien, um den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern.

Im Dialogforum sind die Brandenburger Umlandkommunen, die Länder Berlin und Brandenburg, der Bund und die Flughafengesellschaft organisiert.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Josefine Sack: Endlich durchstarten

Von Josefine Sack

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