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Schönefeld Ehrenamtliche Seelsorger für Flughafen gesucht
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08:47 23.04.2019
Wolfgang Felber und Sabine Röhm sind die hauptamtlichen Flughafenseelsorger in Schönefeld und Tegel. Quelle: Nadine Pensold
Schönefeld

Flughäfen sind emotionale Räume. Wiedersehensfreude, Abschiedsschmerz, Aufregung und Sorgen, Angst und Glück – all das kann einem auf nur wenigen Quadratmetern begegnen. „So ein Flughafen ist eine Stadt für sich. Wir haben hier das ganze, volle Leben“, sagt Pater Wolfgang Felber. Der katholische Flughafenseelsorger und seine evangelischen Kollegin, Pfarrerin Sabine Röhm, sind an den Berliner Flughäfen hauptamtlich als Flughafenseelsorger tätig.

Unterstützt werden die beiden in ihrer Arbeit von einem derzeit rund 30-köpfigen Team aus ehrenamtlichen Seelsorgern. Auch sie sind für Menschen da, die auf der Reise Beistand suchen oder einen Segen wünschen. Die Situationen auf die die Seelsorger in ihrer täglichen Arbeit treffen, sind ganz unterschiedlich. Mal sind es glückliche Momente, wenn man einen frischgebackenen Vater trifft, der nun ins Flugzeug steigt, um sein gerade geborenes Kind endlich zu sehen, oder ein Verlobter, der nach langer Trennung seine Zukünftige wiedertrifft.

Flughafenseelsorge Berlin: Beistand in traurigen Momenten

Es sind aber vor allem schwere und traurige Momente, in denen die Seelsorger am Airport den Menschen beistehen. Sie leisten Beistand, wenn eine Frau plötzlich als Witwe aus der Urlaub zurückkehrt, weil der Mann auf der Reise verstarb. Sie bieten ihr offenes Ohr und tröstende Worte an, wenn jemand aufgrund seines Alkoholproblems nicht in den Flieger steigen kann.

Die Seelsorger sind aber nicht nur für die Reisenden da. Auch für die Mitarbeiter der Berliner Flughäfen sind sie Ansprechpartner. Zum Beispiel begleiteten sie auch viele Menschen während der Air-Berlin- Pleite.

Das ist die neue Flughafenseelsorgerin in Schönefeld und Tegel

Pfarrerin Sabine Röhm ist seit dem 1. März dieses Jahres als evangelische Flughafenseelsorgerin an den Standorten Schönefeld und Tegel tätig. Sie tritt damit die Nachfolge von Justus Münster an.

Zusäzlich ist die 51-Jährige auch als Landespfarrerin der Feuerwehrseelsorge in Berlin im Einsatz. Damit ist sie zuständig für die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland – die freiwilligen Feuerwehrleute mit eingerichtet sind das 5000 Einsatzkräfte.

Flughafen und Feuerwehr sind eine ganz andere Welt und neue Erfahrung für mich“, sagt Sabine Röhm. „Ich bin am Anfang und eine Lernende. Das gefällt mir.“

Aufgewachsen ist die gebürtige Berlinerin im Stadtteil Wilmersdorf. Beruflich schlug sie zunächst einen Weg als Fremdsprachsekretärin ein. Mit Ende 20 Begann sie dann ein Theologie-Studium an der Berliner Humboldt-Universität.

Die 51-Jährige hat ebenfalls eine Klinische Seelsorge Ausbildung absolviert und bereits in der Notfallseelsorge gearbeitet.

In Berlin-Moabit war sie die vergangenen zehn Jahre als Pfarrerin der evangelischen Gemeinde tätig. Ihre Gemeinde umfasste rund 12 000 Mitglieder.

Sabine Röhm ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Für diese Tätigkeit suchen Sabine Röhm und Wolfgang Felber nun weitere Mitstreiter. Im August beginnt ein neuer Ausbildungsjahrgang für ehrenamtliche Flughafenseelsorger. Erste Bewerber für die insgesamt 15 Ausbildungsplätze gibt es bereits, verrät die Pfarrerin – darunter zum Beispiel eine Studentin sowie eine pensionierte Religionslehrerin. „Zu unserem Team gehören ganz unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen, Männer und Frauen“, erläutert Sabine Röhm.

Auswahlgespräche in den kommenden Monaten

Unter allen Bewerbern finden in den kommenden Wochen Auswahlgespräche statt. „Wir nehmen nicht jeden“, sagt Wolfgang Felber. Denn um in emotionalen Situationen eine Stütze sein zu können, müsse man eine gestandene Person sein. „Niemand kann in der Seelsorge seine eigenen psychischen Probleme aufarbeiten“, betont Wolfgang Ferber.

Weitere Voraussetzungen für die ehrenamtliche Tätigkeit seien Empathie, aber auch die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche. „Es ist wichtig, dass eine Verbindung zur Kirche besteht, damit man einen Glauben hat, aus dem man schöpfen kann. Man braucht ein großes Herz und ein christliches Menschenbild, das jeden Menschen so annimmt, wie er ist“, sagt Sabine Röhm. Und sie ergänzt: „Es darf keine Grenzen geben vor kulturellen Unterschieden, anderen Sprachen, anderer Herkunft oder einem anderen Glauben.“

Ausbildung in Gesprächführung, Liturgie und Psychologie

Die Ausbildung startet mit einem Startwochenende in Werneuchen (Barnim) Ende August. Ab September geht es dann an insgesamt fünf Tagen, die sich auf Wochenenden bis in den Herbst hinein verteilen, an die Theorie. Dazu gehören zum Beispiel Grundlagen der Gesprächsführung, psychologisches Wissen, Liturgie, der Umgang mit Mitgliedern anderer Glaubensgemeinschaften aber auch eine Einführung in die Sicherheitsabläufe und Regeln im Flughafen.

Daran schließt sich eine Praxisphase, bei der die künftigen Seelsorger erfahrene Ehrenamtliche begleiten. Im Rahmen dieser Patenschaften könne man besser in die neue Aufgabe hineinwachsen, erklärt Wolfgang Felber. Das Team setzt sich aus Absolventen von mittlerweile vier Ausbildungsrunden zusammen. „Die Motivation für diese Tätigkeit ist oft, dass es den Ehrenamtlichen selbst gut geht und sie anderen Leuten etwas zurückgeben möchten“, sagt Wolfgang Felber.

Ehrenamtliche Seelsorger erhalten Supervision

Damit die ehrenamtlichen Flughafenseelsorger mit den Situationen, die sie erleben, nicht alleine sind, gibt es für jeden eine Fall-Supervision. Zudem finden auch nach der Ausbildung noch Schulungen statt, um etwa über theologische Themen wie Sterben, Tod und Trauer zu sprechen. „Es geht darum, auch zu lernen, wie man selbst mit Krisen umgeht, mit denen man konfrontiert wird. Wir lassen unsere Leute da nicht über ihre Grenzen gehen“, sagt Sabine Röhm.

Nach einem Beauftragungsgottesdienst im kommenden Januar geht es für die frisch Ausgebildeten dann in den Einsatz an den Flughäfen in Tegel und Berlin. Diese werden im Rahmen von Dienstplänen organisiert, im Schnitt sind die Ehrenamtlichen 20 Stunden im Jahr im Einsatz. Vor Ort sind sie derzeit an fünf Tagen in Tegel und vier in Schönefeld. Mit Eröffnung des BER soll dann an sechs Tagen ein Seelsorger direkt vor Ort ansprechbar sein.

Interessierte können sich bis Juli mit einem Motivationsschreiben bewerben. Kontakt per E-Mail unter info@flughafenseelsorge-berlin.de

Von Nadine Pensold

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