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Schönefeld Wofür Schönefeld in diesem Jahr am meisten Geld ausgibt
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19:07 05.02.2020
Blick auf den Campus an der Hans-Grade-Allee (Ende November 2019): Die Astrid-Lindgren-Grundschule (links) ist zu klein und wird 2020/2021 für 5 Millionen Euro erweitert. Quelle: Josefine Sack
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Schönefeld

Schönefeld ist das Bayern Brandenburgs: Die Gemeinde generiert aktuell rund 160 Millionen Euro ihrer Erträge aus Steuern und ähnlichen Abgaben. Das geht aus dem Haushaltsplan für dieses Jahr hervor, den die Gemeindevertreter in der vergangenen Woche verabschiedet haben.

Finanziell könnte die Flughafengemeinde kaum besser dastehen: Aktuell verfügt Schönefeld über rund 294 Millionen Euro an liquiden Mitteln (Stand: 31.12.2019). Bis Ende dieses Jahres könnte die Rücklage sogar erstmals die 300-Millionen-Marke knacken.

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Wachstumsmotor der Region

Allerdings zahlt die wohlhabende Gemeinde im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs auch eine entsprechend hohe Kreisumlage: Rund 61,5 Millionen Euro muss Schönefeld in diesem Jahr an die Kreiskasse nach Lübben überweisen. Damit stemmt Schönefeld nahezu die Hälfte der gesamten Kreisumlage. Gleichzeitig muss die Gemeinde in diesem Jahr mit rund 46,5 Millionen Euro so viel „Reichen-Steuer“ wie noch nie in den Landes-Finanzausgleich zahlen. Hinzu kommt die Gewerbesteuerumlage in Höhe von 23,8 Millionen Euro, die ebenfalls ans Land Brandenburg geht.

So sehr Schönefeld auch wirtschaftlich von der Entwicklung rund um den Flughafen profitiert, der Erfolg stellt die Gemeinde schon heute vor enorme Herausforderungen: Um angesichts des Siedlungsdrucks mithalten zu können, muss künftig deutlich mehr Geld in die Infrastruktur investiert werden.

Das sind die wichtigsten Investitionen

Rund 6 Millionen Euro sind in diesem Jahr etwa für den Ausbau beziehungsweise die Sanierung kommunaler Straßen vorgesehen. Eines der wichtigsten Projekte in diesem Jahr ist zudem die Erweiterung der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schönefeld-Nord: Rund 5 Millionen Euro sind für die Planung und Umsetzung im Haushalt veranschlagt.

Bürgermeister von Schönefeld, Christian Hentschel (parteilos), Anfang Februar 2020 im Brandenburg-Saal des Rathauses: Er ist seit Anfang Dezember 2019 im Amt. Quelle: Josefine Sack

Der Ortsteil Rotberg soll ein neues Dorfgemeinschaftshaus bekommen. 500.000 Euro sind für ein Konzept sowie die Planung angesetzt. Insgesamt könnte das neue Dorfgemeinschaftshaus rund 5 Millionen Euro kosten. Derzeit gibt es Überlegungen, in dem Gebäude auch einen Schießstand, den später die Bundespolizei mitnutzen könnte, unterzubringen. Die Idee ist umstritten. „Ich bin da generell offen“, sagte Schönefelds neuer Bürgermeister Christian Hentschel (parteilos). Er will demnächst die Rotberger zu dem Projekt befragen.

Brandenburgs größte Kita: Die Kita "Bienenschwarm" in Schönefeld bietet Platz für mehr als 500 Kinder. Sie soll im Sommer 2020 eröffnen. Quelle: Josefine Sack

Geld für Kitas, Schulen und Verkehr

293.000 Euro fließen in die Ausstattung der neuen Kita „Bienenschwarm“ in Neu-Schönefeld. Die größte Kita Brandenburgs soll im Sommer eröffnen. Sie bietet Betreuungsplätze für mehr als 500 Kinder und kostete die Gemeinde knapp 15 Millionen Euro. Fast 400.000 Euro fließen in die Grundschulen, die in diesem Jahr digital-tauglich gemacht werden sollen. Schönefeld hofft dabei auf Fördermittel aus dem Digitalpakt der Bundesregierung. Mindestens zehn Prozent der Kosten muss die Gemeinde für die W-Lan-Ausstattung selbst zuschießen.

Für 100.000 Euro will Schönefelds Bürgermeister außerdem ein Verkehrskonzept erarbeiten lassen. Ziel und Zweck der Studie soll es sein, herauszufinden, in welchem Maße die Schönefelder den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen beziehungsweise welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, damit in Zukunft mehr Menschen in der Autofahrer-Gemeinde auf den ÖPNV umsteigen. Derzeit sind in Schönefeld insgesamt mehr als 12.500 Fahrzeuge zugelassen – bei einer Einwohnerzahl von 16.000.

Klimaneutral unterwegs

Bei der ÖPNV-Studie allein soll es nicht bleiben: Weitere 500.000 Euro sollen auf Initiative von Hentschels ehemaliger Wählergruppe, der Bürgerinitiative Schönefeld (BIS), in den Ausbau der Busverbindungen in der Gemeinde fließen. „Ich träume von einem Stadtbus, der als Ringbus alle Ortsteile miteinander verbindet“, so Hentschel.

Solange noch kein Bus in alle Ortsteile fährt, will der Bürgermeister aufs Elektro-Auto umsteigen: Für rund 35.000 Euro will Hentschels Verwaltung noch in diesem Jahr ein E-Fahrzeug für den Außendienst anschaffen.

Von Josefine Sack

Bereits Ende der 1950er-Jahre begann der Ausbau in Schönefeld, vor genau 60 Jahren wurde dann der Generalplan für den Zentralflughafen der DDR beschlossen. Ein Blick in alte Dokumente zeigt, wie visionär die Pläne damals waren.

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