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Schönefeld Verein aus Schönefeld baut Schulen in Nepal
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07:04 20.07.2018
Das Ehepaar Jürgen Bossert und Britta Armbröster hat den Verein Chancen Bildung Nepal e. V. 2014 in Großziethen ins Leben gerufen. Quelle: Josefine Sack
Großziethen

Jedes Mal, wenn Jürgen Bossert und Britta Armbröster zur Reise nach Nepal aufbrechen, ist das, was sie in dem Land mit den höchsten Bergen der Welt erleben, eine emotionale Achterbahnfahrt. Mindestens einmal im Jahr fliegen die Eheleute aus Großziethen in das einstige Königreich im Himalaya. Nicht, um Urlaub zu machen, sondern um zu helfen.

2014 gründete das Paar mit einer Handvoll Mitstreitern in der Heimat in Schönefeld den Verein „Chancen – Bildung in Nepal. In Zusammenarbeit mit der „Boris Hess Foundation“ in Bhaktapur vermittelt der Verein Patenschaften für Kinder aus benachteiligten Familien und ermöglicht ihnen die schulische Ausbildung.

Kinder und Lehrer der Shree Ganesh School in Duwakot, Bhaktapur, freuen sich nach der Einweihung der Schulerweiterung im März 2018. Quelle: Chancen Bildung Nepal

Straßenjunge gab den Anstoß

Vier Jahre ist es her, dass Bossert und Armbröster zum ersten Mal nach Nepal reisten. Sie nahmen an einer Studienreise des Peter-Hess-Instituts Berlin-Brandenburg teil. Das Institut bietet Fortbildungen zur Therapie mit Klangschalen an. Britta Armbröster hatte sich zuvor zur Klangmassage-Praktikerin ausbilden lassen. Ihr größter Wunsch: einmal ins Land der Klangschalen, nach Nepal. Klangschalen sind ein beliebtes Utensil bei Meditationen. Werden die Schalen aus Bronze angeschlagen oder gerieben, erzeugen sie wohlklingende Töne.

Kinder vor dem „Lerncafé“ mit ihrer Betreuerin (vorn links) sowie Lena Langer (hinten rechts, stellvertretende Vorsitzende des Vereins) und Britta Armbröster (vorn rechts, Schriftführerin des Vereins) Quelle: Chancen Bildung Nepal

Kein Geld für den Schulbesuch

Auf den Spuren des Klangs begegneten Bossert und Armbröster in Bhaktapur dem damals zehn Jahre alten Bijay. Er bettelte. Bossert orderte in einem Restaurant Pitabrote und eine Flasche Wasser für den Jungen. „Noch nie zuvor habe ich jemanden mit so einem Heißhunger gesehen“, erinnert sich Bossert. Der Junge, der auf der Straße lebte, wich den Teilnehmern der Studienfahrt nicht mehr von der Seite. Warum er nicht in der Schule sei, fragten sie ihn. Er erzählte den Touristen aus Deutschland vom zerrütteten Elternhaus, dass die Familie das Schulgeld nicht aufbringen kann und von den Problemen an der staatlichen Schule, in die Bijay schon länger keinen Fuß mehr gesetzt hat.

2015 eröffnet das „Lerncafé“ in Bhaktapur

Noch vor Ort sammelten das Paar aus Großziethen und ihre Mitreisenden Geld und organisierten für den Jungen einen Platz am Internat. Zurück in Schönefeld gründeten sie den Verein. Mittlerweile zählt dieser 60 Mitglieder. Etwa die Hälfte davon sind Paten für 31 Kinder in Bhaktapur. „Wir fördern Kinder von der Vorschule bis zur 12. Klasse“, sagt Bossert. Schon 30 Euro pro Monat genügen, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Und die Vereinsarbeit reicht noch weiter: 2015 eröffnete in Bhaktapur das „Lerncafé“. Sogar zwei Lehrerinnen, die den Kindern nach der Schule bei den Hausaufgaben helfen, wurden eingestellt.

Verein half Familien nach Erdbeben

Als nach dem schweren Erdbeben im Sommer 2015 vielerorts in Nepal über Monate hinweg der Unterricht ausfiel, unterstützte der Verein obdachlos gewordene Familien. Es wurden Spenden gesammelt, um Schulen wieder aufzubauen. Erst vor ein paar Tagen wurden in Sindhupalchopwk – das Bergdorf war besonders stark vom Erdbeben betroffen – drei Unterrichtsräume fertiggestellt. Mit einem Benefizkonzert am 14. November in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm, bei dem der bekannte Kirchenmusiker Wolfgang Seifen zum Stummfilm an der Orgel improvisiert, sammelt der Verein Spenden zugunsten neuer Schulen in Nepal.

Von Josefine Sack

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