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Schönefeld Vom Dorf zur Flughafenstadt: Schönefeld entwickelt eines der letzten Baufelder
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10:34 12.02.2020
Eine der letzten Brachen befindet sich rund ums Rathaus Schönefeld – demnächst entstehen dort weitere Wohnungen. Quelle: Josefine Sack
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Schönefeld

„Alleinstehendes Rathaus sucht wohnliche Umgebung“: Mit einem riesigen Plakat wirbt das Berliner Wohnungsunternehmen Buwog derzeit an der Schönefelder Hans-Grade-Allee für ein neues Wohnquartier. Die Wiese rund um das Schönefelder Rathaus ist eines der wenigen letzten Baufelder in der Neuen Mitte Schönefeld, das noch unbebaut ist. Die Betonung liegt auf „noch“: In Kürze entstehen dort weitere 330 neue Wohnungen. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant.

Als Schönefelds damaliger Bürgermeister Udo Haase sich Anfang der 2000er-Jahre entschied, das neue Rathaus in Schönefeld-Nord mitten auf einer Wiese zu bauen, erntete er Spott und Häme. Niemand hätte sich damals träumen lassen, dass Haases Vision von der „City Schönefeld“ einmal wahr werden würde. Doch der ehemalige Bürgermeister sollte recht behalten. Längst hat die Flughafengemeinde die 16.000-Einwohner-Marke geknackt. Tausende Menschen sind in den vergangenen Jahren nach Neu-Schönefeld gezogen.

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Fast alle Brachen sind verschwunden

Mittlerweile sind die letzten Brachen verschwunden. Fast alle Baufelder im Ortszentrum und rund um das angrenzende Dichterviertel sind bebaut. Auch die „Sonnenhöfe“, das Mega-Wohnquartier der Deutschen Immobilien AG neben dem Hotel „Holiday Inn“ mit knapp 600 Wohnungen, sind so gut wie fertig.

Die Rathaus-Villen in Schönefeld: Demnächst können die ersten Bewohner einziehen. Quelle: Josefine Sack

Bis auf den historischen Dorfanger, der bereits zu DDR-Zeiten durch den Bau der heutigen Bundesstraße 96a und der Eisenbahnstrecke auseinander gerissen worden war, gab es in Schönefeld-Nord nichts. Ende der 1990er-Jahre änderte sich die Situation schlagartig, als die eigens gegründete SP Projektentwicklung Schönefeld das rund 36 Hektar große Areal übernahm und den Grundstein für das neue Ortszentrum legte.

Vermarktung lief anfangs schleppend

Die SP sorgte auf der gigantischen Brache für Baurecht und baute die vierspurige Hans-Grade-Allee aus. Insgesamt drei Bebauungspläne wurden im Laufe der Jahre für das Quartier erarbeitet. Als es 2007 mit dem Großflughafen BER losging, passierte in Schönefeld zunächst nichts. Der Leerstand in Berlin tat sein Übriges. Die Vermarktung lief schleppend. 2011 kam Bonava und zog binnen zwei Jahren 70 Reihenhäuser entlang der Rudower Chaussee hoch.

Nach und nach wurde das Wohnquartier im Norden erschlossen. Die Alfred-Döblin-Allee, die Bertolt-Brecht-Allee und die Theodor-Fontane-Allee wurden gebaut. Das Dichterviertel entstand – die mehr als 800 Wohnungen sind so gut wie fertig. Die Wohnungen wurden, lange bevor sie fertig waren, vom Reißbrett verkauft. Etwa zeitgleich wurde im nordöstlichen Zipfel eine weitere Reihenhaussiedlung errichtet. An der Hans-Grade-Allee eröffnete – mit knapp einem Jahr Verspätung – das Einkaufszentrum „City Center“.

Letztes Baufeld im Norden

In Kürze eröffnet die Kita „Bienenschwarm“ für 500 Kinder. Auch die „Rathaus-Villen“ hinter dem Rathaus sind fertig. Es dürfte nicht mehr lang dauern, bis die ersten Bewohner einziehen. Das geplante Bürogebäude gegenüber des Rathauses sowie ein ebenfalls geplantes Wohngebiet mit 90 weiteren Wohnungen an der Alfred-Döblin-Allee lassen indes noch auf sich warten. Beide Grundstücke sind laut SP weiterverkauft worden und liegen bislang noch brach.

Derweil ist der vierte und letzte B-Plan für die Schönefelder City schon in Arbeit: Es geht um die Entwicklung der sogenannten „Berliner Vorstadt“ nördlich des heutigen Ortszentrums und westlich der Rudower Chaussee. Ab 2021/2022 sollen dort weitere Wohnungen für bis zu 3000 Menschen entstehen.

Auch wenn damit vorerst die letzte Lücke im Schönefelder Zentrum geschlossen wird, ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Entlang der Hans-Grade-Allee wartet bereits das nächste, riesige Baufeld darauf, erschlossen zu werden.

Von Josefine Sack

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